Plagiatsvorwürfe zurückgewiesen
Guttenberg verzichtet vorübergehend auf Doktortitel
publiziert: Freitag, 18. Feb 2011 / 12:28 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Feb 2011 / 17:55 Uhr
Karl-Theodor zu Guttenberg: Wie geht es weiter?
Karl-Theodor zu Guttenberg: Wie geht es weiter?

Berlin - Der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nennt sich vorläufig nicht mehr Doktor. Der CDU-Politiker räumte Fehler in seiner umstrittenen Dissertation ein, wies den Plagiatsvorwurf aber «mit allem Nachdruck» von sich.

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Guttenberg sagte am Freitag in einer in Berlin vor wenigen Journalisten verlesenen Erklärung, er werde seinen Doktortitel bis zum Abschluss der Untersuchungen durch die Universität Bayreuth nicht mehr verwenden.

Anschliessend wolle er den Titel aber wieder führen. Der CSU-Politiker gab zu, seine Arbeit enthalte «fraglos Fehler», darüber sei er selbst «am unglücklichsten». Er habe aber nicht «bewusst getäuscht». Einen Rücktritt lehnte der CSU-Politiker ab.

Der 39-Jährige hatte vor vier Jahren seine Dissertation bei der Universität Bayreuth abgeliefert. Er war ein Jahr später mit der Bestnote Summa cum laude promoviert worden. 2009 erschien die Arbeit über «Verfassung und Verfassungsvertrag» in der EU und in den USA in einem Fachverlag. Auf den 475 Seiten soll er fremde Texte übernommen haben, ohne die Quelle zu zitieren.

Die Universität Bayreuth prüft die Vorwürfe und erwartet eine Stellungnahme Guttenbergs binnen zwei Wochen. Inzwischen ging auch eine Strafanzeige wegen des Vorwurfs eines Verstosses gegen das Urheberrechtsgesetz ein.

Kritik von links - Unterstützung durch Union

Die Grünen nannten die Erklärung Guttenbergs unzureichend und kündigten an, den Vorgang im Bundestag zur Sprache bringen zu wollen. Vertreter von SPD und Linken erhoben erneut Rücktrittsforderungen.

In der Union erhielt der Verteidigungsminister indes Rückendeckung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte sich hinter ihren Minister. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte im Deutschlandfunk, er habe dessen Doktorarbeit gelesen. Die Unterstellung, die ganze Arbeit sei abgeschrieben, werde dieser nicht gerecht, sagte der CDU-Politiker.

Unterdessen berichtete die «Berliner Zeitung», dass Guttenberg sogar Passagen aus der Hausarbeit eines Studienanfängers übernommen hat. Demnach finden sich gleich auf mehreren Seiten in Guttenbergs Dissertation Textstellen einer Grundkurs-Hausarbeit vom März 2003. Der Dozent Dieter Löcherbach hatte dem Bericht zufolge die Hausarbeit anonymisiert als gelungenes Beispiel online gestellt.

(bert/sda)

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Wer noch alles . . .?
Wäre mal interessant zu wissen, wer von der sog. Elite seine Diss überhaupt noch selber geschrieben hat. Man würde staunen. Dumm nur, wenn es diese Scheinkönner damit auch noch in die höchsten Gremien schaffen. Nur irgendwann trennt sich die Spreu vom Weizen, dann sieht man den Unterschied zwischen dem der denkt und dem der nur studiert.
Verschwörungsteoretiker
Ich glaube, dass er von vornherein zum Baueropfer bestimmt war. Kann mir jemand erklären wie jemand mit dieser Geschichte ins Parlament kommt.

Was mich immer mehr nervt, ist dass man den Kriegsminister Verteidigungsminister nennt.

Nochmals so gross ist die BRD auch nicht, dass sie ihre Grenzen in Afghanistan verteidigt.

Bitte lesen.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/der-...
Hexenjagd à la Germany
Tja, Sarrazin ist erledigt, next Opfer please!

Da kommt Guttenberg, neuestens auch Googleberg genannt, natürlich gerade recht.

Ein politischer Senkrechtstarter, der der Opposition von Anfang an ein Dorn im Auge war.
Seit praktisch von Anbeginn an, wurde auf Guttenberg eingehauen.
Merkel hat Guttenberg ins Verteidigungsdepartement gesetzt, was erstens niemand begreifen konnte, zweitens wohl Kalkül war um Guttenberg nicht zu schnell zu beliebt und mächtig innerhalb der Partei werden zu lassen.

Guttenberg ist wahrscheinlich politisch vorläufig erledigt. Deutschland hat eine Kultur vom Kaputtmachen von politischen Stars.

Dabei spielt es keine Rolle ob jetzt dieser Doktortitel "erschlichen" war oder nicht.
Man stelle sich das mal hier in der Schweiz vor. Das würde ja höchstens für Schmunzeln sorgen.

Hier kann man als Politiker verbrechen was man will, man kommt damit durch. Siehe Calmey-Rey und Merz.
Ein Merz wäre in Deutschland schon lange gehängt worden.

Mit Guttenberg weg vom Fenster muss man befürchten, dass Merkel noch die Amtszeit von Kohl übertefen könnte.
Denn wer sonst ist da noch?
Und von der Oppostition kann man eh nichts vernünftiges mehr erwarten.
.
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