Heimbewohnerin in Wald gelockt und erstochen
publiziert: Mittwoch, 12. Jul 2006 / 16:20 Uhr

Kreuzlingen - Eine geistig Behinderte, die eine Mitbewohnerin eines Heims in den Wald gelockt und erstochen hat, muss für sieben Jahre ins Zuchthaus.

Die Angeklagte sitzt momentan in der Strafanstalt Hindelbank ein.
Die Angeklagte sitzt momentan in der Strafanstalt Hindelbank ein.
Verwahrt wird die 21-Jährige entgegen dem Antrag des Staatsanwaltes aber nicht. Die Angeklagte sei der vorsätzlichen Tötung, nicht des Mordes schuldig, sagte der Präsident des Bezirksgerichts Kreuzlingen bei der Urteilseröffnung. Sie habe die schreckliche Tat höchstwahrscheinlich unter dem Einfluss einer Psychose begangen.

Der Staatsanwalt hatte beantragt, die 21-Jährige zu verwahren. Das Gericht verpflichtet die junge Frau jedoch zu einer ambulanten Psychotherapie mit medikamentöser Behandlung während und nach dem Strafvollzug.

Günstige Prognose

Der Staatsanwalt hatte auf Mord plädiert und 15 Jahre Zuchthaus beantragt. Zusätzlich hatte er die Sicherheitsverwahrung für geistig Abnorme verlangt.

Das Gericht sah aber davon ab. Es gebe andere Möglichkeiten. Die Angeklagte sei in der Strafanstalt Hindelbank, wo sie seit einem Jahr einsitzt, am richigen Ort. Ihre Prognose sei gemäss einem neuen Gutachten günstig, sagte der Richter.

Serie von Straftaten

Die Tat vom 4. Februar 2005 bezeichneten sowohl das Gericht wie auch die Anklage als «scheusslich». Mit der Ermordung der damals 21- jährigen Mitbewohnerin eines Heims bei Lengwil TG sei eine ganze Serie von Straftaten zu Ende gegangen. Dazu gehörten Drohungen, Brandstiftung und versuchte Tötung, sagte der Staatsanwalt.

Die Angeklagte habe ein Opfer gesucht, an dem sie ihre ohnmächtige Wut und den Hass auf andere Mitbewohner und Betreuer auslassen konnte. Sie habe die Mitbewohnerin, die ihre beste Freundin war und ihr als ideales, weil schwaches Opfer erschien, in den nahen Wald gelockt. Mit 18 Messerstichen habe sie die Kollegin «niedergemetzelt».

Genugtuung für Angehörige

Der Verteidiger plädierte auf vorsätzliche Tötung und verlangte eine 4-jährige Gefängnisstrafe. Statt eine Sicherheitsverwahrung solle das Gericht eine ambulante Psychotherapie nach der Haftentlassung anordnen.

Die Mutter und der Vater der Getöteten erhalten je 30 000 Franken Genugtuung. Ihrem Bruder werden 15 000 Franken zugesprochen. Diese Entschädigungen, sowie die Verfahrens- und Untersuchungskosten übernimmt vorerst der Staat.

(ht/sda)

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