«Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft»
Grüne reichen Initiative ein
publiziert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 12:52 Uhr
Die beiden Co-Präsidentinnen Adèle Thorens und Regula Rytz. (Archivbild)
Die beiden Co-Präsidentinnen Adèle Thorens und Regula Rytz. (Archivbild)

Bern - Kurz vor Ende der Sammelfrist haben am Donnerstag die Grünen ihre Volksinitiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft» eingereicht. Nach Angaben der Initianten kamen 110'291 gültige Unterschriften zusammen.

3 Meldungen im Zusammenhang
Mehrere Dutzend Parteimitglieder, angeführt von den Co-Präsidentinnen und Nationalrätinnen Regula Rytz (BE) und Adèle Thorens (VD), übergaben die Unterschriften-Boxen am Donnerstagmorgen in Bern der Bundeskanzlei. Die Sammelfrist läuft offiziell am Samstag ab.

Rytz erinnerte daran, dass die Grünen im Sommer einen Endspurt hinlegen mussten, damit die nötigen Unterschriften rechtzeitig zusammen kamen. Dank Einsätzen an Festivals und auf der Strasse hätten zahlreiche Helferinnen und Helfer allein in den vergangenen drei Wochen 25'000 Unterschriften gesammelt, so dass total 135'000 Unterschriften vorlagen.

Die Grünen hätten diese Leistung im Gegensatz zu finanzkräftigeren Parteien ohne externe, professionelle Hilfe erbracht, stellte Rytz fest. Sie spielte damit auf die FDP an, deren Endspurt für ihre Anti-Bürokratie-Initiative im Frühsommer erfolglos gewesen war.

Fussabdruck verkleinern

Die Initiative der Grünen verlangt, dass Schweizerinnen und Schweizer sowie die hiesigen Unternehmen radikal weniger Rohstoffe verbrauchen und weniger Abfälle produzieren als heute.

Konkret setzt die Initiative beim «ökologischen Fussabdruck» an. Dieser soll bis ins Jahr 2050 auf den Wert 1 sinken, was bedeuten würde, dass die Schweizer Bevölkerung nicht mehr Ressourcen verbraucht, als gleichzeitig nachwachsen, und nicht mehr Abfälle produziert, als gleichzeitig verarbeitet werden können.

«Die Schweiz verbraucht ihr Jahresbudget an Ressourcen schon nach vier Monaten», sagte Rytz. Danach konsumiere sie die Vorräte des nächsten Jahres. «Wir verschulden uns so an den kommenden Generationen.»

3- bis 4-mal zu gross

Der Fussabdruck der Schweiz ist nach dieser Rechnung dreimal so gross, wie er sein dürfte. Das bedeutet, dass die Umweltbelastung der Bevölkerung 3-mal grösser ist, als für nachhaltiges Wirtschaften und Leben angezeigt wäre. Diese Zahl verbreitet auch die Umweltschutzorganisation WWF Schweiz.

Noch etwas ungünstiger präsentiert sich die Rechnung beim Bundesamt für Statistik, das den ökologischen Fussabdruck ebenfalls schätzt. Es beziffert den Abdruck der Schweiz auf 5 Hektaren pro Person, während aufgrund der Biokapazität nur 1,2 Hektaren pro Person zur Verfügung stehen würden. Nach dieser Berechnung lebt die Schweiz sogar auf 4-fach zu grossem Fuss.

Rund zwei Drittel des Fussabdrucks in der Schweiz nehmen CO2-Emissionen ein. Die Acker-, Wald- und Weideflächen verursachen fast ein Drittel, die Siedlungen den kleinen Rest.

Ökologische Steuerreform angestrebt

Ein zwingendes Ziel in der Verfassung sei notwendig, damit die Entwicklung in Richtung nachhaltiges Wirtschaften und Leben weise, sagte Thorens.

Als Mittel zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs soll der Bund nach der Initiative Forschung und Innovation fördern sowie Produktvorschriften erlassen. Möglich sein soll aber auch eine Lenkungssteuer auf den Verbrauch natürlicher Ressourcen. Hoffnungen setzten die Grünen vor allem in eine ökologische Steuerreform.

