Heiligsprechung gefordert
publiziert: Sonntag, 10. Apr 2005 / 08:44 Uhr

Rom - Deutlicher geht es nicht: Tausende Gläubige haben am Freitag die Totenmesse für Johannes Paul II. unterbrochen. Sie riefen minutenlang "Santo, Santo" und schwenkten Spruchbänder mit der Aufschrift "Santo subito" - heilig sofort.

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Johannes Paul IIJohannes Paul II
Seit dem Tod des Papstes mehren sich die Stimmen, die seine Heiligsprechung fordern. Johannes Paul II., der im Laufe seines mehr als 26-jährigen Pontifikats mehr Menschen selig und heilig sprach als all seine Vorgänger zusammen, könnte schon bald selbst auf der Liste der Kandidaten stehen.

Um den Gläubigen möglichst viele Vorbilder für eine christliche Lebensweise zu geben, vereinfachte Johannes Paul II. den bürokratischen Ablauf der Seligsprechung stark und verkürzte damit den Prozess enorm.

Mehr Effizienz im Vatikan

Auf diese Weise wurden in seiner Amtszeit 482 Menschen heilig und 1338 selig gesprochen - einige von ihnen schon nach wenigen Jahrzehnten, Mutter Teresa gar nur sechs Jahre nach ihrem Tod.

Nach den neuen Regeln muss ein Kandidat für die Seligsprechung neben einem vorbildlichen Lebenswandel nachweislich auch ein Wunder vollbracht haben; um heilig gesprochen zu werden, braucht es ein zweites Wunder.

Die entsprechenden Untersuchungen führt die Vatikanische Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen.

Johannes Paul II. selbst hatte im Jahr 2000 zwei seiner Vorgänger - Papst Johannes XXIII. und Pius IX. - selig gesprochen; ein weiteres Verfahren für die Seligsprechung von Pius XII. läuft, ungeachtet aller Proteste wegen dessen Schweigen zum Holocaust.

Schon zwei Wunder gemeldet

Dass der Papst ein vorbildliches Leben geführt hat, werden nur wenige bezweifeln. Und inzwischen haben sich schon zwei Zeugen gemeldet, die von ihrer wundersamen Heilung durch Johannes Paul II. berichten.

Der 19-jährigen Mexikaner Heron Badillo, der als Vierjähriger unheilbar an Leukämie erkrankt war, und eine 90-jährige Nonne aus Kolumbien, die nach einer schweren Hörwegserkrankung ständig an Gleichgewichtsstörungen litt, bis sie das Oberhaupt der katholischen Kirche traf.

Für Badillo steht fest: "Seit diesem Tag vor 15 Jahren bin ich überzeugt, dass es ein Wunder war. Er hat mein Gesicht berührt und meine Stirn und Glatze geküsst. Ich war so krank, keiner glaubte noch an meine Rettung - aber ab da ging es mir wieder besser." Das Bistum von Badillos Heimatstadt Zacatecas bestätigt seine Angaben.

Schon während der ersten Trauermesse zum Gedenken an den Papst am vergangenen Sonntag sprach Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano indirekt die Möglichkeit an, dass der Verstorbene heilig gesprochen werden könnte.

Eilige Gläubige

"Johannes Paul II. der Grosse" sei mit der "Ruhe eines Heiligen" gestorben, sagte er während der Feier auf dem Petersplatz. Viele der Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom mögen den Prozess der Heiligsprechung gar nicht abwarten.

Die nigerianische Schwester Biedechristaline Ogiri sieht in Johannes Paul II. den "Jesus von heute". Für den französischen Geschichtsprofessor Jean-Herve Foulon ist er "ein Heiliger": "Das ist das erste Wunder", sagt Foulon und weist auf die Millionen von Menschen, die zum Abschiednehmen eigens nach Rom gepilgert sind.

(Von Denis Barnett/afp)

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