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H1N1-Virus: «Keine Küsschen, kein Händeschütteln»
publiziert: Donnerstag, 23. Jul 2009 / 11:01 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Jul 2009 / 13:32 Uhr

Im schlimmsten Fall rechnet der Bund im Herbst mit 1.5 Mio. Schweizerinnen und Schweizern, die sich mit dem H1N1-Virus anstecken. Einfache Hygienemassnahmen wie etwa gründliches Händewaschen, der Verzicht auf Händeschütteln und Küsschen und das Arbeiten von zu Hause, sollen die Ausbreitung der Grippe des Typs A (H1N1) verlangsamen. Das Bundesamt für Gesundheit appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen.

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Weiterführende Links zur Meldung:

Pandemische Grippe (H1N1) 2009
Das Bundesamt für Gesundheit bietet Informationen für die Bevölkerung und Betriebe zur Bekämpfung der anrollenden H1N1-Epidemie.
bag.admin.ch

Massnahmen zum Selbstschutz (Quelle BAG)

- Wer Grippesymptome verspürt, muss bis 1 Tag nach Abklingen der Symptome unbedingt zu Hause oder im Hotelzimmer bleiben. So lässt sich die Verschleppung der Krankheit vermeiden.

- Grippepatienten sollen Personen, mit denen sie während oder 1 Tag vor der Krankheit enge Kontakte hatten (unter 1 Meter Abstand), über ihre Erkrankung informieren und ihnen empfehlen, den eigenen Gesundheitszustand aufmerksam zu beobachten.

- Wer trotz Grippe das Haus verlassen muss (etwa für einen Arztbesuch), soll eine Maske tragen, um die Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden.

- Gesunde Personen schützen sich am besten vor einer Ansteckung, indem sie regelmässig und gründlich die Hände mit Seife waschen und bei der Begrüssung auf Händeschütteln, Küsschen und Umarmungen verzichten.

- Beim Niesen oder Husten ist ein Taschentuch zu verwenden. Anschliessend die Hände waschen. Wer kein Taschentuch zur Hand hat, niest oder hustet in die Armbeuge.

- Zu Personen mit Grippesymptomen ist - wenn immer möglich - ein Abstand von 1 Meter einzuhalten

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur pandemischen Grippe (H1N1) 2009

Was ist die pandemische Grippe (H1N1) 2009 und wie überträgt sie sich?

Die neue Grippe wird durch einen neuartigen Virusstamm des Subtyps A(H1N1) verursacht. Das neuartige Virus trägt Gensegmente aus zwei Schweineviren, einem Geflügelvirus und einem Menschenvirus in sich. Deshalb kam es zum Übernamen «Schweinegrippe».

Zwar erkranken auch Schweine immer wieder an Grippe; die «normalen» Schweinegrippe-Viren werden aber nur sehr selten auf Menschen übertragen – und wenn doch, verbreiten sie sich nachher nicht von Mensch zu Mensch weiter.

Das in Mexiko neu aufgetauchte Virus hingegen überträgt sich leicht von Mensch zu Mensch: über Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen oder durch Berührung verunreinigter Oberflächen (etwa der Hände beim Händeschütteln).

Ab wann und wie lange ist eine erkrankte Person ansteckend?

Bei Grippeerkrankungen sind die betroffenen Personen schon vor dem Ausbruch der Krankheit ansteckend, also einen Tag bevor die Symptome auftreten. Ein Erwachsener kann das Virus noch drei bis sieben Tage nach Ausbruch der Krankheit weitergeben, Kinder sind jedoch häufig viel länger ansteckend.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Es ist wichtig, sich häufig die Hände mit Seife zu waschen – und die eigenen Augen, Nase oder Mund möglichst selten zu berühren. Denn das Virus wird auch übertragen, wenn Personen eine verunreinigte Oberfläche (etwa eine Türklinke, einen Tisch oder eine fremde Hand) berühren und die verseuchten Hände danach an die eigenen Augen, die Nase oder den Mund führen.

Studien haben gezeigt, dass das Virus einige Stunden auf solchen Oberflächen überdauert und noch ansteckend sein kann. Wer husten oder niesen muss, sollte sich unbedingt Mund und Nase mit einem Wegwerftaschentuch bedecken – oder zur Not in die Armbeuge niesen.

Wer in eine Region mit erhöhtem Expositionsrisiko reist oder dort lebt, sollte auf Händeschütteln oder Umarmungen zur Begrüssung verzichten und sich Menschen, die selbst Grippesymptome zeigen, nicht unnötig nähern (es sollte ein Abstand von mindestens 1 Meter eingehalten werden).

Zudem empfiehlt es sich, von der Schweiz Hygienemasken mitzunehmen (chirurgische Masken Typ II und IIR, im Detailhandel erhältlich). Welche Regionen von der pandemischen Grippe (H1N1) 2009 betroffen sind, erläutert der aktuelle Situationsbericht des Bundesamts für Gesundheit.

Was ist die beste Technik beim Händewaschen? Was soll ich tun, wenn kein warmes Wasser vorhanden ist?

Man sollte sich die Hände mit warmem Wasser und Seife während mindestens 20 Sekunden gründlich waschen. Dabei ist es wichtig, dass man die Hände gut aneinander reibt und auch die einzelnen Finger, die Haut in den Zwischenräumen sowie die Daumen wäscht. Wenn Wasser und Seife fehlen oder nur schwierig zu erhalten sind, so kann man stattdessen ein geeignetes Desinfektionsmittel für die Hände benutzen.

Gibt es bei der pandemischen Grippe (H1N1) 2009 besonders gefährdete Personen?

Über die Verteilung der Fälle auf bestimmte Altersgruppen kann bislang noch wenig gesagt werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass an der pandemischen Grippe (H1N1) 2009 Menschen aus jeder AIterskategorie erkranken können. Besonders häufig betroffen sind Kinder, 4/6 Jugendliche und junge Erwachsene. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei:

- Personen mit chronischen Krankheiten (vor allem mit Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen, mit Stoffwechsel- oder Nierenleiden)

- Schwangeren Frauen

- Kleinkindern

Wie soll ich mich verhalten, wenn ich schwanger bin und Grippesymptome feststelle?

Schwangere Frauen, die an Grippesymptomen leiden und mit dem A(H1N1)-Virus in Berührung gekommen sein könnten, sollten unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin anrufen. Dieser (diese) ist über die Symptome und mögliche Gründe der Ansteckung zu informieren. Der Arzt (die Ärztin) wird das weitere Vorgehen regeln.

Bei schwangeren Frauen besteht ein gewisses Risiko, dass die pandemische Grippe (H1N1) 2009 zu Komplikationen führt. Deshalb ist es wichtig, dass Schwangere rasch eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Allerdings sollten sie sich nicht ohne Voranmeldung in die Praxis oder in die Notfallstation des Spitals begeben, da sonst die Gefahr besteht, dass sie im Wartezimmer andere Personen infizieren.

Die wichtigsten Hygienemassnahman

1. Waschen Sie sich regelmässig und gründlich die Hände mit Wasser und Seife.

2. Halten Sie sich beim Husten oder Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase.

Wenn Sie kein Taschentuch zur Verfügung haben: Halten Sie die Hand vor Nase und Mund und waschen Sie sich gleich darauf die Hände mit Wasser und Seife oder halten Sie Ihren Arm vor Nase und Mund.

3. Entsorgen Sie das Papiertaschentuch nach Gebrauch in einem Abfalleimer und waschen Sie sich danach die Hände.

Risikoländer: Nord-, Süd- und Zentralamerika, Karibik, Australien, Neuseeland, Thailand, Singapur, Grossbritannien, Spanien

Das BAG hat eine Hotline eingerichtet. Während Bürozeiten erhalten Sie unter der Nummer ++41 (0)31 322 21 00 Auskunft.

(klan/news.ch)

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