Hermann Maiers belohnter Kampf
publiziert: Donnerstag, 10. Feb 2005 / 20:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Feb 2005 / 21:41 Uhr

Vom grossen Verlierer zum umjubelten Gewinner ist die Spanne oft kurz. Im Fall von Hermann Maier betrug sie fünf Tage: Am Samstag in der Abfahrt als 17. vernichtend geschlagen, triumphierte er nun ausgerechnet im Riesenslalom.

Hermann Maier holte sich als erster Österreicher seit 1991 den WM-Titel im Riesenslalom.
Hermann Maier holte sich als erster Österreicher seit 1991 den WM-Titel im Riesenslalom.
"In der Abfahrt war ich so weit hinten, dass sich die Enttäuschung schon wieder in Grenzen hielt", teilte Maier nach jenem Rennen seinen Fans auf der eigenen Homepage mit. Und ganz zuletzt hiess es dann: "Aber was solls? Das Ganze ist schließlich nur ein Spiel, das immer wieder von vorne beginnt. Und es kommen ja noch viele Rennen auf mich zu -- schon am Mittwoch der Riesenslalom bei der WM. Bitte haltet mit alle fest die Daumen."

Es hat offensichtlich genützt. Denn die Nerven hat Maier auch nach dem Abfahrts-Debakel nicht verloren. "Es war für mich interessant zu schauen, wie ich das wegstecke."

Enge Kurven

Seit seinem schweren Motorrad-Unfall vom 24. August 2001 hatte Hermann Maier im Weltcup vier Super-G und zwei Abfahrten gewonnen, aber nie mehr einen Riesenslalom. 1998 war er in dieser Sparte Olympiasieger geworden, insgesamt gewann er im Weltcup 13 Riesenslaloms, zuletzt beim Saisonfinale im März 2001 in Are.

Doch er wusste schon vor dieser WM, dass er auch in dieser Disziplin wieder nahe dran ist. Drei Mal schaffte er einen Podestplatz in diesem Winter, und im "Riesen" kämpfte er zuletzt nicht mehr mit den Abstimmungsproblemen, mit denen er sich in den Speed-Wettbewerben nach seinem im letzten August vorgenommenen Schuhwechsel noch immer konfrontiert sieht.

Im Riesenslalom lag das Problem eher in den engen Kurven, die er nicht mehr so zu fahren imstande ist wie früher. Denn noch immer leidet er im rechten Unterschenkel teilweise an Gefühlslosigkeit. "Deshalb war für mich auch so wichtig, dass mein Trainer Andi Evers den zweiten Lauf ausgeflaggt hat. Das gab mir Sicherheit.

"Ein ganz besonderer Titel"

Im Super-G gleich zu Beginn, in seiner Lieblingsdiszplin, hatte Maier als Vierter eine Medaille um 17 Hundertstel verpasst. Doch als nun kaum mehr einer mit ihm rechnete, schlug er zu.

Hermann Maier holte sich als erster Österreicher seit 1991 den WM-Titel im Riesenslalom. Der später tödlich verunfallte Rudi Nierlich gewann damals in Saalbach. "Nierlich war ein grosses Idol für mich. Es macht mich sehr glücklich, in einer Reihe mit ihm zu stehen", so Maier.

Der Riesenslalom ist ohnehin eine Sparte, in der die Österreicher in der Vergangenheit nicht allzu oft triumphierten. Der nächste Weltmeister vor Maier und Nierlich ist bereits Karl Schranz (1970 in Val Gardena).

Wer einen überschwänglich jubelnden Herminator erwartete, der wurde enttäuscht. Es war eher eine stille Freude. "Dieser Titel ist für mich etwas ganz Besonderes", sagte er dann aber doch, "ich bin nicht mehr der Hermann Maier von 1998. Da war ich noch frisch. Früher ist alles so dahingeschwebt, war alles viel leichter. Heute aber ist alles viel mehr ein Kampf. Ich opfere alles auf, was in meinen Möglichkeiten steht. Und deshalb zählen solche Siege für mich auch so viel."

Vieles ist für Maier nicht mehr so wie einst. Sein trockener ´Schmäh´ wird aber immer bleiben. An der Pressekonferenz stellte ihm jemand die Frage, ob ihn die Kritik von Christian Neureuther geärgert habe. Das einstige deutsche Slalom-Ass hatte geschrieben, Maiers Zeit sei langsam vorbei. Des Herminators Antwort: "Christian Neureuther? Den kenne ich nicht so -- aber er soll beim Fussball bleiben."

(Werner Eisenring, Bormio/Si)

 
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