Terrorismus
Hauptverdächtiger der Pariser Attentate aus Spital entlassen
publiziert: Samstag, 19. Mrz 2016 / 10:32 Uhr / aktualisiert: Samstag, 19. Mrz 2016 / 15:38 Uhr
Salah Abdeslam und sein mutmasslicher Komplize sind nicht mehr im Spital.
Salah Abdeslam und sein mutmasslicher Komplize sind nicht mehr im Spital.

Brüssel/Paris - Der in Brüssel gefasste mutmassliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam will sich nach Angaben seines Anwalts gegen die drohende Auslieferung nach Frankreich wehren.

3 Meldungen im Zusammenhang
Verteidiger Sven Mary sagte am Samstag nach einer Anhörung am Sitz der Bundespolizei in Brüssel, sein Mandant gebe zu, am 13. November in Paris gewesen zu sein, und kooperiere mit der belgischen Justiz. Er sei offiziell wegen der Pariser Anschläge beschuldigt und in vorläufige Haft genommen worden.

Frankreich bitte nun um die Auslieferung von Abdeslam, sagte der Anwalt vor Journalisten weiter. "Ich kann Ihnen bereits jetzt ankündigen, dass wir seine Auslieferung nach Frankreich ablehnen werden."

Abdeslam war am Freitag in Brüssel aufgespürt und festgenommen worden. Noch am Abend sagte Frankreichs Präsident François Hollande, Abdeslam müsse "so schnell wie möglich" ausgeliefert werden. Der belgische Premier Charles Michel deutete bereits an, gegen das Auslieferungsgesuch gebe es keine politischen Einwände; wegen rechtlicher Regelungen könne es aber noch einige Wochen dauern.

Der 26-jährige radikale Islamist soll bei der Vorbereitung und Ausführung der Pariser Anschläge vom November eine entscheidende Rolle gespielt und vor allem logistische Hilfe geleistet haben. Bei den Attentaten waren 130 Menschen getötet worden.

Familie erleichtert

Nach der Festnahme zeigte sich dessen Familie erleichtert. Die Anwältin von Salahs Bruder Mohammed sagte am Samstag im belgischen Fernsehen, ihr Mandant wolle im Namen seiner Familie die Botschaft übermitteln, dass alle ein "Gefühl der Erleichterung" verspürten.

In erster Linie fühle die Familie so, weil Abdeslam lebend gefasst wurde, sagte die Anwältin Nathalie Gallant dem Sender RTBF. Erleichtert sei die Familie aber auch deshalb, weil die Jagd auf den Mann nun ein Ende habe. Seit vier Monaten habe das Umfeld des Gesuchten unter einem dauerhaften Druck gestanden.

"Individuen von extremer Gefährlichkeit ausser Gefecht"

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve nannte die Festnahme des mutmasslichen Paris-Attentäters ein Sieg gegen den Terrorismus in Europa. Die Operationen der vergangenen Tage haben "mehrere Individuen von extremer Gefährlichkeit und Entschlossenheit" ausser Gefecht gesetzt, wie er nach einer Sitzung des Verteidigungsrates sagte.

Die Festnahme sei ein bedeutender Schlag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Europa. Ziel des von Präsident François Hollande nach der Festnahme von Abdeslam in Brüssel einberufenen Verteidigungsrates sei es gewesen, eine erste Bilanz der Anti-Terror-Razzien in Belgien zu ziehen und über weitere Massnahmen in Frankreich und Europa gegen den Terrorismus zu beraten, erklärte er weiter.

(sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Der vergangene Woche in Belgien festgenommene Verdächtige der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, stemmt ... mehr lesen 2
Flughafen Brüssel: Terror ist der Goldstandard der Angst für Terroristen und Mächtige.
Etschmayer Faktenpolitik hat ausgedient. Wenn jetzt Unwohlfühlkandidaten wie Donald Trump und Unwohlfühlparteien wie die AfD ... mehr lesen
Brüssel - Vier Monate nach der Anschlagsserie in Paris ist der mutmassliche Hauptverdächtige Salah Abdeslam in Brüssel gefasst worden. Der 26-jährige Islamist wurde am Freitag bei einer Razzia der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek am Bein verletzt und festgenommen. mehr lesen 
Belgien...
und auch Frankreich kommen einfach nicht zur Ruhe solange der
islamistische Spuk nicht beendet ist. Und das kann noch sehr lange dauern.
Und um wieder zur Ruhe zu kommen, müssten die Neubürger auch weniger werden, sie werden aber immer mehr, auch anderswo, wie man seit Silvester aus anderen Ländern erfahren durfte.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
OFT GELESEN
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Basel 13°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
St. Gallen 11°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen recht sonnig
Bern 10°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Nebel
Luzern 14°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Nebel
Genf 11°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 9°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten