Herztransplantationen-Stopp am Unispital
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 16:22 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Jun 2005 / 16:47 Uhr

Zürich - Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Verena Diener und das Zürcher Unispital haben sich definitiv darauf geeinigt, vorläufig auf Herztransplantationen zu verzichten.

Der Druck auf die Ärzte ist im Moment zu gross.
Der Druck auf die Ärzte ist im Moment zu gross.
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Vorderhand spricht die Gesundheitsdirektion "von wenigen Wochen". Unter dem gegenwärtigen Druck auf Ärzte und Personal seien Herztransplantationen an der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie des Zürcher Unispitals "zu riskant", sagte Marianne Delfosse, Mediensprecherin von Regierungsrätin Verena Diener, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Deshalb habe man sich mit der Spitalleitung auf ein Moratorium geeinigt. Dieses solle sich möglichst "auf wenige Wochen" beschränken, sagte Delfosse weiter. Es solle die Zeit abdecken, in der Ärzte und Personal im Rahmen der Ausweitung der Strafuntersuchung neu befragt werden. So schnell als möglich wolle man wieder zur Tagesordnung übergehen.

Delfosse bestätigte ferner, dass die beiden nach Medienberichten ins Kreuzfeuer der Kritik geratenen Ärzte des Zürcher Transplantationsteams suspendiert seien.

Diese seien durch die jüngsten Medienberichte unter gewaltigen Druck geraten. Laut Delfosse haben diese aber seit dem fatalen Eingriff keine Herztransplantationen mehr durchgeführt.

Verfahren beschleunigen

Hohe Priorität muss nun laut Delfosse das Strafverfahren im Zusammenhang mit der im April 2004 missglückten Herzverpflanzung haben. Die Gesundheitsdirektion werde deshalb in der laufenden Woche mit der Justizdirektion Gespräche führen, mit dem Ziel, das Verfahren zu beschleunigen.

Schliesslich sind die Spitalleitung und die Zürcher Gesundheitsdirektorin Diener übereingekommen, alle Prozesse im Zusammenhang mit Herzverpflanzungen noch einmal zu überprüfen.

Kurz nach der Operation am 20. April 2004 war bekannt geworden, dass der durch eine Reportage von SF DRS national bekannt gewordenen Herzpatientin Rosmarie Voser ein mit ihrer Blutgruppe unverträgliches Herz eingepflanzt wurde. Das Unispital machte damals interne Kommunikationsfehler für das Drama verantwortlich.

Auf Vernehmungsprotokolle und einen Untersuchungsbericht des Rechtsmedizinischen Instituts gestützte Medienberichte legen jedoch nahe, dass beteiligte Ärzte an Voser bewusst ein Experiment vorgenommen haben könnten.

(sl/sda)

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