Grüne sehen Energiekrise als Chance
publiziert: Sonntag, 15. Okt 2006 / 23:20 Uhr

Genf - In Genf ist der 2. Kongress der Europäischen Grünen Partei beendet worden.

Die Energiekrise könnte laut Lunacek ein Motor für Beschäftigung werden.
Die Energiekrise könnte laut Lunacek ein Motor für Beschäftigung werden.
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Im Zentrum der Debatten am letzten Tag des dreitägigen Kongresses standen die Energiekrise und die Wirtschaftspolitik.

«Es ist das erste Mal, dass die Europäischen Grünen sich zur Wirtschaft geäussert haben; bis jetzt haben sie das Thema praktisch gemieden», sagte die Co-Präsidentin der Grünen Partei Europas (EGP), die Österreicherin Ulrike Lunacek vor den Medien.

Ein Grund sei die Energiekrise, die für Lunacek auch eine Chance ist. «Diese könnte morgen ein Motor für Beschäftigung werden», sagte sie.

«Die Grüne Zukunft Europas»

Am Kongress in Genf nahmen etwa 500 Grüne, darunter 228 Delegierte mit Stimmrecht, aus 35 Parteien aus 31 Ländern teil. Die EGP war vor zwei Jahren anlässlich ihres ersten Kongresses in Rom als Nachfolgeorganisation der Föderation Grüner Parteien gegründet worden.

Sie ist die einzige Partei, die für ihr Programm und ihre Kampagnen europaweit agiert. Die Delegierten hatten am Samstag mit 90 Prozent Ja-Stimmen eine Resolution über die «Die Grüne Zukunft Europas» verabschiedet.

Darin wird der Ausstieg Europas aus der Atomenergie gefordert. Die Grünen verlangen auch, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas zu reduzieren. Sie wollen stattdessen auf erneuerbare Energien, Energiesparen und -effizienz setzen.

Vision für Europa

Ferner fordern sie unter anderem eine ökologische Landwirtschaft, eine neue Verkehrspolitik und einen verbesserten Klimaschutz.

Die Resolution macht auch Vorschläge für einen neuen europäischen Verfassungsvertrag, der 2005 gescheitert war. Die Grünen verlangen darin eine Demokratisierung der EU. Unter anderem soll das EU-Parlament aufgewertet werden. Die Grünen machen sich auch für eine europäisches Referendums- und Initiativrecht stark.

Für die Präsidentin der Grünen Partei der Schweiz, Ruth Genner, dient die Resolution auch der Schweiz. Er zeige eine Vision eines Europa, in dem die Schweiz zwar nicht Mitglied sei. Die Schweiz nähere sich Europa aber Schritt für Schritt an, sagte sie.

(bert/sda)

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