Haftbefehle gegen Schläger von Potsdam
publiziert: Freitag, 21. Apr 2006 / 22:21 Uhr / aktualisiert: Samstag, 22. Apr 2006 / 00:26 Uhr

Potsdam - Die zwei Tatverdächtigen des rassistischen Überfalls auf einen Deutschen äthiopischer Herkunft in Potsdam sind in Untersuchungshaft.

Innenminster Wolfgang Schäuble will noch nicht an ein ausländerfeindliches Motiv glauben.
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Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat Haftbefehle wegen versuchten Mordes erlassen. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen seien die 29 und 30 Jahre alten Männer «dringend verdächtig», in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags ihr Opfer brutal zusammengeschlagen zu haben, hiess es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft. «Die Beschuldigten haben die Tat bestritten.» Generalbundesanwalt Kay Nehm geht von einem fremdenfeindlichen Tatmotiv aus.

Tonaufzeichnung im Internet

Der dringende Tatverdacht beruht laut Bundesanwaltschaft auf der Aufzeichnung eines Gesprächsteils zu Beginn des Überfalls auf einer Telefon-Mailbox und der vorausgegangenen, von der Ehefrau des Opfers mitgehörten Äusserung «Sollen wir Dich wegpusten?» eines der beiden Täter. Das Opfer, ein 37 Jahre alter Familienvater, schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Er konnte bislang nicht vernommen werden. Erneut versammelten sich in Potsdam rund 4000 Menschen, um ihre Solidarität zu zeigen. Oberbürgermeister Jann Jakobs rief bei der Kundgebung unter dem Motto «Potsdam bekennt Farbe» die Bürger zu Zivilcourage auf. «Wir stellen uns der Gewalt und dem Hass entgegen.»

Alltägliche Bedrohungen

Die alltäglichen Ausgrenzungen, Beleidigungen und Bedrohungen, von denen Bürger anderer Hautfarbe berichteten, «dürfen wir nicht akzeptieren», sagte Jakobs. Die beiden Verdächtigen waren am Donnerstagabend festgenommen und am Freitag mit dem Helikopter zum Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshof nach Karlsruhe gebracht worden. Dort wurden sie den ganzen Nachmittag über verhört. Ihnen drohen lebenslange Haftstrafen.

Rechtsextremistische Gesinnung?

Laut Bundesanwaltschaft handelt es sich um deutsche Staatsangehörige. Die beiden Männer werden verdächtigt, am Sonntagmorgen das Opfer brutal zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Bundesanwaltschaft sieht «erhebliche Verdachtsmomente», dass die Tat «aus Ausländerhass und auf der Grundlage einer rechtsextremistischen Gesinnung» begangen wurde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin, sie würde sich sehr freuen, wenn die Schuldigen schnell zur Rechenschaft gezogen würden. Damit solle deutlich werden, dass Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikale Gewalt in Deutschland absolut verurteilt würden.

Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble hatte Zweifel an einem fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat angemeldet. «Wir wissen die Motive nicht, wir kennen die Täter nicht. Wir sollten ein wenig vorsichtig sein.» Ähnlich hatte sich Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bereits am Vortag geäussert.

(ht/sda)

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