Schwere Kämpfe in syrischer Hauptstadt Damaskus halten an
Heftige Gefechte erschüttern Syrien
publiziert: Montag, 16. Jul 2012 / 19:15 Uhr

Beirut/Moskau - Die syrische Hauptstadt Damaskus ist am Montag den zweiten Tag in Folge von schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen erschüttert worden. Aktivisten berichteten vom Beschuss von Stadtteilen und vorrückenden Panzern der Armee.

6 Meldungen im Zusammenhang
Einwohner sprachen von einem «Schlachtfeld». Die Armee habe das Viertel Tadamon in Damaskus unter Beschuss genommen, erklärten die oppositionellen Örtlichen Koordinationskomitees (LCC).

In den Vierteln Kafar Susse und Dschobar habe es schwere Gefechte zwischen den Regierungstruppen und der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) gegeben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass erstmals Panzer im historischen Stadtviertel Midan Stellung bezogen.

Damaskus war am Sonntag nach Angaben von Aktivisten von den schwersten Kämpfen seit Beginn der Rebellion im März 2011 erschüttert worden. Am Montag wurden auch aus anderen Landesteilen neue Gefechte gemeldet, darunter aus den Städten Katana und Homs sowie die Regionen von Aleppo, Hama und Deir as-Sor.

Muslimbruderschaft: Sturz des Regimes steht bevor

Die regierungsnahe Zeitung «Al-Watan» titelte am Montag mit Blick auf die Opposition: «Damaskus werdet ihr nie bekommen.» Sicherheitskräfte seien mit Unterstützung der Armee seit 48 Stunden im Einsatz, um die «terroristischen Banden» zu bekämpfen.

Die oppositionelle Muslimbruderschaft wertete die Kämpfe in Damaskus als Zeichen dafür, dass der Sturz des Regimes von Präsident Baschar al-Assad nicht mehr lange auf sich warten lasse. Sie riefen die Bewohner von Damaskus auf, Strassen zu blockieren und Brandbomben auf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zu werfen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf erklärte am Sonntag, den Syrien-Konflikt fortan als Bürgerkrieg einzustufen. Kampfhandlungen hätten sich von den Konfliktherden Idlib, Homs und Hama auf andere Landesteile ausgeweitet. Humanitäres Völkerrecht gelte nun für alle Gebiete, wo Kampfhandlungen stattfänden.

Streit mit Russland

Unterdessen dauerten die internationalen Bemühungen zur Beilegung des Konflikts an. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow warf dem Westen im Ringen um eine gemeinsame internationale Strategie für Syrien allerdings Erpressung vor.

Die westlichen Länder drohten, das Mandat für die Mission unbewaffneter UNO-Beobachter nicht zu verlängern, falls Russland ihnen nicht seine Zustimmung zu einer UNO-Resolution geben würde, die letztlich auch den Einsatz militärischer Mittel ermöglichen würde. Dies sei schlicht Erpressung, sagte Lawrow.

Zugleich wies Lawrow Hoffnungen als unrealistisch zurück, Russland könne Syriens Staatschef Assad von einem Rücktritt überzeugen. «Es ist einfach unrealistisch, er wird nicht zurücktreten», sagte Lawrow. Der internationale Sondergesandte für Syrien, Kofi Annan, wurde noch am Montag in Moskau erwartet.

China sah den blutigen Konflikt in Syrien an einem kritischen Punkt. «Es gibt jetzt eine kritische Phase zur Lösung des Syrien-Problems mit politischen Mitteln», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums vor dem Besuch von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag in Peking.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus - Die syrische Armee hat nach Angaben von Aktivisten am Sonntagmorgen neue Angriffe gegen Rebellen in ... mehr lesen
Die aus Deserteuren zusammengesetzte Freie Syrische Armee konnte Aktivisten zufolge die Kontrolle über Aleppos Stadtteil Salaheddin gewinnen.
New York - Bei dem Selbstmordanschlag auf die Führung der syrischen Sicherheitskräfte sind mindestens drei hohe Vertreter der ... mehr lesen 2
In Damaskus wurde das Gebäude der Nationalen Sicherheit angegriffen.
New York/Damaskus - Die syrische Hauptstadt Damaskus ist am Sonntag von den heftigsten Kämpfen seit dem Beginn der ... mehr lesen
Bewaffnete Auseinandersetzungen. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
UNO Beobachter in Syrien. (Archivbild)
Damaskus/Beirut - Nach dem verheerenden Blutbad im zentralsyrischen ... mehr lesen
Kinder im Jemen brauchen dringend Schutz.
Kinder im Jemen brauchen dringend Schutz.
Kämpfe immer intensiver  New York - Bei den bewaffneten Auseinandersetzungen im Jemen sind in der vergangenen Woche mindestens 62 Kinder getötet worden. 30 weitere wurden nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks Unicef verletzt. 
Vereinte Nationen haben den Jemen verlassen New York - Wegen der Kämpfe im Jemen haben die Vereinten Nationen ihr gesamtes ausländisches Personal aus ...
Heute sind die letzten Mitarbeiter der Vereinten Nationen ausgereist.
IS-Vormarsch  Kirkuk - Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hat den Sieg der Regierungstruppen im Kampf um die Stadt Tikrit verkündet. Er gratuliere den irakischen Sicherheitskräften und ihren paramilitärischen Unterstützern zu diesem «historischen Meilenstein».  
USA und irakische Soldaten greifen IS in Tikrit an Bagdad/Washington - Die von den USA geführte Allianz im Irak hat erstmals mit Luftangriffen die ...
Kämpfer des Islamischen Staats (IS) eroberten Tikrit gleich zu Beginn ihres rasanten Vormarsches im Juni vergangenen Jahres. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2900
    Die... Todesstrafe ist nach einem rechtsstaatlichen Verfahren hinnehmbar,wenn ... heute 11:07
  • keinschaf aus Wladiwostok 2683
    Pubertäres Gebrabbel Wie alt sind Sie eigentlich? heute 10:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1274
    Ich bin der festen Überzeugung dass das Schäfchen eine kleine Nachhilfestunde nötig hat, darum hier ... heute 10:30
  • keinschaf aus Wladiwostok 2683
    Meinungen... ....darf man immer haben, sogar Sie:-) Nur ist diese Meinung nicht ... gestern 20:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1274
    Die Franzosen lieben es, den Regierenden das Leben schwer zu machen, das war schon immer so. Wir ... gestern 18:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1274
    Na ja, da habe ich eine andere Meinung, das Schäfchen ist nicht belehrbar! Ich hab's auch nicht versucht, wer ... gestern 11:31
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2900
    Der... Iran führt Krieg in Syrien, im Libanon und jetzt auch noch im Jemen und ... gestern 10:28
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2900
    Assad... ist nur noch ein Schatten seiner selbst und ein Hohn für die Erbschaft ... gestern 08:10
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 1°C 2°C leicht bewölkt, Schneefall bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 1°C 3°C leicht bewölkt, wenig Schneefall bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 1°C 4°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 5°C 8°C leicht bewölkt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
Luzern 6°C 6°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 6°C 9°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 12°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten