Grossrazzia gegen Salafisten in Deutschland
publiziert: Donnerstag, 14. Jun 2012 / 08:13 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Jun 2012 / 12:54 Uhr
Die Polizeiaktionen dauern noch an. (Symbolbild)
Die Polizeiaktionen dauern noch an. (Symbolbild)

Berlin - Deutschland geht verschärft gegen Salafisten vor: In sieben Bundesländern haben die Behörden am Donnerstag Razzien gegen die Islamisten durchgeführt. Zudem verbot die Regierung in Berlin die Salafisten-Vereinigung Millatu Ibrahim in Nordrhein-Westfalen.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Dieser Verein richtet sich gegen unsere verfassungsmässige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung», rechtfertigte Innenminister Hans-Peter Friedrich in Berlin das Verbot.

Ferner wurden Ermittlungsverfahren gegen zwei weitere Organisationen eingeleitet, die in ein Verbot münden könnten, wie der CSU-Politiker sagte. Es gebe Verdachtsmomente, dass auch diese gegen die Verfassung verstiessen.

Dabei handelt es sich um das des Netzwerk «Die wahre Religion» und die Gruppe Dawa FFM in Frankfurt. «Die wahre Religion» ist die Organisation um den Kölner Prediger Ibrahim Abu Nagie, der in den vergangenen Wochen mit der Verteilung von Koran-Exemplaren in mehreren Städten für Aufsehen gesorgt hatte. Auch Nagies Privatwohnung in Köln (Nordrhein-Westfalen) wurde durchsucht.

Gemäss Friedrich wurden insgesamt 71 Wohnungen und Vereinsheime durchsucht. Die Razzien fanden auch in den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Hessen und Bayern statt. Knapp 1000 Beamte von Polizei und Justizbehörden waren daran beteiligt.

Wehrhafter freiheitlicher Staat

«Ein freiheitlicher Staat muss auch wehrhaft sein», begründete Friedrich das Vorgehen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger bezeichnete die Einsätze als «Beleg für ein entschlossenes Vorgehen der Sicherheitsbehörden im gemeinsamen Kampf gegen gefährliche Extremisten».

«Wir erhöhen konsequent den Druck auf die Salafisten und gehen entschieden gegen ihre demokratiefeindliche Agitation vor», erklärte der SPD-Politiker in Düsseldorf. Man habe es «mit einer neuen Dimension der Gewalt» zu tun. «Es ist wichtig, dass wir allen Verfassungsfeinden signalisieren: Bis hierher und nicht weiter».

Vertreter des «wahren Islams»

Salafisten verstehen sich als Vertreter des wahren Islams. Für Salafisten ist das Ideal ein Gottesstaat, in dem es keine «vom Menschen erfundenen» Gesetze gibt, sondern in dem nur das islamische Rechtssystem, die Scharia, gilt. Sie lehnen die westliche Lebensweise ab, propagieren die Geschlechtertrennung und betrachten Homosexualität als schwere Sünde.

In Deutschland gilt der Salafismus als die am schnellsten wachsende Strömung des Islamismus. Salafisten stehen im Verdacht, mit ihrer Propaganda gewaltbereite Islamisten anzustacheln oder selbst Verbindungen zu Terrororganisationen zu pflegen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Mehr als 1000 Menschen haben am Samstag in Berlin friedlich gegen die rechtspopulistische Splitterpartei ... mehr lesen
Rechtspopulisten protestierten vor Moscheen in Berlin.
Köln - Mit einem massiven Aufgebot an Einsatzkräften hat die deutsche Polizei eine weitere Eskalation bei einer ... mehr lesen
Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen der rechtsextremen Partei Pro NRW und radikalen Moslems.
Solingen - Die rechtsextreme deutsche Splitterpartei Pro NRW hat am Dienstag in mehreren Städten ... mehr lesen
Mit Mohammed-Karikaturen provozierte Salafisten griffen die Polizei an.
Zur Bluttat in Winkeln gibt neue Erkenntnisse.
Zur Bluttat in Winkeln gibt neue Erkenntnisse.
Neue Erkenntnisse  St. Gallen - Das Tötungsdelikt in einer Moschee in St. Gallen steht in Zusammenhang zu einer früheren Auseinandersetzung, bei der ein Bruder des mutmasslichen Täters ums Leben kam. Dies teilte die St. Galler Kantonspolizei am Dienstag mit. 
Moschee-Mord St. Gallen: Motiv ist offenbar Rache St. Gallen - Nach dem Tötungsdelikt an einem 51-jährigen Schweizer albanischer Abstammung in einer ... 1
Laut ersten Ermittlungsergebnissen der Polizei wurde das Opfer am Freitagnachmittag in der Moschee der Albanisch Islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St. Gallen-Winkeln erschossen.
Opfer von Moschee-Mord ist Schweizer mit albanischen Wurzeln St. Gallen - Beim Mann, der am Freitagnachmittag beim Gebet ...
Claude Fankhauser Religionen sind nicht die Krankheit, sondern das Symptom. Sie sind weitgehend unangreifbar und immun gegenüber Kritik. Ganz anders sieht es mit dem Glauben ... mehr lesen  
Synagoge, Moschee, Kirche: Wo man möchte, dass es Gott gibt und darum an ihn glaubt.
IS-Terrorist: Nein, der hat nix mit Religion zu tun!
Distanzieren, was das Zeug hält Als in der letzten Woche neun Möchtegern-Dschihadisten in Österreich an der Ausreise gehindert worden waren und so nicht zu den IS-Barbaren ...
Titel Forum Teaser
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 11°C 13°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 10°C 13°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 14°C 16°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 13°C 17°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 14°C 17°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 13°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 16°C 24°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten