Grünes Licht für neue Asylverfahren
publiziert: Mittwoch, 26. Sep 2012 / 10:01 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 26. Sep 2012 / 11:48 Uhr
Der Bundesrat soll die neuen Asylverfahren testen können.
Der Bundesrat soll die neuen Asylverfahren testen können.

Bern - Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes sind unter Dach und Fach. National- und Ständerat haben am Mittwoch den Vorschlag der Einigungskonferenz gutgeheissen.

9 Meldungen im Zusammenhang
Am Donnerstag werden die Räte noch explizit über die Dringlichkeitsklausel entscheiden. Dann ist das Geschäft bereit für die Schlussabstimmung vom Freitag. Heissen die Räte die Änderungen gut, treten diese bereits am Samstag in Kraft. Ein Referendum könnte erst nachträglich ergriffen werden.

Die letzte Differenz betraf Testphasen für die geplante Beschleunigung der Asylverfahren. Justizministerin Simonetta Sommaruga will die Beschwerde- und Behandlungsfristen verkürzen und gleichzeitig den Rechtsschutz ausbauen.

Bevor die neuen Abläufe gesetzlich verankert werden, möchte der Bundesrat sie testen und dabei vom geltenden Gesetz abweichen können. Dieses Begehren war umstritten. Der Ständerat wollte dem Bundesrat die Kompetenz erteilen, der Nationalrat nicht.

Tests während zwei Jahren möglich

Eine Einigungskonferenz aus Vertreterinnen und Vertretern beider Räte musste sich mit der Frage befassen. Sie sprach sich dafür aus, dem Bundesrat für die Dauer von höchstens zwei Jahren Tests zu erlauben. Damit entschied sie im Sinne des Ständerates.

Diesem Vorschlag haben am Mittwoch nun beide Räte zugestimmt, der Nationalrat mit 131 zu 40 Stimmen bei 10 Enthaltungen, der Ständerat mit 35 zu 4 Stimmen. Die Gegner warnten vergeblich vor einer Verletzung der Gewaltenteilung und einer «carte blanche» für den Bundesrat.

SP und Grüne plädierten für ein Nein, was die gesamte Vorlage zum Scheitern gebracht hätte - eine Vorlage mit etlichen Massnahmen, welche die Linke ablehnt oder als reine Symbolpolitik betrachtet.

Zentren für renitente Asylsuchende

Die Testphasen sind nicht Kern der dringlichen Massnahmen. Im Zentrum stehen viel mehr die Zentren für renitente Asylsuchende: Nach dem Willen der Räte kann der Bund künftig Asylsuchende in einem besonderen Zentrum unterbringen, wenn sie die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden oder den Betrieb eines Asylzentrums erheblich stören.

Wo diese besonderen Zentren eingerichtet werden sollen, ist allerdings noch offen. Justizministerin Simonetta Sommaruga hatte im Verlauf der Beratungen Erwartungen gedämpft, dass ein solches Zentrum bereits in den nächsten Wochen eingerichtet werden könnte. Zuerst müsse ein Kanton gefunden werden, der den Mut dafür habe.

Kein Botschaftsasyl mehr

Zu den dringlichen Massnahmen gehört auch, dass auf Schweizer Botschaften keine Asylgesuche mehr eingereicht werden dürfen. Ausserdem werden Wehrdienstverweigerer nicht mehr als Flüchtlinge anerkannt.

Allerdings bleibt die Einhaltung der Flüchtlingskonvention vorbehalten. Droht beispielsweise jemandem wegen der Dienstverweigerung Folter, wird er also weiterhin aufgenommen. Laut Justizministerin Simonetta Sommaruga wird sich in der Praxis etwa für die Eritreer nicht viel ändern.

