Erdogan bestätigt Fund von Waffenmaterial in syrischem Flugzeug
Heftige Kritik an erzwungener Landung
publiziert: Donnerstag, 11. Okt 2012 / 08:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Okt 2012 / 19:35 Uhr
Wladimir Putin
Wladimir Putin

Ankara - Russland und Syrien haben die erzwungene Landung eines syrischen Passagierflugzeugs in der Türkei scharf kritisiert. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, an Bord des aus Moskau kommenden Airbus hätten sich Rüstungsgüter befunden.

6 Meldungen im Zusammenhang
Adressat der Lieferung eines russischen Herstellers sei das syrische Verteidigungsministerium gewesen, sagte Erdogan an einer Medienkonferenz. Das Material werde geprüft und «das Notwendige wird folgen». Dabei ging er aber nicht konkret auf die Ladung des Flugzeugs ein.

Damit blieb weiter unklar, was genau sich an Bord der «SyrianAir»-Maschine befand, die am Mittwoch von der türkischen Luftwaffe bei Ankara zur Landung gezwungen worden war.

Die Türkei beschwerte sich ferner offiziell bei der syrischen Regierung: Syrien habe mit dem Transport militärischer Materialien den türkischen Luftraum sowie die internationalen Bestimmungen der zivilen Luftfahrt verletzt.

Moskau: russische Passagiere gefährdet

Russland bestreitet, dass sich an Bord der Maschine militärische Güter befanden. In Moskau sagte ein Vertreter der russischen Rüstungsexportindustrie: «Wenn ... (dann) würde das nach der üblichen Praxis geschehen - und nicht auf illegalem Wege oder noch dazu unter Nutzung eines Passagierflugzeugs.»

Russland legte Protest ein und forderte von der Türkei eine Erklärung. Das Aussenministerium in Moskau beklagte, dass seine Diplomaten in Ankara keinen Zugang zu den 17 russischen Passagieren erhalten hätten. Das türkische Aussenministerium erklärte, es habe keine Anfrage Russlands erhalten.

An Bord der Maschine befanden sich nach russischen Angaben insgesamt 37 Passagiere. Am Donnerstag durfte die Maschine Richtung Damaskus weiterfliegen.

Syrische Führung reagiert empört

Syrien reagierte empört auf das Abfangen der Passagiermaschine. «Dies ist ein feindlicher Akt», erklärte das Aussenministerium. Es forderte die Türkei auf, die Ladung «vollständig und unbeschädigt» zu übergeben.

Angaben, was sich im Frachtraum der Maschine befand, wurden von syrischer Seite nicht gemacht. Der Chef der Fluggesellschaft, Ghaida Abdulatif, versicherte, das Flugzeug habe keine illegale Fracht transportiert.

Putin verschiebt Türkei-Besuch

Kurz vor dem Zwischenfall am Mittwoch hatte der russische Präsident Wladimir Putin eine für diesen Montag geplante Reise in die Türkei verschoben. Offiziell wurde dies mit Terminproblemen Putins begründet.

Die Zeitung «Wedomosti» zitierte einen Kremlbeamten mit den Worten, Putin wolle sich im eskalierenden Konflikt zwischen Syrien und der Türkei nicht auf eine Seite stellen. Erdogans Büro teilte am Donnerstag mit, Putin werde nun am 3. Dezember erwartet.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Die Türkei hat ein weiteres Flugzeug auf dem Weg in das Bürgerkriegsland Syrien gestoppt. Die Behörden ... mehr lesen 1
Letzte Woche war ein syrisches Flugzeug von türkischen Kampfflugzeugen zur Landung gezwungen worden. (Archivbild)
Beirut/Istanbul - Syrien verbietet der Türkei Flüge von Passagiermaschinen über syrischem Territorium. Das Verbot gelte ab Mitternacht, teilte das Aussenministerium am Samstag mit. mehr lesen  1
Washington/Istanbul - Im Streit um das abgefangene syrische Flugzeug haben sich die USA hinter die Türkei gestellt. «Wir unterstützen die Entscheidung der türkischen Regierung, das Flugzeug zu untersuchen», sagte die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Victoria Nuland am Donnerstag. mehr lesen 
Türkische Luftwaffe zwingt syrisches Flugzeug zur Landung(Symbolbild)
Istanbul - Die Türkei hat ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in ... mehr lesen
Istanbul - Der türkische Generalstabschef Necdet Özel hat Syrien mit härteren Vergeltungsschlägen gedroht, falls der Beschuss aus dem Nachbarland nicht aufhört. «Wir haben darauf reagiert, aber wenn das weitergeht, werden wir mit grösserer Gewalt antworten», zitierte ihn der staatliche Fernsehsender TRT. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Amman/Ankara - Das türkisch-syrische Grenzgebiet kommt nicht zur Ruhe. Die türkischen Streitkräfte nahmen erneut ... mehr lesen
«Was unsere Fachleute in Kobane gesehen haben, war jenseits unserer schlimmsten Albträume», wird Frédéric Maio, Experte für humanitäre Minenaktion.
«Was unsere Fachleute in Kobane ...
Wiederaufbau wird erschwert  Genf - Die syrische Grenzstadt Kobane ist nach vier Monaten heftiger Kämpfe und US-Luftangriffe zu 80 Prozent zerstört. Der Wiederaufbau und die Rückkehr der Bevölkerung wird nun durch herumliegende, explosive Munitionsreste erschwert. 
Nach Raketenbeschuss aus dem Gaza  Gaza - Nach dem Einschlag einer Rakete aus dem Gazastreifen hat das israelische Militär ...
Nach dem Einschlag einer Rakete greift nun Israel an.
Israelische Panzer erwidern Raketenangriff aus dem Gazastreifen Tel Aviv/Gaza - Als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen haben israelische ... 1
Nach Raketenbeschüssem aus dem Gaza, reagierte Israel mit Schüssen.
Palästina nun Vollmitglied des Internationalen Strafgerichtshofes Den Haag - Die Palästinensergebiete sind am Mittwoch formell als 123. Vollmitglied dem ...
Der palästinensische Aussenminister Riad al-Malki nahm an der nicht öffentlichen Aufnahmezeremonie teil.
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 5°C 11°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 2°C 13°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 5°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 5°C 17°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 8°C 16°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 9°C 19°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 17°C 25°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten