Hautfarbe schwarz im Weissen Haus ist immer noch ein Thema
publiziert: Freitag, 15. Jan 2010 / 18:29 Uhr

US-Präsident Barack Obama ist nach wie vor schwarz und die Amerikaner müssen sich immer noch daran gewöhnen.

Barack Obama vollendet den Traum von der Sklavenbefreiung. Und passt doch in kein Schema.
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CNN International

edition.cnn.com/POLITICS/

Nächste Woche wird in den USA der Feiertag zu Ehren Martin Luther Kings begangen. Zufällig fällt in diese Woche auch Obamas Jahrestag der Amtseinführung. Der Präsident versucht unterdessen immer noch, die Welt davon zu überzeugen, dass seine Hautfarbe keine Rolle spielt. «Wie bringen wir unser Land voran? Darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren», sagte er diese Woche.

Aber momentan richtet sich auch viel Aufmerksamkeit auf einen der wichtigsten Verbündeten Obamas, den demokratischen Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid. Ein neues Buch sorgt in den USA gerade für Furore. Reid wird darin im Jahr 2008, als Obamas Kandidatur für das Weisse Haus bekannt gegeben wurde, mit folgenden Worten zitiert: Obamas Chancen hätten sich durch seinen «hellhäutigen» Teint und dadurch, dass er keine «Negersprache» verwende, erhöht.

Das Wort «Neger» weckt furchtbare Erinnerungen

Diese Worte liessen viele zusammenzucken. Im Amerika des 21. Jahrhunderts gilt das Wort «Neger» als eine furchtbare Erinnerung an den Rassismus in der Geschichte des Landes und ist in einer gesitteten Konversation unter Weissen absolut verpönt. Verständnisvollere Leser sagten jedoch, dass Reids Kommentar, auch wenn er recht unschön sei, so doch glaubhaft klinge. In den USA gibt es wirklich ein nicht ausrottbares Vorurteil gegen Afroamerikaner, die besonders dunkler Hautfarbe sind oder sich in einer bestimmten Art ausdrücken.

Als schwarzer Kandidat für ein landesweites Amt trug zu Obamas Erfolg sicher auch bei, dass es Wählern aller Hautfarben möglich war, sich bei seiner Kandidatur wohlzufühlen. Die politische Karriere anderer Amerikaner wurde schon oft durch ähnliche Aussagen zu Fall gebracht. Jetzt forderten die Republikaner auch von Reid, sein Amt niederzulegen. Einige in den Reihen der Opposition mögen sich durch den Fauxpas Reids verletzt gefühlt haben. Doch waren möglicherweise auch parteiliche Interessen im Spiel, Reid aus seinem Amt zu vertreiben.

Ein Kompliment mit unglücklicher Wortwahl

Der Demokrat leistet dem Präsidenten wertvolle Hilfe dabei, die Agenda der Regierung durch den Kongress zu bekommen. Reid wies die Forderung der Republikaner nach seinem Rücktritt zurück und entschuldigte sich beim Präsidenten. Dieser meint, dass die ganze Geschichte übertrieben sei. «Das ist ein guter Kerl, der auf der richtigen Seite steht und sich in der Geschichte auskennt», sagte Obama in einem Interview mit CNN-Reporter Roland Martin. «Dass er versucht hat, mir ein Kompliment zu machen und dabei eine unglückliche Wortwahl getroffen hat, und dass andere nun versuchen, davon zu profitieren - das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.» Auch nach einem Jahr Amtszeit des ersten afroamerikanischen Präsidenten ist das Thema Hautfarbe und das manchmal damit verbundene Unbehagen noch nicht ganz vom Tisch.

Jonathan Mann - POLITICAL MANN
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «Political Mann» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(Kolumne von Jonathan Mann/CNN-News)

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