Hessen schickt gewalttätigen Jungen nach Sibirien
publiziert: Donnerstag, 17. Jan 2008 / 10:05 Uhr

Frankfurt - Die Behörden im deutschen Bundesland Hessen greifen im Umgang mit jugendlichen Gewalttätern zu drastischen Mitteln. Wie die «Süddeutsche Zeitung» vorab aus ihrer Donnerstagausgabe berichtet, wurde ein 16-jähriger Schüler zur Besserung nach Sibirien geschickt.

Debatte ausgelöst: Roland Koch.
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Der immer wieder als gewalttätig aufgefallene Jugendliche solle dort auf Beschluss des Jugendamtes im Landkreis Giessen ein Dreivierteljahr lang gemeinsam mit einem Betreuer unter einfachsten Bedingungen leben.

Es gehe nicht um eine Bestrafung, sondern um eine «erlebnispädagogische Massnahme», sagte ein Sprecher des Landkreises. Etwa die Hälfte seiner Zeit in Sibirien sei bereits vorbei. Der Jugendliche solle einer «möglichst reiz- und konsumarmen Umgebung» ausgesetzt werden.

Polarisierender Wahlkampf

Hessens CDU-Ministerpräsident Roland Koch hat im Landtagswahlkampf mit Forderungen nach einem härteren Umgang mit jugendlichen Gewalttätern eine bundesweite Debatte ausgelöst.

Die SPD lehnt die von der CDU geforderte Verschärfung des Jugendstrafrechts strikt ab. In Hessen wird am 27. Januar ein neuer Landtag gewählt. Umfragen zufolge droht Koch der Verlust der absoluten Mehrheit.

(ht/sda)

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