Olympiasieger auch Weltcupsieger
Guerdat: «Dieser Titel bedeutet mir sehr viel»
publiziert: Montag, 20. Apr 2015 / 15:09 Uhr
Ein überglücklicher Sieger: Steve Guerdat.
Ein überglücklicher Sieger: Steve Guerdat.

Steve Guerdat hat ein weiteres grosses Ziel erreicht. Nach Olympiagold 2012 in London gewann der 32-jährige Jurassier in Las Vegas mit Albführen's Paille auch den Weltcup der Springreiter.

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«Dieser Titel bedeutet mir sehr viel. Ich war schon dreimal auf dem Podium, aber noch nie ganz oben. Zweimal wurde ich beim Weltcupfinal Zweiter und habe den Triumph im Stechen verpasst. Diesmal war das Glück auf meiner Seite», sagte der Stilist aus Herrliberg, der mit seiner Franzosen-Stute Paille als erst dritter Schweizer Weltcupsieger wurde.

2001 triumphierte Markus Fuchs mit Tinka's Boy in Göteborg, 2007 Beat Mändli mit Idéo du Thot in Las Vegas. Damals sprang Guerdat mit Tresor als Dritter erstmals aufs Podest. In der Folge liess er sich den ersehnten Erfolg mit Nino des Buissonnets vor zwei Jahren in Göteborg und vor drei Jahren in 's-Hertogenbosch von Amerikanern jeweils im Stechen wegschnappen. 2013 stand ihm Beezie Madden vor der Nase, 2012 Rich Fellers, der vor dem Schlusstag mit seinem inzwischen 19-jährigen Flexible erneut zu Guerdats engsten Rivalen zählte.

Fellers und vor allem sein betagter Fuchs-Hengst hielten dem Druck am Schlusstag in den technisch anspruchsvollen und selektiven zwei Grand-Prix-Runden mit knapp bemessenen Zeitlimits nicht stand und rutschten noch in den 7. Schlussrang zurück. Aufs Podium stiegen dafür die Französin Pénélope Leprevost mit Vagabond de la Pomme als Zweite und der erst 19-jährige Ire Bertram Allen mit Molly Melone als Dritter. Die beiden wiesen in der Endabrechnung nach drei Finalprüfungen mit je neun Punkten nur einen einzigen Zähler mehr als Guerdat auf.

Krimi in der Schlussrunde

Der Romand zeigte in der Schlussrunde Nerven. Vor seinem letzten Ritt in der mit über 10'000 Zuschauern besetzten Arena hatte Guerdat nach Patzern seiner engsten Rivalen eine Reserve von neun Punkten. Er machte es aber mit seiner zwölfjährigen Fuchs-Stute Paille spannend. Der zuvor in vier Final-Durchgängen makellose Reiter scheiterte bereits am fünften Hindernis, am Einsprung zur Zweier-Kombination am Oxer. Er überflog danach fehlerfrei die tückische Dreierkombination und drückte aufs Tempo. «Go, go Steve», feuerte ihn sein Freund und Trainingskollege Martin Fuchs an. Guerdat steigerte die Kadenz nochmals, weil er wusste, dass die erlaubte Zeit knapp bemessen war. Er scheiterte wohl am letzten Hindernis, einem breiten Oxer, weil die Distanz nicht mehr stimmte, rettete aber 27 Hundertstel ins Ziel. Der ersehnte Weltcup-Triumph war Tatsache.

«Nach dem ersten Fehler, der mich überraschte, wusste ich, dass die Zeit knapp wurde. Dann ritt ich einfach nur noch vorwärts und gab Gas», sprudelte es aus dem überglücklichen Guerdat heraus. Der Sohn des französischen Equipenchefs Philippe Guerdat machte in der Spielerstadt Las Vegas auch gute Kasse. Für seinen Gesamtsieg strich er 172'500 Euro ein, insgesamt gab es für ihn in den Parcours 231'625 Euro.

Fuchs verpasste Ziel knapp

Mit dem 11. Gesamtplatz verpasste Martin Fuchs sein Ziel, eine Klassierung in den Top Ten, in seinem ersten Weltcupfinal knapp. Die erste GP-Runde absolvierte der 22-jährige Zürcher mit seinem Holsteiner PSG Future mit nur einem Abwurf beachtlich. Dann aber patzte der Sohn von Thomas Fuchs, der als Trainer sowohl Guerdat wie auch Martin betreute. Fuchs sammelte 13 Punkte und fiel vom 5. Zwischenrang nach dem zweiten Tag noch um sechs Positionen zurück. «Ich bin mit meinem ersten Weltcupfinal dennoch zufrieden, ausser mit der letzten Runde. Die haben wir verhauen. Las Vegas war für mich aber ein Riesenerlebnis. Ich konnte auch wertvolle Erfahrungen sammeln.»

Mit einer Enttäuschung endete der Final für Pius Schwizer. Der Routinier konnte mit seinem Oldenburger Toulago nie in die Entscheidung eingreifen. In jedem Parcours warf das Paar mindestens zwei Stangen in den Sand. So resultierte nur Platz 23. Für die Schlussrunde der besten 20 war der 52-Jährige nicht mehr startberechtigt.

(bg/Si)

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