Gute Chancen für ausgebüxten Affen Kelso
publiziert: Mittwoch, 29. Aug 2012 / 11:45 Uhr
Ausgebüxter Kapuzineraffe Kelso hat gute Chancen zu überleben.
Ausgebüxter Kapuzineraffe Kelso hat gute Chancen zu überleben.

Zürich - Der aus dem Zoo Zürich ausgebüxte Gelbbrustkapuzineraffe Kelso hat sehr gute Chancen, in der Wildnis zu überleben. Zoo-Direktor Alex Rübel macht sich diesbezüglich wenig Sorgen. Wichtig wäre Kelsos Rückkehr in den Zoo aber aus anderen Gründen.

Mehr Menschlichkeit für Tiere
1 Meldung im Zusammenhang
Kelso finde im Zürichbergwald ganz ähnliche Bedingungen vor wie im Zoo, sagte Rübel am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die grösste Gefahr drohe ihm von Wildtieren - Mardern oder Füchsen. Als Affe klettere er zwar gern in den Bäumen umher, komme aber durchaus auch auf den Boden hinunter.

Der junge Affe ist nicht an Feinde gewöhnt. Da seine Familie aber mit den Bären die Anlage teile, wisse er durchaus, «dass da noch etwas sein kann», so Rübel.

Die Suche nach Kelso ging auch am Mittwoch weiter, wie Rübel sagte. «Einzeln und ruhig» schritten Zoo-Mitarbeitende durch den Wald und hofften, den Ausreisser zu entdecken. Das sei aber wie die sprichwörtliche «Suche nach der Nadel im Heuhaufen». Die Zoo-Verantwortlichen vermuten, dass Kelso noch in der Nähe des Zoos ist.

Man versuche auch, den Affen mit Futter zu locken - aber «im Wald hat er ja genug». Allerdings gebe es durchaus Leckerbissen, die Kelso im Wald nicht finde.

Wer den Affen sichte, solle sofort den Zoo anrufen: 044-254 25 00 oder 077-421 19 03. «Wir kommen dann sofort», so Rübel. Das rund ein Kilo leichte und 25 Zentimeter lange Tier sei zwar nicht gefährlich für Spaziergänger. Man solle ihn aber nicht anfassen, falls man in seine Nähe komme.

Nach Sturz in den Graben

Kelsos Familie besteht aus sieben Tieren, so Rübel. Entwischt war der anderthalbjährige Affe schon am Montag, wie der Zoo am Mittwoch mitteilte. Er war in den Graben rund um die Anlage gefallen.

Zum Herausklettern benutzte er nicht die vorsorglich angebrachten Seile auf der Innenseite. Er kraxelte auf der Aussenseite hinaus und sprang schnurstracks in den nahen Wald.

Bereits als die ersten Gelbbrustkapuziner 1996 im Zoo Zürich Einzug hielten, hatte Kurator Robert Zingg erklärt, ihre hohe Intelligenz dürfte den Betreuern noch Kopfzerbrechen bereiten. Die Tiere bräuchten ein ausgefülltes Tagesprogramm.

Früher mit Schaustellern unterwegs

In ihrer Heimat Brasilien würden sie wegen ihrer Lebhaftigkeit und Zutraulichkeit gern als Haustiere gehalten. In Europa sah man sie früher als Begleiter von Schaustellern.

Gelbbrustkapuziner sind eine äusserst bedrohte Tierart, wie Rübel sagte. Sie gehören zu den drei am meisten gefährdeten Affenarten Lateinamerikas. Die Rodung riesiger Waldgebiete und die intensive Bejagung haben ihren Lebensraum bis auf einige von einander isolierte Restflächen schrumpfen lassen.

Heute leben im Zoo Zürich zwei Familien. Eine in der Pantanal-Anlage und eine bei den Bären. Auch andere europäische Zoos züchten die possierlichen Affen, die alle Eigentum der brasilianischen Naturschutzbehörde IBAMA sind. Ziel ist es, sie gruppenweise wieder in ihrer Heimat auszuwildern. Bisher geschah dies laut Rübel allerdings noch nie.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Eine Giraffe, die aus einem Zirkus im norditalienischen Imola entflohen ist, hat am Freitag Panik in der Stadt ... mehr lesen
Eine Giraffe entflieht einem Zirkus und stirbt nach einer turbulenten Flucht. (Symbolbild)
Mehr Menschlichkeit für Tiere
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere
«Das Schlupfloch der Wissenschaft wurde stark eingegrenzt.»
«Das Schlupfloch der Wissenschaft wurde ...
Internationale Walfangkommission  Portoroz - Japan kann in Zukunft nicht mehr so leicht Wale erlegen wie bisher. Die Internationale Walfangkommission (IWC) beschloss am Donnerstag, Tokio müsse sein umstrittenes Fangprogramm zunächst den IWC-Wissenschaftlern vorlegen, die es auf seine Stichhaltigkeit prüfen. 
Japan erlegt 115 Wale im Pazifik Tokio - Rund vier Monate nach einem Urteil des Internationalen Gerichtshofs zum ...
Von den über 350 Tieren fehlten rund 100. (Symbolbild)
Im Oberwallis  Sitten - Die Suche nach den mutmasslich gestohlenen Schafen der seltenen Rasse Saaser Mutten wird bis ins italienische Grenzgebiet ausgeweitet. Bei ...  
Nicht einfach zwei Afrikaner - Zwei Menschen in Not, gezwungen in ein unwürdiges Leben.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Der neue Irakische Premier Al-Abadi: Die Lösung der politischen Ursachen des IS ist seine grösste Aufgabe.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Ma Shaohua als Deng Xiaoping in «Am Scheideweg der Geschichte» auf der CCTV1-Website: History Doc und politische Pilcher.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Vereinsversammlung: Dank klarer Statuten Zweck, Rechte und Verantwortlichkeit definiert. Etwas, dass den Religionsgemeinschaften schmerzlich fehlt.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland ein.
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
Seite3.ch
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 13°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 14°C 20°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
St.Gallen 15°C 22°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 15°C 22°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Luzern 15°C 24°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 16°C 23°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Lugano 17°C 22°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten