«Hausierer» zu 14 Monaten unbedingt verurteilt
publiziert: Dienstag, 8. Sep 2009 / 21:46 Uhr

Zürich - Ein Enkeltrickbetrüger wollte eine 88-jährige Zürcherin um 55'000 Franken prellen. Diese jedoch wusste sich zu wehren und alarmierte die Polizei. Nun hat das Bezirksgericht den 32-jährigen Polen zu 14 Monaten unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt.

Immer wieder werden Senioren Opfer von Trickbetrügern. (Archivbild)
Immer wieder werden Senioren Opfer von Trickbetrügern. (Archivbild)
Der Vorfall passierte am 22. April. Die 88-jährige Seniorin aus Zürich erhielt einen Anruf aus Deutschland, wobei sich ein angeblicher Verwandter namens «Werner» meldete. Obwohl die Frau sofort merkte, dass sie diesen «Werner» nicht kannte, führte sie das Gespräch fort.

Dabei erklärte der angebliche Sohn einer nahen Freundin, dass er für den Kauf einer Eigentumswohnung 55'000 Franken benötige. «Werner» erklärte ihr, dass er jemanden vorbeischicken werde, um das Geld abzuholen. Als Treffpunkt sollte ein Lebensmittelgeschäft in der Nähe dienen.

Die Rentnerin willigte ein, informierte aber gleich nach dem Anruf die Stadtpolizei Zürich. Statt mit einem Couvert voller Geld erschien die ehemalige Krankenschwester deshalb mit Papierschnipseln.

Der Angeklagte erschien und riss ihr das vermeintliche Geldcouvert aus der Hand. Wenige Meter weiter wurde er von der Polizei verhaftet.

Der Angeklagte zeigte sich zwar geständig, verkaufte sich aber bewusst als kleinen Fisch. Er habe bloss einen Botendienst für jemand anderen ausführen wollen, sagte er.

Dagegen sprach jedoch die Tatsache, dass der Familienvater bereits vor vier Jahren in Deutschland wegen eines Enkeltrickbetruges vor Gericht stand. Damals wurde er mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten bestraft.

(ht/sda)

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