H&M-Strategie für die US-Wahlen
publiziert: Mittwoch, 5. Sep 2012 / 09:44 Uhr
Wie nervige Mütter, die flammende Plädoyers für banale Söhne halten: Anne Romney, Michelle Obama
Wie nervige Mütter, die flammende Plädoyers für banale Söhne halten: Anne Romney, Michelle Obama

Letzte Woche war es die an MS erkrankte Multimillionärin Ann, diese Woche die sportgestählte Michelle. Beide Frauen sollten die Gefühlstreppen bilden, an welchen ihre Ehemänner heraufschreiten konnten. Beiden Frauen ist der Job gut gelungen. Sie redeten so langsam und deutlich wie eine Kindergärtnerin zu Vierjährigen und trafen damit perfekt den amerikanischen (TV)Geschmack.

4 Meldungen im Zusammenhang
Sie erzählten nette Anekdoten aus dem Leben ihrer Prinzen, immer schön mit etwas Humor und Realismus geschmückt, so dass es zwar immer noch völliger Kitsch, aber immerhin wirklichkeitsnaher Kitsch war.

Beide erinnerten mich an die nervigen Mütter, die vor dem Schulhausdirektor flammende Plädoyers für ihre unglaublich banalen Söhne halten. Von Politik redete keine der möchtegern- oder amtierenden First Ladies, weshalb auch? Viele US-Amerikanischen Bürger interessieren sich eh nicht für Politik, sondern amüsieren sich lieber vor dem Bildschirm. Vollgestopft mit Popcorn, das aus genmanipulierten Monsanto-Saatgut stammt.

Beide Gattinnen riefen in mir eine Wut hervor, die mich selber erstaunte. Die Tatsache, dass im Jahr 2012 die einzige Aufgabe einer studierten Elite-Juristin Obama darin besteht, zwei Töchter aufzuziehen, ihre Oberarme zu pflegen, ab und zu den Garten im Weissen Haus umzupflügen und bei Luncheons in netten Designerkostüms Charity-Work anpreisen, ist ...vernichtend.

Haben dafür die ersten Frauen- und Bürgerrechtlerinnen in den USA gekämpft? Dass eine schwarze, gutaussehende Frau über ihren Ehemann so schwärmt wie eine Mutter über ihren Erstgeborenen? Dass eine hochintelligente Frau keine Sätze sprechen darf, die mehr als 7 Wörter lang sind? Dass sie die Wiederwahl eines Mannes anpreist, der die Chance des Jahrhunderts auf unser aller Kosten verpasst hat? Der die Finanzhaie der Wall Street an der Macht gehalten hat, so dass sie uns mittlerweile langsam verbluten lassen während sie unsere Kinder genüsslich wegfressen (Stichwort Perspektivenlosigkeit für Jugendarbeit)?

Noch deprimierender als diese grundlegende Verletzung des menschlichen Verstandes ist das Storytelling der sogenannt aufgeklärten Journalisten um diese ekelhafte Wahlposse. Kein einziger Artikel, kein einziger Beitrag, keine einzige Expertin beschäftigt sich mit der verheerenden Wirkung von First Ladies, die alle westlichen Frauen daran erinnern, welche letzten Frauen wir eigentlich sind.

Angesichts der Perversion, reallebendige Ehefrauen für ihre untalentierten Ehemänner zu instrumentalisieren, plädiere ich für die H&M-Strategie. Der schwedische Gigant benutzt konsequent nur noch virtuelle Models. Weshalb also keine Stepford Wives für künftige US-Wahlen? Zwei Fliegen auf einen Streich wären damit erledigt: Die Frauen wüssten, dass First Ladies alle programmiert sind und auch schwule Kandidaten könnten die in den USA so karrierefördernde Ehefrau vorweisen.

Den Unterschied zwischen Sprechpuppe und echter Gattin merkt mit der Zeit eh niemand mehr. Schliesslich sind auch die Unterschiede virtuell-real bei den H&M-Models für mich nicht wirklich erkennbar. Die Puppen sehen alle gleich aus - ob mit oder ohne Blut.

(stä/news.ch)

?
Facebook
SMS
SMS
4
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 4 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Charlotte - Die US-Demokraten haben Barack Obama offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten ... mehr lesen 1
Präsident Barack Obama stellt sich der Wiederwahl.
Charlotte - Mit einer emotionalen Rede über ihre persönliche Familiengeschichte hat sich die First Lady Michelle Obama für die ... mehr lesen
Charlotte - US-Präsident Barack Obama will den von ihm eingeschlagenen Kurs in einer möglichen zweiten Amtszeit ... mehr lesen
Obama will eingeschlagenen Kurs in zweiter Amtszeit fortsetzen.
Der konservative Parteitag in Tampa Florida.
Tampa - Mitt Romney geht nun offiziell ins Rennen um das Weisse Haus: Der ... mehr lesen
Ich würde das
nicht allzu persönlich nehmen. Mir sind auch schon Beiträge gelöscht worden. Ab und zu weiss ich selber, weshalb, in anderen Fällen fände ich eine Mail Nachricht der Redaktion mit kurzer Begründung nicht unangebracht. Ansonsten schliesse ich mich der Meinung von JasonBond an.
Nicht so sensibel
Also wegen dieser Hupfdohle hier nicht mehr zu posten wäre ja wirklich blöd.
Im Gegenteil, weiterhin bissige kritische Kommentare posten. Jetzt erst recht.

Oder halt hirnverbrannten immer gleichen Bockmist posten wie es der Zombie tut. Dies wird offenbar geduldet auf news.ch
Zensur
Grandios, mein Beitrag wurde einfach wieder gelöscht. Die Kolumnistin selbst darf aber ungestraft jeglichen ’Stuss’ schreiben.

Freie Meinungsäusserung?

Meine Konsequenz: Die Seite ’news.ch’ habe ich aus meinem Gedächtnis gelöscht. Somit muss ich mich auch nicht mehr über die verbohrte Emanze ärgern.
Die Kolumnistin auswechseln
So naiv kann nur eine verblendete Emanze schreiben.

Sollen denn die ’First Ladies’ politische Reden halten, mit welchen sie dem Präsidenten oder dem Möchtegern möglicherweise in den Rücken fallen?

Politik in den USA ist personifiziert. Warum wohl wurde der Vorgänger von Obama 2 x gewählt? Etwa wegen seiner politischen Fähigkeiten?

Ein besseres Thema, um gegen jemanden zu wettern, wäre die Kolumne von Hollstein: http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/12596/die-ungestellte.... Da könnte Stämpfli ihrem Aktivismus freien Lauf lassen.

Die Wahl und die Politik in Amerika haben andere Gesetze, welche wegen der naiven Vorstellung der Kolumnistin nicht anders werden.

Warum muss übrigens Stämpfli ihren Senf zu jedwelchem Thema geben? Eine neue Kolumnistin würde frischen Wind bringen und nicht das ewige Reduzieren auf die Geschlechterfrage; mit und ohne vulgäre Ausdrücke.
Der böse Bot bei der Arbeit: Ausstellung der !Mediengruppe Bitnik
Der böse Bot bei der Arbeit: Ausstellung der ...
Die Schweizer !Mediengruppe Bitnik liess im Darknet für eine Kunstaktion shoppen. Das «liess» ist in diesem Fall relevant, denn es handelte sich um ein Computerprogramm. Das «böse böse» Programm heisst Bot und wurde von den Schweizer Behörden verhaftet. mehr lesen 
«Hurra, die Schweizer kommen!» titelte «Die Welt» mit ironischem Unterton am Tag nach dem Raketenstart des Schweizer Frankens. Die Illustration zum Artikel war: «Durch diese Einkaufsgasse wird er kommen. Der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell geht shoppen mit Sohn Walter.» mehr lesen   2
Ein zeitloser Klassiker.
Typisch Schweiz Die SBB-Bahnhofsuhr Die bekannteste Schweizer Uhr ist weder Swatch noch Rolex sondern die ...
Black Tiger (links) vs. Coco Rojo (rechts).
Shopping Lucha Libre & Wrestling Masken Halb Sport, halb Religion ist Lucha Libre populär nicht nur in Lateinamerika, sondern auch immer mehr im Rest der Welt. Die Masken spielen im Gewalt-Theater eine wichtige ...
Facebook beisst nicht.
Jürg Zentner gegen den Rest der Welt.
Jürg Zentner
Der böse Bot bei der Arbeit: Ausstellung der !Mediengruppe Bitnik
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Amoy-Gardens-Appartements in Hongkong: SARS durch Lüftung und Abwasserrohre.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
China Daily: «Was um Himmels Willen sind die Grenzen zwischen Respekt für Religionen und der Pressefreiheit?
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Der zu 1000 Peitschenhieben verurteilte Blogger Raif Badawi: Nur Staatsreligionen sind zu solchen Urteilen fällig.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich -2°C 0°C bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, Schneefall
Basel -2°C -1°C bedeckt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall
St.Gallen 0°C 2°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen stark bewölkt, Schneefall stark bewölkt, Schneefall stark bewölkt, Schneefall stark bewölkt, Schneefall stark bewölkt, Schneefall
Bern 1°C 4°C bedeckt, starker Regen bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall
Luzern 1°C 4°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Genf 3°C 6°C bedeckt, Gewitter, Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Lugano 1°C 7°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten