Hausdurchsuchung bei Fifa-Chef Blatter
publiziert: Sonntag, 27. Nov 2005 / 14:25 Uhr

Zug - In den Büros des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter und seines Generalsekretärs sind Geschäftsunterlagen und Archivmaterial beschlagnahmt worden.

Aus dem Büro von Sepp Blatter wurden Unterlagen beschlagnahmt.
Aus dem Büro von Sepp Blatter wurden Unterlagen beschlagnahmt.
Die Hausdurchsuchung steht in Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen den Sportvermarkter ISL.

Die Hausdurchsuchung am Sitz des Weltfussballverbandes (Fifa) fand bereits am 3. November 2005 auf Anordnung des Zuger Untersuchungsrichteramtes statt. Fifa-Sprecher Andreas Herren bestätigte einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung».

International Sport & Leisure (ISL) hatte 2001 Pleite gemacht. Nach Eröffnung des Konkursverfahrens erstattete die Fifa Strafanzeige.

Das Zuger Untersuchungsrichteramt ermittelt gegen sechs Verantwortliche des Unternehmens unter anderem wegen Veruntreuung, Betrug, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung.

Fifa nicht beschuldigt

Der Zuger Sonderermittler hat in die Untersuchung nun die Fifa einbezogen. Laut Angaben des Fifa-Sprechers geht es um eine Untersuchung «gegen unbekannt» wegen «ungetreuer Geschäftsbesorgung». Die Fifa selber sei nicht beschuldigt.

Die Fifa erachtet denn auch das Vorgehen der Behörden mit der Hausdurchsuchung als unverhältnismässig. Man habe verschiedene Rechtsbehelfe gegen die Aktion des Untersuchungsrichters erhoben.

Bereits im Mai 2005 hatte das Zuger Untersuchungsrichteramt bekannt gegeben, dass es im ISL-Strafverfahren um eine Deliktsumme in dreistelliger Milionenhöhe gehe.

Die Fifa hatte der ISL vorgeworfen, ihr aus Lizenzverträgen zustehende Gelder nicht weitergeleitet zu haben. Die Zuger Staatsanwaltschaft will 2006 entscheiden, ob sie gegen die ISL-Manager Anklage erheben will.

(rr/sda)

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