Heftige Kritik an Datenschutz bei Google Books
publiziert: Freitag, 24. Jul 2009 / 13:06 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Jul 2009 / 14:02 Uhr

Mountain View - Die Aufregung um den Buchsuchdienst Google Books geht weiter. Nachdem das US-Justizministerium offiziell bestätigt hatte, dass ein Wettbewerbsverfahren eingeleitet worden sei, haben sich nun gleich mehrere Bürgerrechtsorganisationen mit ihrer Kritik zum Internetangebot von Google zu Wort gemeldet.

Kritik an Google Books: «Der Dienst kann nachvollziehen, welche Bücher gesucht oder gelesen werden.»
Kritik an Google Books: «Der Dienst kann nachvollziehen, welche Bücher gesucht oder gelesen werden.»
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Der Buch-Suchdienst von Google

google books.de

In einem gemeinsamen Brief an Eric Schmidt, CEO des Unternehmens, rufen sie dazu auf, für höhere Datenschutzstandards im Rahmen von Google Books zu sorgen.

«In seiner jetzigen Form verfolgt der Dienst die Spur der User so genau, dass sich nachvollziehen lässt, welche Bücher er gesucht oder gelesen hat und sogar, was er auf den Seitenrand geschrieben hat», stellen Vertreter der Electronic Frontier Foundation (FCC), der American Civil Liberties Union (ACLU) und der Samuelson Law Technology & Public Policy Clinic der US Berkeley School of Law fest.

Es sei nicht einzusehen, warum für den Buchsuchdienst von Google nicht dieselben hohen Datenschutzstandards gelten sollten wie für Bibliotheken.

Starker Schutz der Privatsphäre

«In Anbetracht der langen und problematischen Geschichte der Bemühungen von Regierung und Drittpersonen, Bibliotheken und Buchhändler dazu zu verpflichten, ihre Aufzeichnungen über die Leser herauszurücken, ist es unbedingt notwendig, dass Google Books einen besonders starken Schutz der Privatsphäre sowohl in seiner Architektur als auch in seine Grundsätze integriert», betonen die beteiligten Organisationen in ihrem Schreiben.

Ohne ausreichenden Schutz bestehe die Gefahr, dass der Online-Service schnell zu einem «One-Stop-Shop» für Regierung und zivilrechtliche Prozessführer werden könnte, in dem sie für sie relevante Informationen aus dem Leben der US-amerikanischen Bürger herausfischen könnten.

Google versteht die Aufregung nicht

Von Seiten Googles kann man die Aufregung nicht wirklich verstehen. Wie ein Sprecher des Internetkonzerns gegenüber «Cnet» erklärt, sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, sich auf genaue Datenschutzrichtlinien für den Buchsuchdienst festzulegen.

Man sei aber prinzipiell dazu bereit, die Kritik ernst zu nehmen und das Thema ausführlich mit allen Beteiligten zu diskutieren. «Wir setzen bei Google Books und allen anderen Google-Produkten gegenwärtig auf eine sehr strenge Datenschutzpolitik», kontert Dan Clancy, Engineer Director bei Google Books, in einer aktuellen Blog-Meldung.

Derzeit sei die aussergerichtliche Vereinbarung, die der Internetkonzern im vergangenen Oktober mit der US-amerikanischen Autorenorganisation The Authors Guild und der Association of American Publishers getroffen hat, aber noch nicht einmal gerichtlich abgesegnet.

«Die Dienste, die durch diese Vereinbarung autorisiert werden, sind noch nicht entwickelt oder designt worden. Das bedeutet, dass es aktuell nur sehr schwer wenn nicht sogar unmöglich ist, hierfür detaillierte Datenschutzregeln zu formulieren», so Clancy.

(tri/pte)

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