Happyend im Rechtschreibstreit?
publiziert: Donnerstag, 2. Feb 2006 / 00:02 Uhr / aktualisiert: Freitag, 3. Feb 2006 / 11:34 Uhr

Mannheim - Im jahrelangen Streit um die umstrittene Rechtschreibreform rückt ein Happyend in greifbare Nähe.

Der letzte umstrittene Komplex zur Glättung der neuen Schreibweisen steht auf der Tagesordnung.
Der letzte umstrittene Komplex zur Glättung der neuen Schreibweisen steht auf der Tagesordnung.
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Wenn alles nach Plan läuft, trifft sich der Rat für deutsche Rechtschreibung an diesem Freitag in Mannheim zu seiner entscheidenden Sitzung.

Die letzten Handgriffe für die Reform der Reform will das Expertengremium vornehmen. Dann liegt der Ball im Feld der Kultusministerkonferenz (KMK). Diese muss auf ihrer Sitzung Anfang März in Berlin entscheiden, ob die Vorschläge des Rates auch tatsächlich zum neuen Schuljahr umgesetzt werden.

Der letzte umstrittene Komplex zur Glättung der neuen Schreibweisen, die Gross- und Kleinschreibung, steht in Mannheim auf der Tagesordnung. Abschliessend festgelegt werden soll, wie feststehende Begriffe wie «Grosse Koalition» künftig geschrieben werden.

Kommt es - wie erwartet - zu einer Einigung unter den Experten aus dem deutschsprachigen Raum, gehen die Vorschläge nochmals in die Anhörung zu Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden. Das letzte Wort hat jedoch die KMK.

Dem Volk wieder aufs Maul schauen

Die Sprachwächter hatten zuvor bereits Änderungsvorschläge für die Bereiche Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Silbentrennung und Zeichensetzung vorgelegt. Eislaufen und fertigmachen sollen beispielsweise künftig zusammengeschrieben werden. Das Abtrennen von Einzelbuchstaben oder sinnentstellende Trennungen wie Urin- / -stinkt für das Wort Urinstinkt sollen nicht mehr zulässig sein.

Durchgängig sprach sich der mit Gegnern und Befürwortern der Rechtschreibreform besetzte Rat dafür aus, künftig das Lesen wieder zu erleichtern, Sinnzusammenhänge für die Menschen schneller erfassbar zu machen und die Regeln mehr nach dem Sprachgebrauch auszurichten.

Grosse Versprechungen

Ein grosser Teil der neuen Sprachregeln war schon am 1. August vergangenen Jahres an den meisten Orten verbindlich in Kraft getreten. Nur in Bayern, Nordrhein-Westfalen und im Kanton Bern gilt noch eine Übergangsregelung. Alte Schreibweisen werden dort in den Schulen auch jetzt noch nicht als Fehler gewertet.

«Natürlich sind unsere Vorschläge ein Kompromiss - aber sie sind vernünftig und gut», betonte die Geschäftsführerin des Rates, Kerstin Güthert. Die Vorschläge des Gremiums seien sowohl der alten als auch der neuen Rechtschreibung überlegen und könnten auf Jahre hinaus Bestand haben.

(Bernd Glebe/dpa/sda)

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