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Fussball: Nachlese zum Schweizer Trainingscamp
Hans-Peter Zaugg holte sich als Nati-Coach Bestnoten
publiziert: Donnerstag, 24. Feb 2000 / 17:36 Uhr

Zürich - Die Schweizer Fussball-Nationallmannschaft aus von ihrem Trainingscamp aus dem Oman zurück. Einer war nach der Landung in Zürich als Interviewpartner besonders gefragt: Hans-Peter Zaugg. Der Interims-Coach erhielt von seinen Spielern Bestnoten und ist jetzt im Gespräch als Nachfolger von Gilbert Gress als Nati-Coach.

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Si. Mit dem achtstündigen Rückflug unmittelbar nach der ärgerlichen 0:1-Niederlage gegen die Vereinigten Arabischen Emirate endete in der Nacht auf Donnerstag das achttägige Trainingslager der Schweizer Nationalmannschaft im Oman. Gefragtester Interviewpartner nach der Landung in Zürich war Interims- Nationalcoach Hans-Peter Zaugg, der für den Aufstieg zu einem Top- Kandidaten als Gress-Nachfolger eine einfache Erklärung hatte: «Ich konnte doch nicht absichtlich schlecht arbeiten.»

Auch wenn der Abschluss des insgesamt erfolgreichen Trainingslagers mit der Niederlage gegen die VAE arg missglückte gehört Interimscoach Zaugg, der schon nach zwei Minuten auf die Tribüne verbannt worden war, zu den grossen Gewinnern der letzten Woche. Seine ausgezeichnete Arbeit während den intensiven Trainings und sein kompetenter Umgang mit den Spielern auch neben dem Platz blieben niemandem verborgen.

Zaugg holte sich beste Noten bei den Spielern, den mitgereisten Journalisten und dem ebenfalls im Oman weilenden Eugen Mätzler, dem Delegierten für die Nationalmannschaft. Mätzler wird seine Beobachtungen und die Meinungen der Spieler an seine Vorgesetzten rapportieren und Zaugg wahrscheinlich zu einem aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge von Gilbert Gress machen.
Der Berner lieferte eine einfache Erklärung für seinen Aufstieg zum einzigen Konkurrenten des Argentiniers Enzo Trossero: «Ich hatte den Auftrag, intensiv und seriös mit der Mannschaft zu arbeiten. Das erfüllte ich nach bestem Wissen und Gewissen. Ich konnte ja nicht absichtlich schlecht arbeiten, nur damit meine Arbeit negativ beurteilt wird. Als Trainerkandidat sehe ich mich aber weiterhin nicht, denn es hat bisher kein diesbezügliches Angebot gegeben.»

Bis wann sein Job als Interims-Nationalcoach denn befristet sei, konnte er nicht beantworten: «Am Freitagmorgen findet eine Sitzung statt, dort habe ich Bericht zu erstatten. Danach bin ich wohl so lange im Amt, bis ein Nachfolger für Gress gefunden ist.» Zur Erinnerung: Am 29. März steht das Testspiel in Lugano gegen Norwegen, am 26. April jenes in Kaiserlautern gegen Deutschland bevor.
Neben Zaugg gehören auch zahlreiche Jung-Internationale und erstmals aufgebotene Nachwuchsspieler zu den Gewinnern. Vor allem Mario Cantaluppi (Basel), Léonard Thurre (Servette), Christophe Jaquet (Yverdon) und Andres Gerber (Lausanne) vermochten ihre Chance zu packen. Sie werden sicher auch in Zukunft zum Kader gehören, wenn sie ihre Leistungen im Oman mit ihren Vereinen bestätigen können -- selbst wenn dann die zu Hause gebliebenen oder verletzt ausgefallenen Stammspieler Stéphane Chapuisat, Kubilays Türkyilmaz, Raphaël Wicky, Johann Vogel, Patrick Müller und David Sesa ebenfalls wieder benötigt werden.

Zaugg war aber nicht nur während dem Camp auf der Arabischen Halbinsel ein Gewinner, sondern auch auf dem Rückflug in die Schweiz. Während sich der Rest des rund 40-köpfigen Reisetrosses die lange Nacht in den engen Sitzen im hinteren Teil des Swissair- Airbus um die Ohren schlug, genoss Zaugg Start und Landung auf Einladung des Piloten im Cockpit. Die unbequeme Nacht im Flugzeug hatte für drei Nationalspieler gestern Vormittag eine ungemütliche Fortsetzung. Die Grasshoppers Bernt Haas, Marc Hodel und Hakan Yakin mussten schon drei Stunden nach der Landung zum Training auf dem Hardturm antraben.

Ob die Nationalmannschaft auch im nächsten Winter wieder in den Oman reise werde, konnte Eugen Mätzler nicht definitiv beantworten. Der Verband hatte für die acht Tage im sonnigen Orient lediglich die Flugtickets zu bezahlen, der Rest war von den Organisatoren finanziert. Mätzler: «Das Camp war nicht nur preiswert, sondern auch in allen anderen Bereichen ideal für die Vorbereitung. Nächstes Mal aber sollten auch europäische Schiedsrichter dabei sein. Platzverweise -- auch wenn sie völlig unberechtigt waren und im übrigen auch Slowenien betrafen -- sind immer negativ für das Image.»

(ba/sda)

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