Heftige Kämpfe in Damaskus und Aleppo
publiziert: Freitag, 17. Aug 2012 / 18:58 Uhr
Die Kämpfe in Damaskus finden kein Ende.
Die Kämpfe in Damaskus finden kein Ende.

Damaskus/New York - Die syrische Hauptstadt Damaskus und die Grossstadt Aleppo im Norden sind erneut zum Schauplatz von Kämpfen zwischen Aufständischen und Truppen des Regimes von Baschar al-Assad geworden. Aktivisten berichteten von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Massa im Westen von Damaskus.

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Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung im eleganten Stadtteil Al-Massa sei verängstigt und schockiert, hiess es. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.

Die Truppen des Assad-Regimes hatten die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) vor mehr als zwei Wochen aus Damaskus verdrängt. Seitdem greifen die Rebellen immer wieder mit Nadelstichaktionen verschiedene Quartiere von Regierungsmitgliedern und Funktionären an.

Verstärkter Artilleriebeschuss in Aleppo

In der umkämpften nördlichen Wirtschaftsmetropole Aleppo verstärkten die Regimetruppen unterdessen den Artilleriebeschuss. Dabei würden sie nun auch besonders grosskalibrige Geschosse einsetzen, sagte ein örtlicher FSA-Kommandant. In der Nähe des Militärflughafens bombardierten Regimetruppen ein Dorf, berichteten Aktivisten.

Die Kämpfe um Aleppo dauern schon fast vier Wochen an. Keine der Seiten konnte bislang eine entscheidende Wende herbeiführen.

Geiseln im Libanon freigelassen

Im benachbarten Libanon liess der Al-Mokdad-Clan 18 von 40 syrischen Geiseln frei, die der einflussreiche schiitische Familienverband in seiner Gewalt hält. Der Clan, der für seine Verstrickung in den Drogenhandel bekannt ist, will mit der Geiselnahme von FSA-Sympathisanten die Freilassung eines Angehörigen erzwingen, den die FSA bei Aleppo als angeblichen Söldner und Heckenschützen der Assad-Truppen gefangen genommen hatte.

«Zum gegenwärtigen Zeitpunkt halten wir alle Operationen auf libanesischem Boden an, weil wir genügend Syrer haben, die mit der FSA verbunden sind», sagte der Clan-Sprecher Maher al-Mokdad am Freitag in Beirut.

Weitere Entführungen angedroht

Die Mokdads halten auch einen türkischen Staatsbürger fest und hatten angedroht, auch Bürger anderer Länder der Region, die die syrischen Rebellen unterstützen, zu entführen. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten darauf ihre Staatsangehörigen aufgefordert, den Libanon zu verlassen.

Das endgültige Ende der Syrien-Beobachtermission UNSMIS besiegelte der UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag (Ortszeit). An ihre Stelle soll nun ein Verbindungsbüro in Damaskus treten, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen.

Russland beruft Aktionsgruppe ein

Russland kündigte für Freitag (Ortszeit) ein Treffen der Syrien-Aktionsgruppe - bestehend aus den Veto-Mächten im Sicherheitsrat und arabischen Ländern - an. Moskau fordert im Gegensatz zu den USA auch eine Teilnahme des Irans.

(bg/sda)

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