Vorwurf zurückgewiesen
Guatemalas Ex-Diktator wehrt sich
publiziert: Freitag, 10. Mai 2013 / 07:15 Uhr
Efraín Ríos Montt wies die Vorwürfe wegen Massakern zurück. (Archivbild)
Efraín Ríos Montt wies die Vorwürfe wegen Massakern zurück. (Archivbild)

Guatemala-Stadt - Der frühere Machthaber von Guatemala, Efraín Ríos Montt, hat jede Verantwortung für die Massaker an Maya-Ureinwohnern während seiner Herrschaft zurückgewiesen. Er sei unschuldig, erklärte der 86-Jährige in seiner Stellungsnahme vor Gericht.

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Ausdrücklich wies Ríos Montt in seinem rund 50-minütigen Schlussplädoyer den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, Militärpläne für die Massaker an Maya-Ureinwohnern in den Jahren 1982/83 gebilligt zu haben.

«Ich habe nie Angriffe gegen eine Rasse, eine ethnische Gruppe oder Religion erlaubt, ich habe sie nie unterschrieben, ich habe sie nie befohlen», sagte der Ex-Diktator. «Ich wollte keinen faschistischen Staat (...) Ich wollte ein Land mit Identität.»

Ermordung von 1771 Maya

Konkret wird Ríos Montt vorgeworfen, die Ermordung von mindestens 1771 Mitgliedern der Volksgruppe der Ixil-Maya im verarmten Departement Quiché im Norden des Landes angeordnet zu haben.

In seinem Schlussplädoyer machte er allerdings die linke Guerillaorganisation EGP für das Blutbad verantwortlich. «Und jetzt soll ich für den Völkermord bezahlen», sagte Ríos Montt.

Er habe sein Land lediglich vor der kommunistischen Gefahr beschützen wollen. «Meine Aufgabe als Staatschef war die Kursänderung einer Nation, die am Abgrund stand. Die Guerilla war vor den Toren des Nationalpalastes», sagte er.

Staatsanwaltschaft fordert 75 Jahre Gefängnis

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft für Ríos Montt eine 75-jährige Haftstrafe wegen Völkermordes gefordert. Ríos Montt habe die absolute Befehlsgewalt über die Armee gehabt, sagte Staatsanwalt Orlando López in seinem Schlussplädoyer am Mittwoch.

Der Ex-Machthaber muss sich seit Mitte März wegen der Massaker vor Gericht verantworten. Das Urteil wird in Kürze erwartet.

Der Prozess ist der erste Versuch einer juristischen Aufarbeitung der Verbrechen während des Bürgerkrieges in dem zentralamerikanischen Land, der von 1960 bis 1996 dauerte. Insgesamt wurden in dieser Zeit schätzungsweise 200'000 Menschen getötet. Mehr als hundert Angehörige der Opfer sagten vor Gericht als Zeugen aus.

 

(fajd/sda)

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