Hardliner an Spitze israelischer Sicherheit
publiziert: Dienstag, 14. Aug 2012 / 16:54 Uhr
Avi Dichter.
Avi Dichter.

Jerusalem - Inmitten der Debatte um einen möglichen Angriff auf iranische Atomanlagen ist der frühere Chef von Israels Inlandsgeheimdienst Schin Beth, Avi Dichter, zum Minister für innere Sicherheit («Heimatschutz») ernannt worden.

7 Meldungen im Zusammenhang
Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte am Dienstag, Dichter habe «ab sofort die wichtige Aufgabe, zur Sicherheit des Staates beizutragen». Israelische Medien interpretierten die Personalie als eine Stärkung der Hardliner in der Regierung.

Auf die Frage nach seiner Meinung zu einem möglichen militärischen Angriff Israels auf den Iran hatte Dichter jüngst geantwortet, das Land «sollte sich mit Angriffskapazitäten ausstatten».

Damit setzte er sich von anderen früheren Chefs des Schin Beth, des Auslandsgeheimdienstes Mossad und der Militärgeheimdienste ab, die einen Angriff ohne Zustimmung der USA öffentlich abgelehnt hatten. Eine Mehrheit der Regierung und des 15-köpfigen Sicherheitskabinetts lehnt israelischen Medien zufolge einen militärischen Alleingang ebenfalls ab.

Lager der «Falken» gestärkt

Nach Angaben des israelischen Militärradios würde die Wahl Dichters das kleinere Lager der «Falken» in der Regierung um Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak stärken.

Dichter folgt auf Matan Vilnai, einen Vertrauten von Verteidigungsminister Ehud Barak, der als Botschafter nach China wechselt. Das Parlament soll dem Wechsel am Donnerstag zustimmen. Dichter gibt dann seinen Parlamentssitz, den er für die Kadima-Partei inne hat, auf und wird Regierungsmitglied.

Als Minister für innere Sicherheit untersteht er direkt dem Verteidigungsminister. Die Kadima hatte Mitte Juli die Regierung verlassen.

USA weiter für Diplomatie gegenüber dem Iran

Die USA setzen nach eigenem Bekunden weiter auf eine diplomatische Lösung des Atom-Streits mit dem Iran. Die US-Regierung glaube, dass es noch Raum und Zeit gebe für Diplomatie, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Montag an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One.

Carney sagte, die 5+1-Gespräche mit dem Iran sollten weitergehen. Zu der 5+1-Gruppe gehört neben den fünf Sicherheitsratsmitgliedern China, Frankreich, Grossbritannien, Russland und USA auch Deutschland.

In der vergangenen Woche hatte das Weisse Haus erklärt, der Iran sei noch nicht in der Lage eine Atombombe zu bauen. Dagegen berichtete die israelische Tageszeitung «Haaretz», dass die Verantwortlichen in Israel davon ausgingen, dass nur noch wenig Zeit verbleibe, um eine Nuklearbombe in den Händen Teherans zu verhindern.

Obama hatte schon mehrfach signalisiert, dass er eine militärische Eskalation im Iran-Konflikt vermeiden möchte. Die jüngsten Besuche von US-Aussenministerin Hillary Clinton und US-Verteidigungsminister Leon Panetta in Israel waren ebenfalls in diese Richtung gedeutet worden.

Teheran zeigt sich von Drohungen unbeeindruckt

Die iranische Regierung glaubt nach eigenem Bekunden nicht an einen Angriff durch Israel. Selbst wenn einige Verantwortliche in Israel «eine solch dumme Aktion ausführen» wollten, würden Vertreter der israelischen Regierung einen Angriff aus Furcht vor den Konsequenzen verhindern, sagte ein Sprecher des iranischen Aussenministeriums am Dienstag.

Teheran nehme «die Spekulationen nicht ernst». Die wiederholten Ankündigungen eines möglichen Angriffs sollten lediglich die «enorme soziale Krise» in Israel überdecken, sagte der Sprecher in Anspielung auf die israelischen Proteste gegen gestiegene Lebenskosten im Land.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor einer atomaren Bewaffnung des Iran gewarnt und ... mehr lesen
Schon mehrfach hat Netanjahu mit einem Militärschlag gedroht. (Archivbild)
Hassan Nasrallah behauptet, iranische Beamte hätten ihm gesagt, dass der Iran im Falle eines Angriffs auch Militärstützpunkte der USA in der Region angreifen würden. (Archivbild)
Beirut - Der Chef der libanesischen Hisbollah-Partei hat Israel vor einem Angriff auf Irans Atomanlagen gewarnt. Iranische ... mehr lesen
Teheran - Vor dem sogenannten Al-Kuds-Tag aus Solidarität mit den Palästinensern hat das geistliche Oberhaupt im Iran, ... mehr lesen
Ayatollah Ali Chamenei, geistliche Oberhaupt im Iran.
Leon Panetta weilt zurzeit in Israel.
Kairo - Im Atomstreit mit dem Iran hat US-Verteidigungsminister Leon Panetta ... mehr lesen
Jerusalem - Eine iranische Aufrüstung mit Atomwaffen stellt nach Worten des US-Präsidentschaftsbewerbers Mitt ... mehr lesen
Der Präsidentschaftskandidat der Konservativen: Mitt Romney.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Iran und Israel schieben sich die Schuld gegenseitig zu.
New York - Israel und der Iran haben sich vor dem UNO-Sicherheitsrat einen Schlagabtausch wegen des Terroranschlags auf israelische Touristen in Bulgarien geliefert. Der Iran ... mehr lesen 1
Sofia/Jerusalem - Bei einem Anschlag auf israelische Touristen am Flughafen der bulgarischen Küstenstadt Burgas ... mehr lesen
Benjamin Netanjahu sprach von einer «weltweiten iranischen Terrorkampagne».
Auf dem Tempelberg kam es zu Zusammenstössen. (Archivbild)
Auf dem Tempelberg kam es zu ...
Von Gewalt überschattet  Jerusalem - Die Nahost-Friedensgespräche sollen nach Angaben aus Washington auch nach Ablauf der bisherigen Frist am 29. April fortgesetzt werden. Neue Gewalt stört jedoch die Vermittlungsbemühungen, eine Verhandlungsrunde ist verschoben worden. 
Gewalt zwischen Palästinensern und Polizei auf dem Tempelberg Jerusalem - Während sich in Jerusalem zahlreiche Christen ...
Palästina ist Genfer Konventionen beigetreten Genf - Palästina ist Mitglied der Genfer Konventionen geworden. Zudem trat ...
Israel will palästinensische Steuergelder einbehalten Jerusalem - Israel will den Transfer von Geldern in Millionenhöhe an ...
Palästina ist Genfer Konventionen beigetreten Genf - Palästina ist Mitglied der Genfer Konventionen geworden. Zudem trat es dem ersten ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Nun... muss man sich mit Russland zusammensetzen und ernsthaft nach Lösungen ... heute 10:08
  • Believer aus Grenchen 4
    HALLO Aber Hallo? - "Freiheit und Wohlstand" - "Ruhe auf dieser Erde" - Auf ... gestern 14:39
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Algerien... ist weiterhin in einem desolaten Zustand. Keine Arbeit für die ... gestern 10:09
  • keinschaf aus Henau 2219
    Widersprüchlicher geht nimmer! "Die US-Regierung hat Russland zu einer sofortigen Umsetzung der Genfer ... gestern 09:53
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Einige... Aspekte dieses Konfliktes finden ihre Ursache auch im Ausland. Auf der ... gestern 09:50
  • jorian aus Gretzenbach 1445
    Ostern http://www.youtube.com/watch?v=kwhbJh06dP8 Fr, 18.04.14 21:50
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Nigerias... Bevölkerung hat sich in den letzten 50 Jahren auf ca. 170 Millionen ... Fr, 18.04.14 17:45
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2091
    Die... "Freie Syrische Armee" hat inzwischen enorm an Bedeutung und Einfluss ... Fr, 18.04.14 17:42
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 4°C 11°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Basel 0°C 12°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 3°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 2°C 16°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 3°C 17°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 3°C 16°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 6°C 16°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten