Hanf-Razzia mit Verhaftungen im Tessin
publiziert: Freitag, 21. Mrz 2003 / 20:25 Uhr

Lugano - Die Tessiner Polizei hat ihre Offensive gegen Hanfproduzenten und -läden im Kanton fortgesetzt. Nachdem Anfang März 13 Personen festgenommen und zentnerweise Hanf beschlagnahmt worden waren, nahm die Polizei weitere 3 Personen fest.

Hanf.
Hanf.
Bei den verhafteten Personen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen italienischen Grenzgänger und zwei in Lugano wohnhafte Schweizer. Insgesamt nahm die Tessiner Polizei am Freitag in verschiedenen Gemeinden des Sottoceneri acht Personen fest, eine aus dem Mendrisiotto und sieben aus der Region Lugano.

Neben rund 50 Polizisten waren Hunde und eine Einheit der wissenschaftlichen Abteilung der Kantonspolizei an der Aktion beteiligt. In verschiedenen Hanfläden beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Hanfpflanzen, Marihuana und Geräte, die der Aufzucht der Pflanzen dienten. Weitere Razzien werden nicht ausgeschlossen.

Bei der Aktion Indoor wurde die Tessiner Kantonspolizei von mehreren kommunalen Polizeieinheiten aus dem Süden und dem Norden des Kantons unterstützt. Angeordnet hatte die Razzien die Staatsanwaltschaft.

Den Tessiner Behörden ist der Cannabis-Boom schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Die Südschweiz gilt als Mekka der Kiffer, allein in Chiasso gibt es 20 Hanfläden. Der ganze Kanton zählt etwa 62 Geschäfte. Staatsanwalt Antonio Perugini schätzt, dass das Tessiner Hanf-Business einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Franken erzielt.

Im Tessin werden schätzungsweise 150 Tonnen Hanf pro Jahr geerntet. Der zugelassene Wert von 0,3% der berauschenden Substanz THC wird praktisch immer überschritten. Der durchschnittliche Wert einer Tessiner Hanfpflanze liegt zwischen 10% und 15%.

(bert/sda)

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