Obama aggressiver im zweiten Duell
Heftiger Schlagabtausch zwischen Obama und Romney bei TV-Debatte
publiziert: Mittwoch, 17. Okt 2012 / 07:45 Uhr
Barack Obama scheint viel aufgelöster als beim ersten Duell.
Barack Obama scheint viel aufgelöster als beim ersten Duell.

Hemstead/Berlin - US-Präsident Barack Obama und sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney haben sich bei der zweiten TV-Debatte einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Dabei zeigte sich der Amtsinhaber deutlich aggressiver als beim ersten Duell vor zwei Wochen.

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Obama warf Romney unter anderem vor, eine Politik für die Reichen zu betreiben. Romney verfolge das Ziel, «dass für die Leute an der Spitze andere Regeln gelten», sagte Obama an der Hofstra Universität in Hempstead im Bundesstaat New York. Der Republikaner attackierte den Präsidenten dagegen wegen der Staatsverschuldung.

Mit Blick auf die Schuldenkrise in der Eurozone sagte er, Obama führe die USA «auf die Strasse nach Griechenland». Romney machte Obama erneut auch für die schwache Wirtschaft verantwortlich. Die Mittelschicht habe unter der Politik des Präsidenten in den vergangenen vier Jahren gelitten, sagte er.

Der Präsident erwiderte, dass sich das Land nach der schweren Rezession erhole. Unternehmen hätten in den vergangenen 30 Monaten fünf Millionen neue Jobs geschaffen. Romney habe die US-Autoindustrie in die Pleite schicken wollen. «Ich sage, wir setzen auf die amerikanischen Arbeiter», sagte Obama.

«Keine Steuergeschenke»

In der Steuerpolitik wehrte sich Romney gegen Vorwürfe, die Abgabenlast für die höchsten Einkommen auf Kosten der Mittelschicht zu senken. «Ich strebe keine Steuersenkungen für reiche Leute an», sagte er.

Obama bekräftigte, dass die Reichen «etwas mehr tun» müssten zur Sanierung des Staatshaushalts. Dagegen würden 97 Prozent der Haushalte und kleinen Unternehmen in den USA unter seiner Regierung nicht stärker belastet. Dem Republikaner warf er vor, die Wähler im Unklaren darüber zu lassen, welche Vergünstigungen er für die Finanzierung seiner Steuerpläne abschaffen wolle.

Libyen-Vorwürfe

Ein heftig umstrittenes Thema war auch die tödliche Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi. Obamas Umgang mit dem Angriff stelle die gesamte Politik des Präsidenten gegenüber der arabischen Welt in Frage, sagte Romney. Obama zeige in der Region keine Führungsstärke und entschuldige sich für die USA.

Obama warf seinem Herausforderer vor, politisches Kapital aus dem Angriff schlagen zu wollen. «Während wir noch mit unseren bedrohten Diplomaten beschäftigt waren, hat Gouverneur Romney eine Presseerklärung herausgegeben», sagte er.

Fragen aus dem Publikum

Die zweite Debatte fand in Form eines «Townhall-Meetings» statt, bei dem unentschlossene Wähler Fragen an den Präsidenten und seinen Herausforderer stellen. Das Meinungsforschunginstitut Gallup hatte die 80 Teilnehmer vor der Debatte ausgewählt.

Bei jedem Thema durften Obama und Romney eine zweiminütige Antwort geben, dann diskutierten sie unter Leitung der CNN-Moderatorin Candy Crowley. Der Präsident stand nach einem schwachen Auftritt in der ersten Debatte Anfang Oktober unter Druck. In Umfragen konnte Romney zuletzt zulegen. Die Präsidentschaftswahl findet am 6. November statt.

(laz/sda)

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