Atomausstieg-Initiative im November

Im Köcher der Grünen steckt eine weitere Initiative: Auch für den Atomausstieg bis spätestens 2029 sollen 125'000 Unterschriften beisammen sein. Geplant wird eine Einreichung im November. Rytz und Thorens zeigten sich erfreut, dass die Grünen für die zwei Begehren rund 250'000 Unterschriften gesammelt haben.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Grünen empfehlen dem Schweizer Stimmvolk, am 25. November an der Urne das revidierte Tierseuchengesetz ... mehr lesen 1
Adèle Thorens
Bern - Die Grüne Partei hat am Donnerstag die Unterschriftensammlung für ihre Initiative für eine Grüne Wirtschaft lanciert. Mit dem ... mehr lesen 11
Nationalrat Bastien Girod.
Die wirtschaftlich schädliche Unsicherheit müsse endlich ein Ende nehmen, forderte BDP-Präsident Landolt vor 136 Delegierten in Gossau SG.
Die wirtschaftlich schädliche Unsicherheit müsse endlich ein Ende ...
Delegiertenversammlung  Gossau SG - Die BDP Schweiz will sich klar für den Erhalt der Bilateralen Verträge einsetzen. «Wir sind bereit, unser Verhältnis zu Europa in der Verfassung zu regeln», sagte Parteipräsident Martin Landolt an der Delegiertenversammlung. 
Müller will mit FDP zweitstärkste Kraft im Land werden Brig - FDP-Parteipräsident Philipp Müller hat die Mitglieder seiner ...
Grüne wollen nach Misserfolgen Ruder herumreissen Renens VD - Nach den Wahlschlappen im Baselland und den Kantonen Luzern, ...
Fünf Parteien fassen ihre Parolen für kommende Abstimmung Bern - Gleich fünf Parteien halten am Samstag ihre ...
Organisationen machen Ernst  Bern - Verschiedene konzernkritische Organisationen machen Ernst: Ab sofort sammeln sie Unterschriften für ...  
Schweizer Konzerne sollen nun durch eine Initiative für Menschenrechtsverletzungen haften.
Die Bauzonen sollen begrenzt werden.
«Umweltproblem Nummer eins»  Bern - In der Schweiz soll es keine neue Bauzone geben, ohne dass eine gleich grosse ...  
Titel Forum Teaser
  • BigBrother aus Arisdorf 1466
    She likes the dreamer! Wir können uns heute schon auf die Wortmeldungen der Kronprinzessin ... gestern 17:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2962
    "vorläufige Aufnahme von 80'000 Flüchtlingen" Immer wenn ein Politiker etc. einen solchen Spruch loslässt, müsste ... So, 26.04.15 13:13
  • thomy aus Bern 4235
    Zu Burka ja oder nein! - Vorerst einmal sage ich klar JA - zum Burkaverbot. - Resp. Nein zum ... Sa, 25.04.15 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1323
    Wieder mal ein Grund, sich selbstzufrieden zu isolieren. Gut, ich kenne die Kriterien nicht, ... Sa, 25.04.15 11:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2962
    Die... Burka ist nicht irgendein Kleidungsstück oder Teil der Folklore wie es ... Fr, 24.04.15 21:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1323
    Es ist zum Heulen! Der Kleinsparer und Rentner wird mit dem Negativzins bestohlen. Die ... Fr, 24.04.15 18:47
  • Vitalis aus Hallau 46
    Beste Blender? wohl eher Spitze im Blenden. Weshalb haben wir mit die höchsten ... Fr, 24.04.15 09:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1323
    Wie verlogen die ganze Argumentation ist, zeigt folgender Abschnitt des Artikels: Erbschaftssteuer-Gegner sehen ... Do, 23.04.15 17:11
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 9°C 14°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen
Basel 9°C 12°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen leicht bewölkt, starker Regen
St.Gallen 11°C 18°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 10°C 19°C bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 11°C 20°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen bewölkt, starker Regen
Genf 12°C 20°C bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Lugano 12°C 13°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten