Frankreich schliesst Botschaften
Hacker-Angriff nach Mohammed-Satire
publiziert: Mittwoch, 19. Sep 2012 / 13:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Sep 2012 / 14:42 Uhr
Charlie Hebdo macht immer wieder mit provokanten Frontseiten von sich reden.
Charlie Hebdo macht immer wieder mit provokanten Frontseiten von sich reden.

Dschalalabad - Am Tag der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im französischen Satire-Blatt «Charlie Hebdo» haben Hacker den Online-Auftritt der Zeitschrift lahmgelegt. Die Seite war am Mittwochmorgen für Stunden nicht erreichbar.

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Bislang sei es nicht gelungen, wieder online zu gehen, sagte eine Sprecherin des Blattes der Nachrichtenagentur dpa. Die Facebook-Seite wurde ebenfalls attackiert, sie konnte nach einiger Zeit aber wieder aufgerufen werden.

Ungeachtet der weltweiten Proteste gegen den Mohammed-Schmähfilm aus den USA hatte «Charlie Hebdo» am Mittwoch neue, teils derbe Karikaturen des Propheten veröffentlicht. Die sozialistische Regierung hatte daraufhin zur «Verantwortung» aufgerufen und vor «Provokation» gewarnt.

Frankreich schliesst mehrere Botschaften

Am Freitag wird Frankreich aus Angst vor gewaltsamen Angriffen wegen der Veröffentlichung die französischen Botschaften und Schulen in rund 20 Ländern schliessen. Auch französische Konsulate und Kulturzentren sollten in den betroffenen Ländern geschlossen bleiben.

Das teilte das französische Aussenministerium am Mittwoch mit. Die Regierung sprach von einer «Vorsichtsmassnahme». Befürchtet werden offenbar Ausschreitungen nach den Freitagsgebeten in muslimischen Ländern. Es gebe aber keine konkrete Bedrohung für einzelne französische Einrichtungen, sagte ein Ministeriumsvertreter.

Sicherheitsvorkehrung verstärkt

Frankreich hat wegen der Veröffentlichung ausserdem die Sicherheitsvorkehrung für seine Botschaften verstärkt. Der französische Aussenminister Laurent Fabius wies die Vertretungen an, «besondere Sicherheitsvorkehrungen» zu treffen.

Dies betreffe alle Länder, in denen die Veröffentlichung zu Problemen führen könne, sagte Fabius am Mittwoch dem Sender France Info. Es sei nicht «intelligent», zum jetzigen Zeitpunkt «Öl ins Feuer zu giessen», kritisierte Fabius das betreffende Blatt.

(bert/sda)

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