Handball: Yellow-Cup, Schweizer zum vierten Mal in Serie Zweite
publiziert: Sonntag, 29. Dez 2002 / 19:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Dez 2002 / 21:08 Uhr

(Si) Dem Schweizer Handball-Nationalteam ist die Hauptprobe für die EM-Qualifikationsspiele im Januar geglückt. Das Team von Arno Ehret beendete den Yellow-Cup in Winterthur zum vierten Mal in Folge auf Rang 2. Turniersieger wurde Korea Selection.

Nach der blamablen 15:18-Auftaktniederlage gegen Griechenland am Freitagabend besiegten die Schweizer am Wochenende Kuwait (28:16), Vorjahressieger Ukraine (15:13) sowie Afrikameister Tunesien (22:20) und fügten der von Jae-Won Kang zusammengestellten koreanischen Mannschaft (20:20) den einzigen Punktverlust zu. Die SHV-Auswahl hätte das Turnier sogar gewinnen können. Gegen die Koreaner führten die Einheimischen acht Minuten vor Schluss -- die Partien dauerten jeweils zweimal 22 Minuten -- trotz 15 technischen Fehlern 17:13.

Das Fazit fällt dennoch positiv aus. Nach dem uninspirierten Auftritt gegen die Griechen steigerten sich die Schweizer im Verlauf des Turniers kontinuierlich. Vor allem in der Verteidigung (5-1) bot das Ehret-Team starke Leistungen und brachte jeden Gegner in Schwierigkeiten. Dahinter überzeugten mit Antoine Ebinger, der zum besten Goalie des Turniers gewählt wurde, und Christian Meisterhans beide Torhüter.

"Das Gesamtengagement der Mannschaft war wirklich gut", gab sich Ehret zufrieden, "es überwiegen die positiven Punkte." Nach dem ersten Tag habe er nicht unbedingt erwartet, keine Partie mehr zu verlieren. Ehret: "Ich habe das Team danach gefragt, ob ich im falschen Film war."

Im Angriff hinterliess die SHV-Auswahl einen zwiespältigen Eindruck, beging insgesamt viel zu viele Fehler. Es wurde Mal für Mal ersichtlich, dass vielen die individuelle Klasse fehlt. Vor allem die neuformierte rechte Seite konnte die Unerfahrenheit auf diesem Niveau nicht verbergen. Aufbauer Marc Vonlanthen und Flügel Simon Brogli sind Mitläufer, die selten Verantwortung übernehmen. Lorenz Moser, der bei Pfadi kaum Spielpraxis bekommt, ist nach seinem Ende Februar erlittenen Kreuzbandriss ein Fremdkörper im Team und daher auf der Schweizer Problemposition im rechten Rückraum keine Alternative. Einzig der erst 19-jährige Rechtsaussen Marco Kurth wusste zu gefallen. "Er zeigte in vielen Phasen eine Abgeklärtheit und Frechheit, die in seinem Alter nicht so selbstverständlich ist", lobte ihn Ehret.

Auch die Leistungsträger Robbie Kostadinovich, Ivan Ursic und Thomas Gautschi agierten in der Offensive zu fehlerhaft. "Alle hatten Aussetzer im Angriff", resümierte Ehret. Am Sonntag zeigten die Schweizer in der zweiten Hälfte gegen die Ukraine sowie zum Abschluss gegen Tunesien allerdings gute Ansätze. Vor allem Kostadinovich, der mit total 21 Treffern erfolgreichster Torschütze der Einheimischen war, kam immer besser in Fahrt. Zudem bewies Linksaussen Manuel Liniger, dass er eine echte Alternative für Carlos Lima ist. Lima stand am Sonntag in der Bundesliga mit Leader Lemgo im Einsatz, steht jedoch in der EM-Qualifikation zur Verfügung. "Es war wichtig für uns zu sehen, dass wir ein brauchbares Ergebnis hinkriegen, wenn wir in der Offensive mehr Geduld haben", so Ehret. Und Kostadinovich sagte: "Wir müssen nicht zaubern, sondern solide und kontrolliert spielen."

Korea Selection siegte verdient. Die Asiaten hatten mit den Pfadern Won-Chul Paek, der zum attraktivsten Spieler des Turniers gewählt wurde, und Torschützenkönig Chi-Hyo Cho (37 Treffer) die besten Akteure in Winterthur in ihren Reihen. Das Niveau am Yellow-Cup war allerdings eher mässig, was die Tatsache aufzeigt, dass die Koreaner praktisch mit einem Goalie und sechs Feldspielern das Turnier gewinnen konnten. Die Ukraine wies ohne ihre Stars Welykyy und Lochman kaum Durchschlagskraft auf; Tunesien und Griechenland sind zweitklassige Mannschaften. Und Kuwait hätte sogar in der Nationalliga B Mühe.

Kuwait - Schweiz 16:28 (9:14)

Eulachhalle. -- 2000 Zuschauer. -- SR Solodko/Solodko (Pol). -- Torfolge: 0:1, 1:1, 1:4, 4:4, 5:5, 5:9, 7:13, 9:14; 9:17, 10:17, 10:20, 12:22, 13:22, 13:24, 15:24, 16:25, 16:28. -- Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Kuwait, keine gegen die Schweiz.