Eine weitere dringliche Massnahme betrifft die Kantone und Gemeinden: Sie können sich künftig nicht mehr dagegen wehren, dass auf ihrem Gebiet in Bundesbauten bis zu drei Jahre lang Asylsuchende untergebracht werden. Für die Umnutzung der Gebäude braucht es keine Bewilligung mehr.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Alpnach OW - Der Bund will das Truppenlager Kleine Schliere in Alpnach als Bundeszentrum für Asylsuchende nutzen. Dies teilte ... mehr lesen 1
Asylunterkunft. (Symbolbild)
«Grosse Zentren mit über 1000 Plätzen sind in unserer kleinräumigen Schweiz nicht realisierbar»
Bern - Die Arbeitsgruppe Neustrukturierung des Asylbereichs hat am Freitag ihren ... mehr lesen 1
Bern - SP-Präsident Christian Levrat verteidigt die ablehnende Haltung der Parteileitung zum Referendum gegen die ... mehr lesen 1
SP-Präsident Christian Levrat. (Archivbild)
Bern - Die Tessiner Gemeinde Losone befürchtet, dass in der alten Kaserne ein Zentrum für renitente Asylsuchende ... mehr lesen 1
Der Gesetzesartikel zu den Unterkünften für renitente Asylsuchende muss noch ausgearbeitet werden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die Vorlage mit den dringlichen Massnahmen in der Asylpolitik ist noch nicht ganz unter Dach. Weil sich National- ... mehr lesen 1
Die Vorlage soll im Lauf der Woche bereinigt werden. (Symbolbild)
Aarau - Im Kanton Aargau soll ein geschlossenes Lager für kriminelle und straffällige Asylbewerber erstellt werden. Der Grosse Rat hat ... mehr lesen 1
Alle kriminellen Asylanten unter einem Dach. (Symbolbild)
Klartext !
"Die Versuche sollen aber nicht länger als zwei Jahre dauern"
Das heisst konkret: Im Asylunwesen geschehen die nächsten zwei Jahre wenig bis nichts.
Danach schaut man weiter, wieder etliche Jahre.
Abgehakt!
Gefangenenorganisation Reform 91: Im Strafvollzug mangle es nicht an Geld, aber an Effizienz und Nachhaltigkeit.
Gefangenenorganisation Reform 91: Im Strafvollzug mangle es nicht an ...
Tötungsdelikt Marie  Bern - Im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt Marie fordert die Gefangenenorganisation Reform 91 vom Parlament erneut ein eidgenössisches Strafvollzugsgesetz. Damit soll der Strafvollzug transparent und effizient werden. 
Vater des Opfers will sich nicht instrumentalisieren lassen Bern - Der Vater der entführten und getöteten Marie will sich ...
Gedenkfeier für getötete Marie in Villars-sur-Ollon VD Villars-sur-Ollon VD - In der Kirche von Villars-sur-Ollon VD haben ...
Wahlen NE  Neuenburg - Die Neuenburger Regierung ist bei der Stichwahl am Sonntag nach links gerutscht. Die SP gewann im fünf Sitze zählenden Staatsrat drei Mandate. Die SVP schaffte erstmals den Einzug in die Regierung. Grosse Verliererin ist die FDP, die nur noch einen Staatsrat stellt.  
Thierry Grosjean steigt ins Rennen.
FDP tritt in Neuenburg mit zwei Kandidaten an Neuenburg - Die FDP Neuenburg tritt am 19. Mai im zweiten Wahlgang der Regierungswahlen mit zwei Kandidaten an. Sie beschloss ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 730
    Genau! Der Chef der Swisscom denkt sich das schon richtig aus, er würde mit ... heute 10:45
  • Swiss1 aus Burgdorf 1
    Swisscom-Chef warnt vor den Folgen der 1:12-Initiative ... nach eigenen Angaben hat die Swisscom rund 20'000 Angestellte ... heute 08:26
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    1:12 Initiative Man lagere aus bis zum Gehtnichtmehr. Wäre ich ein Miteigentümer ... heute 07:39
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Danke KangiLuta & keinschaf Ich habe mich auf den Foren umgeschaut. Die meisten schreiben ungefähr ... gestern 20:33
  • KangiLuta aus Wila 100
    Anderes Forum für Jorian Vielleicht ist das etwas für Sie, ... gestern 07:11
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Pro EU Nein pro EU ist kein Kriterium, die Zensur ist ein Kriterium! Sa, 18.05.13 20:00
  • keinschaf aus Henau 1513
    Sisyphos Die meisten Mannschaften fallen da schon weg, wenn Pro-EU für Sie ein ... Sa, 18.05.13 18:06
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    keinschaf Ich werde auch des öfteren zensuriert. Ich nehme mal an, dass die ... Sa, 18.05.13 18:02
Wettbewerb
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 5°C 10°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Basel 5°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 7°C 13°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 8°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 9°C 15°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 9°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 10°C 15°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten