Kulturelles Erbe stark gefährdet
Heimatschutz braucht dringend mehr Geld
publiziert: Montag, 8. Sep 2014 / 10:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 8. Sep 2014 / 13:48 Uhr
Damit die schleichende Zerstörung abgewendet werden kann, braucht es mehr Geld.
Damit die schleichende Zerstörung abgewendet werden kann, braucht es mehr Geld.

Die Schweiz ist reich an einzigartigen Denkmälern, Ortsbildern und archäologischen Fundstellen. Für ihren Erhalt und ihre Pflege braucht es jährlich mindestens 30 Millionen Franken. Doch es stehen zu wenig finanzielle Mittel vorgesehen, um sie vor dem Zerfall zu bewahren. Deshalb verlangt Alliance Patrimoine mehr Mittel.

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Für den Erhalt unserer schützenswerten Denkmäler, Ortsbilder und archäologischen Fundstellen müssten jährlich rund 100 Millionen Franken aufgewendet werden. Dieser Bedarf ist in der Kulturbotschaft 2016-2019 klar ausgewiesen. Trotzdem haben die Bundesmittel in den letzten zehn Jahren stetig abgenommen. Waren es bis 2004 durchschnittlich 38 Millionen Franken pro Jahr, sollen in den kommenden Jahren nur 28 Millionen Franken zur Verfügung stehen.

Denkmalpflege vor immensen Herausforderungen

Die Kürzungen und das geplante Fortschreiben der Unterfinanzierung stehen im deutlichen Gegensatz zur denkmalpflegerischen und archäologischen Realität: Die Begrenzung des Siedlungsgebietes, der Siedlungsdruck nach Innen und die Energiewende, welche die Nutzung von Gebäuden nachhaltig verändern wird, stellen die Denkmalpflege vor immense Herausforderungen. Erschwerend kommt hinzu, dass immer mehr Objekte mit Beiträgen aus der Denkmalpflege erhalten werden müssen und dass die Kosten für die Instandhaltungsarbeiten und die archäologischen Untersuchungen aufgrund der hohen Bauteuerung stetig steigen.

Unterfinanzierung löst Dominoeffekt aus

Denkmalpflege ist eine Verbundaufgabe zwischen den Kantonen und der Eidgenossenschaft. Die Unterfinanzierung des Bundes löst einen verheerenden Dominoeffekt aus: Wenn sich der Bund finanziell nicht oder ungenügend am Erhalt des kulturellen Erbes beteiligt, verhalten sich die Kantone ebenso ? insbesondere vor dem Hintergrund geplanter Sparpakete. Da private Stiftungen ihre Beiträge zudem vermehrt an die Höhe der öffentlichen Gelder koppeln, drohen auch diese Mittel künftig zu sinken.

Adrian Schmid, Vorsitzender der Alliance Patrimoine 2014, betont die Bedeutung des baukulturellen Erbes: «Um den Zugang zur Baukultur zu fördern, muss dieses Erbe erhalten und der Bevölkerung vermittelt werden. Denkmäler, Ortsbilder und archäologische Fundstätten prägen unser Heimatbild sowie unsere Identität und sind vor dem schleichenden Zerfall zu bewahren. Dazu müssen die notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden.»

(jz/news.ch mit Agenturen)

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