Weltcup-Springen Zakopane
Hautamäki knackte die «Festung» Hannawald - Schweizer im Hintertreffen
publiziert: Samstag, 19. Jan 2002 / 18:29 Uhr

Zakopane - Nachdem Matti Hautamäki in den letzten zwei Prüfungen jeweils Zweiter hinter Sven Hannawald gewesen war, vermochte der Finne nun den Deutschen beim ersten von zwei Weltcup-Springen in Zakopane (Pol) knapp zu übertrumpfen.

Matti Hautamäki konnte Sven Hannawald überfliegen.
Matti Hautamäki konnte Sven Hannawald überfliegen.
Auf Rang 3 kam Andreas Widhölzl (Ö). Sylvain Freiholz (42.) und Marco Steinauer (50.) blieben deutlich unter den Erwartungen.

Beim letzten Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen wurde Matti Hautamäki 2,5 Punkte hinter Sven Hannawald Zweiter, vor einer Woche in Willingen lag er 10,1 Zähler hinter dem Tourneesieger. In Zakopane vor der Rekordkulisse von 100 000 Zuschauern übertrumpfte der jüngere der Hautamäki-Brüder den Schwarzwälder um 0,4 Punkte. «Es war sehr hart für mich, immer hinter Sven Hannawald Zweiter zu sein. Aber hier sind mir im Vergleich zum Training zwei gute Wettkampfsprünge gelungen», sagte der 20-Jährige aus Kuopio, der seinen ersten «richtigen» Weltcup- Triumph feiern konnte. «Bei meinem ersten Erfolg in Kuopio war ja nur ein Durchgang», sagte der bescheidene Finne, der hofft, dass er seine gute Form auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele wird halten können. «Aber dort wird es im Einzel- und Teamwettbewerb sehr schwer werden.»

Nicht an sechsten Sieg gedacht

«Im Final war er etwas verkrampft», sagte Bundestrainer Reinhard Hess zum Sprung von Sven Hannawald, dessen Serie von fünf Erfolgen hintereinander jäh unterbrochen wurde. «Ich bin mit dem zweiten Platz absolut zufrieden. Allerdings ist mein Akku jetzt leer. Der Stress zehrt langsam an meinen Kräften», sagte Hanni, der Adam Malysz, der nur Siebter wurde und Andreas Goldberger mit dem sechsten Erfolg in Serie hätte übertrumpfen können. «An den sechsten Rekordsieg habe ich selber nicht geglaubt. Das war nur Medienspektakel», sagte der 27-Jährige, der im Final vom polnischen Publikum jämmerlich ausgepfiffen wurde. «Ich habe aus der Situation noch das Beste gemacht. Es war absolut die Hölle hier zu springen. Die Wege zum Schanzenlift wurden von Sprung zu Sprung enger, und die Pfiffe im Final waren für mich schon enttäuschend.»

Als Dritter führte Andreas Widhölzl das starke österreichische Team an, das neben ihm mit Höllwarth (5.), Koch (6.) und Loitzl (10.) nicht weniger als vier Springer unter die ersten 10 brachte. «Der Weg Richtung Olympia stimmt», sagte Widhölzl, der froh war, «dass ich hier am Stockerl stehen konnte.».

Im Aufwind befindet sich Martin Schmitt (4.), der mit dem neuen Schuh im Wettkampf schon deutlich besser zurecht kam, als im Training. «Ich war im Final etwas zu schnell über den Ski, sonst wäre ein Podestplatz drin gewesen», sagte der vierfache Weltmeister.

Schlechter als im Training

Die Leistungen der beiden einzigen Schweizer in Zakopane fielen deutlich schlechter als im Training aus. Sylvain Freiholz, der wieder mit seinen eigenen Schuhen und Helm springen konnte, nachdem er im Training fremdes Material hatte benützen müssen, war nach seinem Satz auf 101,5 m ratlos. Marco Steinauer verstand nach seinem 89,5-m-Hüpfer einmal mehr die Welt nicht mehr. «Der Sprung an sich ist vom Tisch weg nicht schlecht, aber nachher verkrampft er sich völlig, bleibt nicht locker», sagte der Schweizer Trainer Berni Schödler, der ohne den rekonvaleszenten Simon Amman, der am nächsten Donnerstag wieder springen kann, und ohne Andreas Küttel, der pausiert, mit Rängen weit im Hintertreffen vorlieb nehmen musste.

Sicherheitsprobleme

Der erste von zwei Wettkämpfen in Zakopane stand phasenweise auf der Kippe, weil viel zu viele Leute ins Stadion reingelassen wurden. Die Sicherheitskräfte waren der Menschenmasse zeitweise nicht mehr mächtig. Die Leute drängten sogar ins Athletenlager rein. Gefährdet waren vor allem die kleinen Kinder. Die Organisatoren hatten den Rekordaufmarsch -- selbst in den besten Zeiten von Holmenkollen in Oslo waren nie 100'000 Zuschauer zugegen-- offenbar unterschätzt. Sie liessen selbst Leute ohne Ticket in Schanzennähe. Dazu kam, dass viele gefälschte Billette im Umlauf waren. Bis zum Ende des Wettkampfs soll es laut dem Sicherheitsdienst, der rund 700 Leute stark war, rund 20 verletzte Zuschauer gegeben haben.

(kil/sda)

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