Handball: EM 2006 in der Schweiz
publiziert: Samstag, 8. Mai 2004 / 16:54 Uhr

Nikosia - Der Schweizer Bewerbung zur Durchführung der Handball-EM 2006 war beim EHF-Kongress in Nikosia Erfolg beschieden. Im einzigen Wahlgang setzte sich der SHV mit seiner brillanten Präsentation gegen Norwegen durch.

Bringt die EM dem Schweizer Handballsport den erhofften Aufschwung?
Bringt die EM dem Schweizer Handballsport den erhofften Aufschwung?
28 Stimmen erhielten die Schweizer, nur 17 entfielen auf den nach dem kurzfristigen Rückzug der Dänen verbliebenen norwegischen Konkurrenten, der dafür aber das Turnier 2008 veranstalten darf. Mit gegen 3,5 Millionen budgetiert der Verband für den prestigeträchtigsten Handball-Anlass im eigenen Land seit der A-WM vor 18 Jahren. Vor drei Jahren führte die Schweiz - quasi als Vorprogramm - die EM der U21-Auswahlen durch.

Für das Nationalteam, das im Sommer gegen die Griechen um die Qualifikation für die WM in Tunesien spielen wird, hat die positive Kunde von der Ferieninsel höchst angenehme Auswirkungen. Zum drittenmal in Folge wird die Equipe von Arno Ehret auf der Bühne der besten Mannschaften des Kontinents vertreten sein. Der Deutsche denkt, dass "die EM im eigenen Land Mittel und Kräfte freisetzen wird", und sprach von einem Meilenstein in der Entwicklung seines Teams.

Highlights im Zürcher Hallenstadion

Unter dem Titel "Handball´s best in the heart of Europe" priesen die Schweizer ihr umfangreiches Dossier an und fanden bei den europäischen Delegierten auf Zypern Anklang, nachdem sie bei der Kandidatur für die letzte EM vor zwei Jahren an Slowenien gescheitert waren. Im Januar und Februar 2006 werden neben dem Gastgeber 15 weitere Teams der Elite in St. Gallen, Sursee, Basel, Bern und Zürich um den Titel spielen.

In St. Gallen und Basel stehen nach der Vorrunde die Partien der Hauptrunde im Programm. Die Highlights der Europameisterschaft bleiben zweifelsfrei Zürich vorbehalten: Im umgebauten Hallenstadion mit mindestens 11 000 Plätzen werden die Halbfinals und am 5. Februar das Spiel um Gold stattfinden.

Im Oerliker Tempel hatten 1986 die Jugoslawen den WM-Pokal in die Höhe gestemmt. Ein Ereignis, das Robbie Kostadinovich, den gegenwärtig verletzten Captain der Schweizer, zum Start seiner Karriere animierte. Dem wichtigen Erfolg auf Funktionärsebene will Kostadinovich nun Taten folgen lassen: "Eine EM-Endrunde vor eigenem Publikum zu spielen, ist der Traum jedes Sportlers. Wir werden alles daran setzen, diese Chance zu nutzen und dem Handballsport in der Schweiz neue Impulse zu verleihen."

Samuel Schmids Grusswort

Sportminister Samuel Schmid freute sich in einer Grussbotschaft über die gewonnene EM-Wahl: "Das ist die verdiente Anerkennung für all jene, die sich beharrlich dafür eingesetzt haben. Die Durchführung der Handball-EM 2006 ist eine Chance für die gesamte Schweiz."

Einen nachhaltigen Nutzen will Willy Tobler, der bei der Kampagne als Zentralpräsident zusammen mit Marcel Etienne federführend war, aus der Endrunde ziehen. Er betrachtet die EM als "ideale Lokomotive für einen Promotionszug".

(rp/Si)

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