UNO will Massnahmen
Handel mit Designerdrogen nimmt zu
publiziert: Mittwoch, 2. Mrz 2011 / 16:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Mrz 2011 / 16:44 Uhr
Im Internet kursieren Anleitungen für die Herstellung von Designerdrogen.
Im Internet kursieren Anleitungen für die Herstellung von Designerdrogen.

Berlin/Wien - Der Handel mit Designerdrogen hat weltweit zugenommen und ist immer schwieriger zu kontrollieren. Die Produzenten sind den Ermittlern meist einen Schritt voraus: In immer neuen Zusammensetzungen bringen sie die Drogen auf den Markt. Die UNO ruft zu Massnahmen auf.

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Der Internationale Suchtstoffkontrollrat der UNO (INCB) warnte am Mittwoch bei der Veröffentlichung seines Jahresberichts 2010 vor der raschen Zunahme von Designerdrogen.

Die Produzenten könnten gesetzliche Verbote und Kontrollen leicht umgehen, indem sie die Molekularstruktur verschreibungspflichtiger Substanzen minimal veränderten und so eine neue Droge schafften. Der berauschende Effekt bleibe dabei nahezu unverändert, heisst es in dem Bericht.

«Badesalz» als Kokain-Ersatz

Als Beispiel nannte die UNO-Behörde Mephedron. Die Substanz hat eine ähnliche Wirkung wie Kokain und Ecstasy, wird aber deutlich billiger verkauft. Oft wird Mephedron im Internet als harmloses «Badesalz» oder Laborchemikalie angeboten.

Die Droge war bereits 2007 in Grossbritannien aufgetaucht und verbreitete sich dann rasch im restlichen Europa sowie in Nordamerika und in Südostasien. Erst seit Dezember 2010 ist die Droge in der Schweiz und im EU-Raum verboten.

Anleitungen für die Herstellung solcher synthetischen Drogen würden im Internet verteilt, allein in Europa zählt die Behörde aktuell 16 neue Designer-Drogen. In Japan kursierten 51 verschiedene Substanzen.

Erhebliche Gesundheitsrisiken

«Vor dem Hintergrund der Gesundheitsrisiken durch den Konsum von Designerdrogen fordern wir Regierungen mit Nachdruck auf, nationale Kontrollmechanismen gegen die Herstellung, Verbreitung und Nutzung dieser Drogen zu entwickeln», sagte INCB-Präsident Hamid Ghodse laut Mitteilung.

Nötig seien auch schärfere Massnahmen, um die «Abzweigung» von Medikamenten zu verhindern, aus denen dann synthetische Drogen hergestellt würden.

Auch wieder mehr Kokain

Nicht nur Designerdrogen fanden im vergangenen Jahr mehr Absatz. Dem Bericht zufolge stieg 2010 auch der Schmuggel von Kokain durch Afrika nach Europa, nachdem der Handel in den Jahren davor zurückgegangen war.

(fkl/sda)

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