Untersuchung von PAX
Hat SNB 600 Mio. in Atomwaffen investiert?
publiziert: Mittwoch, 27. Jan 2016 / 11:02 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Jan 2016 / 11:34 Uhr
Der Bericht zeigt, welche Banken in Unternehmen investieren, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind. (Symbolbild)
Der Bericht zeigt, welche Banken in Unternehmen investieren, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind. (Symbolbild)

Bern/Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) soll letztes Jahr insgesamt 607,52 Millionen Dollar in Firmen investiert haben, die Atomwaffen produzieren. Dies geht aus einer Untersuchung der niederländischen Friedensorganisation PAX hervor.

PAX veröffentlicht alljährlich den Bericht «Don't Bank on the Bomb», der zeigt, welche Banken in Unternehmen investieren, die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind. Die SNB wird im letzten solchen Bericht zwar nicht erwähnt. Gemäss den Autoren allerdings nur deshalb nicht, weil sie den gesetzten Schwellenwert nicht erreiche.

Nun haben die Autoren die Zahlen für die SNB dennoch veröffentlicht. «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» haben am Mittwoch darüber berichtet. Die Autoren des «Don't Bank on the Bomb»-Berichts zählen 14 Unternehmen, in welche die SNB investiert hat und die an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt seien.

In der Liste finden sich etwa die US-amerikanischen Rüstungskonzerne Lockheed Martin, Northrop Grumman oder Raytheon, der britische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern BAE Systems, aber auch der US-Flugzeugbauer Boeing. Letzterer figuriert wohl auf der Liste, weil er nukleare Interkontinentalraketen der US-Armee wartet.

SNB nimmt am Mittwoch Stellung

Die Investitionen der SNB werden kritisiert. PAX, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GsoA) und die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) werfen der SNB in einer Mitteilung vom Mittwoch vor, sie umgehe ihre eigene Richtlinien.

Tatsächlich heisst es in den Investitions-Richtlinien der SNB, dass auf Investitionen in Unternehmen verzichtet werde, «die international geächtete Waffen produzieren, grundlegende Menschenrechte massiv verletzen oder systematisch gravierende Umweltschäden verursachen».

Die SNB hat in der Vergangenheit bereits auf den Umstand verwiesen, dass es unterschiedliche Interpretationen von «geächteten Produkten» gibt. Zu den neuesten Zahlen der «Don't Bank on the Bomb»-Autoren wollte die SNB am Mittwoch nicht Stellung nehmen.

(cam/sda)

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