Harte Vorwürfe an Familie von Wen Jiabao
publiziert: Freitag, 26. Okt 2012 / 15:25 Uhr / aktualisiert: Freitag, 26. Okt 2012 / 17:56 Uhr
Die Familie von Chinas Premier soll Milliardenvermögen angehäuft haben.
Die Familie von Chinas Premier soll Milliardenvermögen angehäuft haben.

Peking - Die Familie und Verwandte von Ministerpräsident Wen Jiabao sollen ein Vermögen von umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Franken angehäuft haben. Dies berichtete die «New York Times» im Internet. Das chinesische Aussenministerium kritisierte den Bericht allerdings scharf.

5 Meldungen im Zusammenhang
Es handle sich beim Bericht um einen Versuch, China zu «beschmieren», sagte Sprecher Hong Lei am Freitag. Chinas Zensoren blockierten im Internet den Zugang zum Artikel. Auch Berichte von ausländischen Fernsehstationen über das Vermögen der Familie Wen wurden unterbrochen.

Dem Bericht der «New York Times» zufolge sollen die Familie und Verwandten von Wen Jiabao während seiner Politkarriere ein Vermögen von umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Franken angehäuft haben. Die ermittelte Milliardensumme ergebe sich aus einer Analyse von Unternehmensdaten und offiziellen Angaben, schrieb die Zeitung.

Einige Familienmitglieder hätten demnach «ein Talent für aggressive Geschäftsabschlüsse». Etwa 80 Prozent des Vermögens werde von entfernteren Verwandten und nicht von Wen Jiabaos Frau oder seinen Kindern kontrolliert.

Damit sei dieser Teil des Vermögens nicht von Offenlegungsregeln der kommunistischen Partei betroffen. Es sei oft schwierig gewesen, die wahren Eigentumsverhältnisse festzustellen. In vielen Fällen habe es ein Geflecht von Partnerschaften und Anlageinstrumenten gegeben.

Ungünstiger Zeitpunkt

Wen Jiabao selbst gab sich während seiner Regierungszeit immer volksnah und bescheiden. Berichte über sehr reiche oder korrupte Parteifunktionäre sorgen in China regelmässig für Unmut.

Die Enthüllungen kommen deshalb zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die regierende Partei. Auf einem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteikongress am 8. November soll ein seit langem vorbereiteter Generationswechsel in der Parteiführung besiegelt werden.

Volkskongress schliesst Bo Xilai aus

Wegen Korruptionsvorwürfen war der Politstar Bo Xilai bereits gestrauchelt. Er musste seine Ämter aufgeben. Bo war Parteichef und Bürgermeister der Millionenmetropole Chongqing und galt als Anwärter für einen Posten im einflussreichen Politbüro der Partei.

Am Freitag schloss der Nationale Volkskongress Chinas den gefallenen Politiker aus seinen Reihen aus. Bo verliert mit seinem Abgeordnetenmandat zugleich seine Immunität, die ihn vor Strafverfolgung schützt, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag berichtete.

Bos Ehefrau Gu Kailai war im August wegen der Vergiftung des britischen Geschäftsmanns Neil Heywood zum Tode verurteilt worden. Das Strafmass dürfte jedoch in eine lange Haftstrafe umgewandelt werden.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Achtens Asien Wie anderswo auf der Welt, zum Beispiel jetzt gerade in den USA, werden Sachgeschäfte und noch viel mehr die Strategien durch Personalentscheide entschieden. So ist es auch in China. mehr lesen
Wo «Prinzchen» gekrönt werden: Grosse Halle des Volkes, Peking.
Die neuen Vorwürfe bringen Wen Jiabao in Bedrängnis, der bald die Führung abgeben muss. (Archivbild)
Hongkong - Chinas Kommunistische ... mehr lesen
Achtens Asien Gerüchte sind das eine, Tatsachen das andere. Dass viele chinesische Parteikader von ganz oben bis unten ins Dorf korrupt sind, ... mehr lesen
Volksnaher Premier im Zwielicht: Wen Jiabao
Peking - Die Familie des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao hat einen Medienbericht über die heimliche Anhäufung eines Milliardenvermögens zurückgewiesen. Dieses Vermögen existiere nicht, teilten die Anwälte der Familie in mehreren Hongkonger Medien am Samstag mit. mehr lesen 
Geld-Transport mit Koffer.
Peking - Korrupte chinesische Beamte haben gemäss einer Studie binnen weniger als 20 Jahren umgerechnet rund 105 ... mehr lesen
Der Zorn der Compaoré-Gegner richtete sich gegen eine geplante Verfassungsänderung.
Der Zorn der Compaoré-Gegner richtete ...
Burkina Fasos Präsident  Ouagadougou - Nach tagelangen Massenprotesten im westafrikanischen Burkina Faso hat Präsident Blaise Compaoré am Freitag sein Amt niedergelegt. Er war 27 Jahre an der Spitze des Staates. Militärchef Honoré Traoré übernahm die Macht. 
Proteste gegen Compaoré fortgesetzt Ouagadougou - Auch nach der faktischen Machtübernahme der Armee halten die Proteste gegen den Präsidenten von ...
Compaoré sagte in seiner Ansprache mit Verweis auf die Proteste gegen eine weitere Amtszeit, er habe die «Botschaft» verstanden.
Keine Verfassungsänderung in Burkina Faso Ouagadougou - Angesichts gewaltsamer Proteste in Burkina Faso gegen eine ...
IS-Vormarsch  London - Die Zahl ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak ...  
Der IS eroberte im Zuge des Bürgerkrieges in Syrien weite Regionen des Landes, im Juni begann er eine Offensive im Irak. (Symbolbild)
Türkei lässt Peschmerga-Kämpfer nach Syrien einreisen Damaskus - Die Türkei gestattet nach Angaben ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan rund 200 ...
Die IS treiben sich zur Zeit vor allem im Westen Kobanes herum.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Unterstützung "Sie stehen im Verdacht, die kriminelle Organisation Islamischer Staat ... gestern 13:17
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Eine... Nichtlieferung dieser Schiffe würde das Aus für die französiche ... Do, 30.10.14 10:35
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Der... Krieg in Syrien ist ein Stellvertreterkrieg zwischen Katar, Saudi ... Do, 30.10.14 10:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Die... Politik R. Erdogans wird die Türkei im Gegensatz zur EU direkt ausbaden ... Mi, 29.10.14 10:25
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Warum... sollen Israelis nicht in angeblichen Palästinensergebieten siedeln ... Di, 28.10.14 19:50
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Als... Brite war es J. Cantlie wohl bewusst, dass er keine staatliche ... Di, 28.10.14 09:24
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Im... Grossen und Ganzen ist die Wiederwahl Rousseff wohl die bessere ... Di, 28.10.14 08:43
  • thomy aus Bern 4168
    ... und noch vor wenigen hundert Jahren waren ... ... die ehrenwerten Kreuzritter und die Inquisitoren genau gleich ... Mo, 27.10.14 22:34
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 8°C 14°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 4°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 4°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 3°C 15°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 6°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 5°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten