Hamas und Fatah schiessen im Spital aufeinander
publiziert: Montag, 2. Okt 2006 / 17:24 Uhr

Gaza - Allen Aufrufen zur Ruhe zum Trotz haben die Palästinenser im Gazastreifen ihre Kämpfe fortgesetzt.

Hanijas Regierung kann die Beamtenlöhne nicht mehr bezahlen.
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Anhänger der Fatah von Präsident Mahmud Abbas und der Hamas lieferten sich selbst im grössten Spital von Gaza eine Schiesserei. Dabei wurden drei Menschen verletzt. Die Gruppen liefern sich seit dem Wahlsieg der Hamas über die Fatah-Bewegung im Januar einen Machtkampf. Das Gefecht im Schifa-Spital brach zwischen Polizeikräften unter Hamas-Führung und der Familie eines Fatah- Kämpfers aus, der am Sonntag getötet worden war.

Wenige Stunden zuvor hatten Hamas-Leibwächter mit Schüssen in die Luft Fatah-Demonstranten vor dem Privathaus eines Ministers vertrieben. Die Demonstranten forderten die Auszahlung ihrer Löhne und eine Regierung der nationalen Einheit.

Aufruf zum Gewaltverzicht

Dennoch war es in den Gassen von Gaza-Stadt ingesamt ruhiger. Die meisten Hilfsmilizen der Hamas hatten sich zurückgezogen. Abbas und Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija hatten ihre Anhänger schon am Sonntag zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Bei den Kämpfen waren neun Menschen getötet und 130 verletzt worden.

Am Sonntag hatten hunderte Fatah-Anhänger Regierungsgebäude angegriffen. Dabei setzten sie den Sitz der Hamas-Regierung und ein benachbartes Regierungsgebäude in Brand. Es waren die blutigsten innerpalästinensischen Zusammenstösse seit der Regierungsübernahme der Hamas Ende März.

Gespräche in Sackgasse

Die Gespräche über eine Regierung der nationalen Einheit aus Fatah und Hamas stecken in einer Sackgasse. Viele Palästinenser erhoffen sich davon aber ein Ende des internationalen Boykotts der Regierung, in dessen Folge die Regierung die Löhne der Beamten seit Monaten nicht mehr bezahlt hat.

Die Hamas wird boykottiert, weil sie das Existenzrecht Israels nicht anerkennt und für dessen Zerstörung kämpft.

(ht/sda)

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