Hausarztpraxen kündigen Streik an
publiziert: Donnerstag, 19. Feb 2009 / 20:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Feb 2009 / 22:08 Uhr

Bern - Die Hausarztpraxen bleiben am 1. April aus Protest gegen die Senkung der Labortarife wahrscheinlich geschlossen. Der Zentralvorstand der Gesellschaft für Allgemeine Medizin (SGAM) rät den Kantonalsektionen zum Streik. Sukkurs kommt aus der Politik.

Das Vorgehen des Gesundheitsministers wird kritisiert. (Archivbild)
Das Vorgehen des Gesundheitsministers wird kritisiert. (Archivbild)
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Der Zentralvorstand der SGAM - die Mitglied der Ärztevereinigung FMH ist - beschloss einen «Aktionsplan». Er empfiehlt seinen kantonalen Sektionen, am 1. April, einem Mittwoch, in den Hauptorten einen Protestmarsch durchzuführen.

Auch sollen die Kantonalsektionen ein Protestschreiben an die kantonalen Gesundheitsdirektionen zu richten, wie SGAM-Sprecher Bernhard Stricker sagte. Der Genfer Ärzteverein hat bereits am Mittwochabend beschlossen, am 24. März in den Streik zu treten.

«Keine Kostendeckung»

Die Hausärzte halten fest, wegen der Tarifsenkung könnten die Laboranalysen nicht mehr in der Praxis vorgenommen werden. Die Labortarife würden die Kosten nicht mehr decken.

Die neuen Tarife für ambulante Laboranalysen gelten ab 1. Juli. Laut dem Bundesamt für Gesundheit können dadurch rund 200 Millionen Franken der jährlich eine Milliarde Franken betragenden Laborkosten eingespart werden.

Kritik auch im Parlament

Gegen tiefere Labortarife regt sich jetzt auch überparteilicher Widerstand im Parlament. Gesundheitspolitiker von SVP, SP, CVP, GLP und Grünen forderten Bundesrat Pascal Couchepin auf, die Revision zu stoppen.

Die politische Allianz richte sich nicht gegen die Revision der Analyseliste insgesamt, sondern gezielt gegen die Tarifsenkung bei den Labors in der ärztlichen Praxis, hiess es an einer Medienkonferenz in Bern. Diese Massnahme habe unerwünschte volkswirtschaftliche, gesundheits- und bildungspolitische Folgen.

Harte Kritik üben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier am Vorgehen von Gesundheitsminister Couchepin. Dieses erinnere an jenes bei der Streichung komplementärmedizinischer Methoden aus dem Pflichtkatalog der Krankenkassen. Die Allianz will deshalb, dass die Geschäftsprüfungskommission (GPK) das Verfahren auch in diesem Fall überprüft.

(ht/sda)

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