Versöhnungsabkommen zugestimmt
Hamas und Fatah erzielen Durchbruch
publiziert: Mittwoch, 27. Apr 2011 / 19:35 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Apr 2011 / 20:50 Uhr
Die Hamas wollen sich endlich mit Fatah versöhnen.
Die Hamas wollen sich endlich mit Fatah versöhnen.

Kairo - Die tief zerstrittenen Palästinenser-Gruppen Fatah und Hamas haben sich überraschend auf die Bildung einer Einheitsregierung und Wahlen geeinigt. Beide Seiten hätten erste Absichtserklärungen unterzeichnet und alle Streitpunkte geklärt, teilten Vertreter beider Seiten am Mittwoch mit.

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Der Durchbruch wurde in Ägypten erzielt. Vertreter beider Seiten würden womöglich bereits in Kürze nach Kairo zur Unterzeichnung eines Versöhnungsabkommens eingeladen, erklärte der ägyptische Geheimdienst, der zwischen den Gruppen vermittelt hatte.

Demnach erklärten die Verhandlungsführer von Fatah und Hamas, alle umstrittenen Themen seien gelöst. Dazu zählten Sicherheitsvorkehrungen, die Reform der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) - damit die Hamas dieser beitreten könne - und die Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung.

Die Übergangsregierung solle bereits in den kommenden Tagen gebildet werden und für den Gazastreifen und das Westjordanland zuständig sein, hiess es weiter. Binnen eines Jahres sollen Wahlen stattfinden.

2010 war bei Verhandlungen in Ägypten eine ähnliche Vereinbarung unterschriftsreif. Die Hamas zog sich dann aber zurück.

Hoffnungen geweckt

Dennoch weckt die Einigung neue Hoffnungen auf ein Wiederbeleben des festgefahrenen Friedensprozesses mit Israel. Eine Aussöhnung zwischen den beiden Palästinenser-Gruppen gilt als entscheidende Voraussetzung dafür.

Einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen der Hamas und der Fatah ist die Frage, wie der jahrzehntelange Konflikt mit Israel beigelegt werden soll. Die gemässigtere Fatah, die das Westjordanland kontrolliert, ist für Friedensverhandlungen. Die radikalislamische Hamas im Gazastreifen lehnte dies bislang ab.

Netanjahu reagiert negativ

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte negativ auf die Annäherung der beiden Gruppen. Die Palästinenserbehörde von Präsident Mahmud Abbas müsse «zwischen einem Frieden mit Israel oder einem Frieden mit der Hamas wählen», sagte er nach Angaben seines Büros.

Die Fatah war bis zum Wahlsieg der Hamas 2006 die wichtigste Palästinenser-Gruppe. Die Beziehungen mit der Hamas verschlechterten sich nach den Wahlen dramatisch. Nach einem blutigen Machtkampf hatte die Hamas mit Gewalt die alleinige Kontrolle im Gazastreifen übernommen.

(bg/sda)

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Horrorszenario
Fatah und Hamas bilden eine Regierung und nächstes Jahr gibt es Wahlen.
Phuu....das muss der absolute Horror und Albtraum für Netanjahu sein.
Deshalb hat er ja auch umgehend versucht, die Hamas gleich wieder negativ zu beeinflussen, dass diese dann (wieder) abspringt von solchen Abmachungen.

Mann muss sich das vorstellen, die verfeindeten Parteien "vereint" und Wahlen.
Ist etwa so als würde die SVP zähneknirschend akzeptieren, dass die SP den Kapitalismus überwinden will und mit ihr zusammenspannen würde.

Sollte es tatsächlich so weit kommen und sollte die Hamas tatsächlich so weit sein einen längeren "Frieden" mit Fatah einzugehen, sähe es für Netanjahu sehr düster aus. Obwohl dieser die nächsten Wahlen ja wohl auch kaum überleben wird, für so dumm halte ich die Israeli dann doch nicht.

Aber Netanjahu wird schon wissen wie er dies verhindern kann, der Mossad wird schon irgendwas richten um die Hamas genug zu provozieren wieder mit der Fatah zu brechen, oder man hofft auf eine weitere Bombe in Jerusalem damit man nochmals ein paar Wochen/Monate Gaza bombardieren kann.

Das wäre ja noch, wenn die Palästinenser im zweiten Anlauf eine "Regierung" zusammenbringen könnte, die funktioniert. So was passt Bibi kaum in den Kram.
.
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