So viele Schweizer wie noch nie
Grosses Schweizer-Aufgebot in der NHL
publiziert: Donnerstag, 6. Okt 2011 / 09:03 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Okt 2011 / 11:07 Uhr
Rafael Diaz startet seine Karriere in der Top-Liga des Eishockey.
Rafael Diaz startet seine Karriere in der Top-Liga des Eishockey.

Sechs Schweizer - so viele wie noch nie - stehen zum NHL-Saisonbeginn in den Kadern der 30 Teams. Rafael Diaz dürfte in der Nacht auf Freitag zu seinem Debüt in der besten Liga der Welt kommen.

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Mit Mark Streit, Jonas Hiller, Luca Sbisa und Yannick Weber waren vier Schweizer dank Einweg-Verträgen gesetzt. Auch bei Nino Niederreiter konnte - im Gegensatz zu Diaz - damit gerechnet werden, dass er sämtliche Kaderreduktionen übersteht.

Für Streit und Hiller ist es ein Comeback in der NHL. Streit hatte die gesamte vergangene Saison verpasst, nachdem er im Camp eine Schulterverletzung erlitten hatte. Dennoch wurde er von den New York Islanders zum 13. Captain der Organisation ernannt, was nicht besser verdeutlichen könnte, welche Wertschätzung ihm entgegengebracht wird. «Das ist eine riesige Herausforderung für mich. Ich bin geehrt», sagte Streit. Der 33-jährige Verteidiger hatte zwar gehofft, Captain zu werden, aber «ich hatte es nicht erwartet». Islanders-Headoach Jack Capuano erklärte, dass zahlreiche Dinge zu dessen Wahl geführt hätten. «Die Art, wie Mark sein Leben führt, und ich weiss, was er uns auf dem Eis bringt. Er wird einen fantastischen Job machen.»

Streit konnte im Sommer wie gewohnt trainieren, wobei er sich auf dem Eis mit dem SC Bern vorbereitete. Dass er für den Saisonstart bereit ist, bewies er in den Testpartien. In seiner ersten erzielte er gleich ein Tor und zwei Assists. Ohnehin hatte er keine Bedenken, ist doch für ihn Eishockey spielen wie Velo fahren. Das verlerne man nie, so Streit. Der 174-fache Internationale soll die Islanders erstmals seit der Saison 2006/2007 wieder in die Playoffs führen. «Wir haben einen wunderbaren Mix an Spielern und eine grossartige Chemie im Team. Unsere Zukunft sieht vielversprechend aus und ich denke, dass die Zukunft jetzt ist», sagte Streit.

Auch für Hiller ist es eine Rückkehr. Nachdem der 29-jährige Appenzeller in der vergangenen Spielzeit bei den Anaheim Ducks zunächst gross aufgespielt hatte, warfen ihn rätselhaft Seh- und Gleichgewichtsstörungen sowie Schwindelgefühle nach dem All-Star-Game Ende Januar zurück. Danach bestritt er nur noch ein einziges Spiel über die volle Distanz, zweimal wurde er nach gut elf Minuten ausgewechselt. Das Schlimme für Hiller war die Ungewissheit über die Ursache der Probleme. Nun fühlt er sich wieder fit, und es scheint auch klar, dass die Symptome auf Störungen im Nervensystem zurückzuführen sind.

Hiller zeigte in der Vorbereitung starke Leistungen. Beim letzten Test in der Nacht auf Mittwoch gegen Jokerit Helsinki (4:3 n.V.) wehrte er 30 Schüsse ab, worauf er von Coach Randy Carlyle gelobt wurde. In den drei Vorbereitungsspielen zuvor, in denen er nur einmal durchgespielt hatte, hatte er es auf eine Abwehrquote von 95,5 Prozent gebracht. «Ich gehe in die richtige Richtung, aber man kann sich immer verbessern», sagte Hiller. Anaheims finnischer Star Teemu Selänne fand nach einem Penalty-Drill, dass der Schweizer besser denn je gewesen sei.

Luca Sbisa hat sich bei Anaheim in der vergangenen Saison einen Stammplatz erkämpft. Deshalb wurde der 21-jährige Verteidiger mit einem Vierjahresvertrag über 8,7 Millionen Dollar belohnt. Dieser gibt im Selbstvertrauen. «Ich kann mich nun voll aufs Eishockey konzentrieren», so Sbisa. In der neuen Spielzeit will er eine grössere Rolle einnehmen und einen weiteren Schritt Richtung Topverteidiger machen. Anaheim beginnt die Saison in Europa - am Freitag spielen die Ducks in Helsinki gegen die Buffalo Sabres, am Samstag sind in Stockholm die New York Rangers der Gegner.

Yannick Weber steht bei Montreal vor einer grossen Herausforderung. Zwar kam der Berner Verteidiger in der vergangenen Saison 44 Partien (3 Tore, 10 Assists) bei den Canadiens zum Einsatz und erhielt einen Einwegvertrag über zwei Jahre. Doch auf seiner Position ist er derzeit nicht gesetzt. Stattdessen spielte er zuletzt aufgrund von Verletzungen im Sturm - wie er dies auch schon in der letzten Saison zum Teil getan hatte. «So lange ich spielen kann, werde ich nichts sagen», erklärte Weber. Zudem war es schon Mark Streit bei Montreal so ergangen.

Dass Weber nicht in der Defensive zum Zug kommt, liegt auch an Rafael Diaz. Der 25-Jährige scheint - auch dank der Verletzung von Andrej Markow - zu Saisonbeginn zu den Top-6-Verteidigern zu gehören. Diaz gelang die Umstellung vom europäischen zum nordamerikanischen Spiel ausgezeichnet. Er habe in den ersten Partien sehr viele Sachen gelernt. «Ich mag das Eishockey hier sehr. Die Intensität ist hoch und das Spiel ist schneller.» Diaz erhielt in der Vorbereitung viel Eiszeit; zuletzt verteidigte er zusammen mit Routinier Jaroslav Spacek (beinahe 900 NHL-Partien). «Er ist ein sehr talentierter Spieler mit vielen Fähigkeiten», sagte Spacek über Diaz. Er würde sagen, dass Diaz mehr für die NHL bereit sei als er damals nach seiner ersten Ankunft in Nordamerika.

Auch Nino Niederreiter bekam lobende Worte, und zwar von Islanders-Headcoach Capuano. Dieser bezeichnete das Camp von Nino als «grossartig». Allerdings verletzte sich der 19-jährige Churer Ende September im Vorbereitungsspiele gegen die New Jersey Devils an der Leiste und verpasste dadurch den letzten Test. Der 2010 als Nummer 5 gedraftete Niederreiter wird wohl auch beim Saisonstart fehlen; er wurde auf die Verletztenliste gesetzt und soll sieben bis zehn Tage ausfallen. Nichtsdestotrotz stehen die Chancen gut, dass er diesmal die ganze Spielzeit in New York bleiben darf. In der vergangenen Saison wurde er nach neun Partien zu den Junioren zurückgeschickt, wodurch der Dreijahresvertrag noch nicht zu laufen begann. Heuer würde eine Rückstufung für dessen Entwicklung wenig Sinn machen. Niederreiter: «Wenn ich körperlich, mental oder auch technisch weiterkommen und ein stärkerer Spieler werden will, muss ich in dieser Saison gegen Männer spielen können.»

Neben dem Sextett hatten sich auch Roman Josi (Nashville Predators) und Sven Bärtschi (Calgary Flames) Chancen ausrechnen dürfen, beim Saisonstart dabei zu sein. Doch Josi erlitt vor dem ersten Testspiel eine Hirnerschütterung und verpasste auch die übrigen Vorbereitungspartien. Deshalb war die Rückstufung des Berner Verteidigers logisch. Kann er allerdings in der AHL an die guten Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen, dürfte er zu seinem NHL-Debüt kommen. Der gestern 19 Jahre alt gewordene Bärtschi dagegen muss die gesamte Spielzeit mit dem Juniorenteam Portland Winterhawks bestreiten.

(dyn/Si)

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