Kuwait: Al-Khaldi/Al-Rasheedi; Al-Ameer (1), Al-Hadad (2), Al-Mulla, Al-Najdi (2), El-Enzi, Al-Azmi, Abdul Al-Enzi (3), Swelim (5), Al-Rashidi (1), Theyab, Murad, Faisal Al-Shammari (2).

Schweiz: Ebinger; Moser, Brogli, Kurth (3), Liniger (3), Schärer (3/2), Ursic (4), Stettler (2), Vonlanthen (1), Brüngger (3), Kostadinovich (3), Erdin (2), Gautschi (4).

Bemerkungen: Schweiz ohne Meisterhans (nicht eingesetzt). Spieldauer: 2mal 22 Minuten.

Schweiz - Korea Selection 20:20 (10:11)

Eulachhalle. -- 2000 Zuschauer. -- SR Solodko/Solodko (Pol). -- Torfolge: 0:1, 1:1, 3:3, 3:5, 4:6, 7:6, 7:8, 10:11; 12:11, 13:13, 17:13 (36.), 17:15, 18:15, 18:18, 20:20. -- Strafen: Je 1mal 2 Minuten.

Schweiz: Ebinger/Meisterhans (ab 13.); Brogli (1), Kurth (4), Liniger (5), Schärer (1), Ursic (1), Stettler, Vonlanthen, Brüngger (2), Kostadinovich (4), Gautschi (2).

Korea Selection: Kyung-Tai Han; Yong-Hyun Kim, Stameov, Park (4), Paek (8), Hwangbo, Sung-Heon Kim (3), Cho (5/2).

Bemerkungen: Schweiz ohne Moser und Erdin (nicht eingesetzt). Meisterhans hält Penaltys von Cho (13./7:6) und Hwangbo (36./16:13). Spieldauer: 2mal 22 Minuten.

Schweiz - Ukraine 15:13 (5:7)

Eulachhalle. -- 1700 Zuschauer. -- SR Methe/Methe (De). -- Torfolge: 1:0, 2:1, 2:5, 4:7, 5:7; 5:8, 11:8, 11:9, 13:9, 13:10, 15:10, 15:13. -- Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 1mal 2 Minuten gegen die Ukraine.

Schweiz: Ebinger/Meisterhans (für 2 Penaltys); Brogli, Kurth (1), Liniger (3), Schärer (2), Ursic (1), Stettler (1), Vonlanthen, Kostadinovich (5), Gautschi (2).

Ukraine: Budko; Petrenko (3), Nat (3), Wasjuk (1), Mankowski, Nataljuk, Kumogorosdki, Gladun (2), Maltsew (4/3), Andronow.

Bemerkungen: Schweiz ohne Brüngger (verletzt) sowie Moser und Erdin (nicht eingesetzt). Meisterhans hält Penalty von Maltsew (41./15:11). Spieldauer: 2mal 22 Minuten.

Tunesien - Schweiz 20:22 (8:13)

Eulachhalle. -- 1700 Zuschauer. -- SR Methe/Methe (De). -- Torfolge: 0:1, 2:1, 2:6, 3:6, 3:8, 4:8, 4:10, 6:10, 6:12, 8:12, 8:13; 12:13, 12:17, 14:19, 16:19, 16:22, 20:22. -- Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Tunesien, 4mal 2 Minuten inklusive Disqualifikation (Ursic/35.) gegen die Schweiz.

Tunesien: Bouali/Zehani (ab 13.); Messaoud, Tej (1), Ben Amor (3), Hmam, Messaoudi (2), Jerou (1), Sioud (3/1), Bel Hadj (1), Seboui (2), Bousnina (1), Mgannem (3), Ayed (1), Sahbi Benaziza (2).

Schweiz: Ebinger/Meisterhans (für 1 Penalty); Brogli, Kurth (3), Liniger (3), Schärer (3), Ursic (2), Stettler (2), Vonlanthen (2), Kostadinovich (6), Gautschi (1).

Bemerkungen: Schweiz ohne Brüngger (verletzt) sowie Moser und Erdin (nicht eingesetzt). Ebinger hält Penalty von Hmam (14./4:10). Spieldauer: 2mal 22 Minuten.

1. Tag:
Schweiz - Griechenland 15:18 (8:11).
Ukraine (TV) - Tunesien 15:16 (7:9). Korea Selection - Kuwait 24:15 (16:8).
2. Tag:
Kuwait - Schweiz 16:28 (9:14).
Griechenland - Ukraine 16:20 (7:12).
Tunesien - Korea Selection 24:25 (13:12).
Tunesien - Griechenland 20:12 (9:6).
Ukraine - Kuwait 28:17 (17:8).
Schweiz - Korea Selection 20:20 (10:11).
3. Tag:
Schweiz - Ukraine 15:13 (5:7).
Tunesien - Kuwait 32:11 (18:4).
Griechenland - Korea Selection 20:22 (10:12).
Kuwait - Griechenland 13:22 (8:13).
Korea Selection - Ukraine 26:22 (12:11).
Tunesien - Schweiz 20:22 (8:13).
Schlussrangliste (je 5 Spiele):
1. Korea Selection 9.
2. Schweiz 7.
3. Tunesien 6.
4. Ukraine 4 (98:90).
5. Griechenland 4 (88:91).
6. Kuwait 0.

(fest/sda)

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