Hanf-Initiative ist eingereicht
publiziert: Freitag, 13. Jan 2006 / 13:13 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Dez 2007 / 10:28 Uhr

Bern - Hanfkonsum soll straffrei, der Jugendschutz aber verbessert werden. Das fordert die Volksinitiative «Für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz».

Nationalrat Geri Müller vom Initiativkomitee.
Nationalrat Geri Müller vom Initiativkomitee.
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Sie wurde mit 105 571 beglaubigten Unterschriften eingereicht. Insgesamt hatten die Initianten rund 134 000 Unterschriften gesammelt. Ein Grund für die hohe Ausfallquote sei, dass einige Gemeinden eingereichte Unterschriften nicht zurückgeschickt hätten, sagte Nationalrat Geri Müller (Grüne/AG) vom Initiativkomitee «Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität».

Die Initiative verlangt Straffreiheit für den Konsum von psychoaktiven Substanzen der Hanfpflanze. Auch deren Besitz, Erwerb und Anbau soll - für den Eigenbedarf - erlaubt sein. Der Bund soll Vorschriften erlassen über Anbau, Herstellung, Ein- und Ausfuhr sowie Handel mit Hanf.

Einheimischer Wirkstoff

Cannabis sei ein einheimischer Wirkstoff und ein Genussmittel wie Alkohol, sagte Müller. Werde es massvoll angewendet, gebe es keinen Grund zur Verteufelung. Über eine halbe Million Menschen in der Schweiz konsumierten Cannabis.

Die bisherige repressive Cannabis-Politik der Schweiz sei gescheitert. Das zeigten auch unlängst veröffentlichte Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), wonach immer jüngere Menschen zu kiffen begännen. «Jugendkonsum ist ein grosses Problem», sagte Müller. Er könne aber nicht mit Repression bekämpft werden.

An legalen Verkaufsstellen für Cannabis könne der Jugendschutz viel besser umgesetzt werden als auf dem heute bestehenden Schwarzmarkt.

Überparteiliches Komitee

Die Initiative war im Sommer 2004 lanciert worden, kurz nachdem der Nationalrat die Revision des Betäubungsmittelgesetzes gebodigt hatte. Die Revision hätte eine Liberalisierung des Cannabiskonsums gebracht.

Dem Komitee «Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität» gehören Politikerinnen und Politiker aus allen grossen Parteien an - auch aus SVP, CVP und FDP, die das Betäubungsmittelgesetz mehrheitlich abgelehnt hatten. Auch Exponenten aus der Hanfszene, der Prävention und dem Vollzug sind im Komitee dabei.

(ht/sda)

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