Grün-Weiss nach 2:0 in Partylaune
publiziert: Montag, 13. Jul 2009 / 00:03 Uhr

Der «renovierte» FC Basel leistete sich in St. Gallen einen groben Fehlstart. 0:2 verlor der unsäglich schwache Titelanwärter. Missverständnisse und eine rote Karte gaben zu diskutieren. Gefreut hats den Aufsteiger - die Euphorie wird anhalten.

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Vor der Sommerpause hat der FCB nach einer Saison der zahllosen Enttäuschungen markante Veränderungen vorgenommen. Christian Gross musste Thorsten Fink weichen. Mit Cagdas Atan kam ein neuer Abwehrchef. Samuel Inkoom, das Talent aus Ghana, soll die rechte Seite verstärken. Im Mittelfeld erhofften sich die Basler mit dem Engagement des langjährigen Bundesliga-Professionals Antonio da Silva mehr Spektakel.

Trainer Fink hatte schon kurz nach seiner Ankunft in Basel ein gepflegtes Kurzpassspiel versprochen. Vom englischen Stil wollten sie abrücken. Den schönen Prognosen folgte nun bei erster Gelegenheit eine unerwartet triste Momentaufnahme.

«Zu langsam, zu behäbig»

Attraktiv spielte ausschliesslich St. Gallen, der Aufsteiger - nicht Basel, der Titelanwärter mit dem Budget oberhalb der Grenze von 30 Millionen Franken.

In seiner ersten Analyse nach dem völlig missratenen Auftritt in der ausverkauften AFG Arena verzichtete Fink auf die Auflistung einzelner Szenen. Vermutlich hätte die Medienkonferenz sonst zu lange gedauert. Weil der FCB im Kollektiv versagte, war eine Einzelabreibung auch gar nicht nötig. Zu langsam und zu behäbig seien sie aufgetreten, kritisierte Fink. «Der Gegner war aggressiver. Er wollte mehr gewinnen als wir.»

Neuen waren (noch) keine Bereicherung

Die vielen Neuen im Basler Team bereicherten das Spiel (noch) nicht. Da Silva, in besseren Zeiten mit Stuttgart deutscher Champion, produzierte keine Ideen, sondern vor allem Fehler und verbale Tiraden. Cagdas liess sich von Feratis Aussetzern negativ beeinflussen. Und im Sturm bewegte das Duo Streller/Almerares weniger als ein laues Sommerlüftchen.

Tiefpunkte und Missverständnisse hatten die masslos enttäuschenden Bebbi einige zu verkraften. Zu reden wird speziell die dümmliche Frustaktion Huggels geben. Die FCB-Leaderfigur liess sich vom (harmlosen) St. Galler Joker Cáceres Sekunden nach dem 0:2 zu einem mit Rot geahndeten Schubser hinreissen.

«Huggel muss zahlen»

«Das darf einem Nationalspieler nicht passieren. Da muss er seine Nerven behalten», kommentierte Fink die Entgleisung mit säuerlicher Miene. «Huggel wird dafür zahlen müssen.»

Die strahlenden Sieger trugen am Sonntagabend der ersten Super-League-Runde Grün-Weiss. Dass St. Gallen nicht mit einem «normalen» Aufsteiger gleichzusetzen ist, bewies die Equipe von ASL-Neuling Uli Forte bei erster Gelegenheit.

Mit Vaduz, dem Vorgänger der Ostschweizer, hat der FCSG nicht das Geringste gemeinsam. St. Gallen bewegte sich im Prinzip schon in der Challenge League in einer eigenen Gewichtsklasse.

Fortes Tritt auf die Euphoriebremse

Nicht nur gegen den FCB werden 19'500 Zuschauer das schmucke Stadion füllen. Hinter dem Aufsteiger steht eine geballte Ladung euphorisierter Fussball-Anhänger. Auf dem Rasen kämpft eine Equipe, die in der vergangenen Saison unter dem Trainer-Talent Forte beachtliche Fortschritte erzielt hat und auch auf höchster Ebene kaum eine inferiore Rolle spielen wird. Forte führt das Team zu gut und zu akribisch. Den Coup gegen Basel schmälerte Forte vor allem im eigenen Interesse. «Es waren nur die ersten drei Punkte zum Ligaerhalt. Ich denke, wir benötigen 37 bis 40 Zähler», rechnete der 35-jährige Zürcher mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium vor. Sie hätten im Gegensatz zum Gegner, der «noch nicht eingespielt war», nichts zu verlieren gehabt.

«Am Boden bleiben»

Forte, ein erklärter Fan des früheren FCB-Trainers Christian Gross, beherrscht den Umgang mit der Öffentlichkeit vorzüglich. So wie früher sein Vorbild Gross. Den bereits grenzenlosen Optimismus einiger Lokalradio-Reporter teilte Forte nicht.

«Wir behalten besser die Bodenhaftung.» Die nächste Party ist gleichwohl programmiert: Am Mittwoch gastiert der 18-fache englische Meister Liverpool zum Test in der vollen St. Galler Arena.

(Sven Schoch, St. Gallen/Si)

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