Auseinandersetzung mit israelitischer Kultusgemeinde
Haider bringt mit antisemitischer Äusserung Regierung in Bedrängnis
publiziert: Donnerstag, 15. Mrz 2001 / 13:45 Uhr

Wien - Der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider hat mit antisemitischen Äusserungen gegen den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Ariel Muzicant, die rechtskonservative Wiener Regierung in Bedrängnis gebracht.

Stein des Anstosses war eine Verbalattacke des ehemaligen Chefs der an der Regierung beteiligten Freiheitlichen (FPÖ) vor zwei Wochen gegen Muzicant. Dieser habe «Dreck am Stecken», obwohl er den Namen eines Waschmittels trage, hatte Haider in einer Rede gesagt.

Nun gerät die rechtsgerichtete Regierung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel immer stärker unter Druck, weil sie sich von Haiders Äusserung nicht in aller Form distanziert hat. Nach Politikern der oppositionellen Sozialdemokraten und Grünen übte am Mittwoch auch der österreichische EU-Kommissar Franz Fischler scharfe Kritik an der Wiener Regierung.

«Schon gegenüber einem auch nur aufkeimenden Antisemitismus muss es eine klare Absage geben», verlangte Fischler, der Schüssels konservativer Volkspartei (ÖVP) angehört, in einem Interview der Tageszeitung «Der Standard». Ansonsten könnte neuerlich ein «schiefes Bild von Österreich» entstehen, warnte Fischler. Haiders Äusserungen über Muzicant seien «völlig unakzeptabel».

Auch das US-Aussenministerium kritisierte am Mittwoch Haider. «Wir nehmen Herrn Haider beim Wort, dass seine Partei Programme und Gedankengut der Nazis verabscheut», hiess es in einer von der US- Botschaft in Wien veröffentlichten Erklärung. Ariel Muzicant selbst hat gegen Haider Klage eingereicht. Zugleich hat er Schüssels Regierung vorgeworfen, sie strebe die «Liquidierung» der hoch verschuldeten jüdischen Gemeinde in Wien an. Zuvor hatte Schüssel neuen Forderungen Muzicants nach Entschädigung für die von den Nazis an den Wiener Juden begangenen Verbrechen eine Absage erteilt. Muzicant hatte im Februar einer zwischen Österreich und den USA vereinbarten Entschädigung von jüdischen Naziopfern seine Zustimmung verweigert. Demnach soll Österreich 500 Mio. Dollar an Wiedergutmachung leisten. Haider, der nach eigenen Angaben über Informationen verfügen will, die Muzicant als Immobilienspekulanten belasten sollen, zeigt sich von der Kritik an seiner Person unbeeindruckt. Seine Bemerkungen über den israelitischen Präsidenten seien nicht antisemitischer Natur gewesen, sagte er dem Magazin «News» (Donnerstagausgabe). «Wenn ich tatsächlich antisemitische Äusserungen gemacht hätte, dann hätte das Schüssel sicher verurteilt», sagte er zur Begründung.

(sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -2°C 3°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel -3°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen -1°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern -3°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern -2°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 0°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 1°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten