Syrien-Konflikt
Hilfsorganisationen werfen UNO Versagen vor
publiziert: Donnerstag, 12. Mrz 2015 / 06:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Mrz 2015 / 08:27 Uhr
21 Hilfsorganisationen beschuldigen die UNO  völliges Versagen in der Syrien-Krise.
21 Hilfsorganisationen beschuldigen die UNO völliges Versagen in der Syrien-Krise.

New York - 21 Hilfsorganisationen haben dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) völliges Versagen in der Syrien-Krise vorgeworfen. Statt geschützt zu werden, hätten die 2014 Syrer das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. Zudem droht den Helfern das Geld auszugehen.

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Der UNO sei es nicht gelungen, die Menschen in dem Land zu schützen, hiess es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht «Failing Syria» (Versagen in Syrien) zum vierten Jahrestag des Beginns der Proteste am 15. März, die schliesslich zum Bürgerkrieg führten.

Die 21 Gruppen - darunter Oxfam, World Vision, Pax Christi International, Save the Children und Handicap International - bewerteten ihren Syrien-Bericht als «katastrophales Zeugnis» für die Vereinten Nationen und die Konfliktparteien. Seit 2011 seien 220'000 Menschen getötet worden.

76'000 Menschen 2014 in Syrien getötet

Die Helfer werfen dem Sicherheitsrat vor, dass keine seiner drei Resolutionen etwas bewirkt habe. Statt geschützt zu werden, hätten die Syrer 2014 das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. 76'000 Menschen seien getötet worden, damit kam mehr als ein Drittel aller Todesopfer der vierjährigen Gewalt im vergangenen Jahr ums Leben.

Die Zahl der kaum zu erreichenden Hilfebedürftigen habe sich trotz einer UNO-Resolution auf 4,8 Millionen mehr als verdoppelt. 5,6 Millionen Kinder seien auf Hilfe von aussen angewiesen, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

«Die bittere Realität ist, dass der UNO-Sicherheitsrat die UNO-Resolutionen nicht umgesetzt hat. Das vergangene Jahr war das dunkelste seit Ausbruch dieses fürchterlichen Krieges», sagte Kathrin Wieland von Save the Children.

Robert Lindner von Oxfam sagte: «Die Regierungen einflussreicher Staaten müssen endlich dafür sorgen, dass der Konflikt nicht weiter angeheizt wird und dass die Nothilfemassnahmen massiv ausgeweitet werden.» Sie müssten den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen.

UNO-Hilfsmassnahmen unterfinanziert

Den Helfern der UNO und anderen Hilfsorganisationen könnte auch noch das Geld ausgehen. Schon 2013 waren die UNO-Hilfsmassnahmen nur zu 71 Prozent finanziert, heisst es in dem Bericht. Im vergangenen Jahr seien es dann nur noch 57 Prozent gewesen.

Währenddessen verschärfe sich die humanitäre Krise mehr und mehr: Derzeit seien 3,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien in den Nachbarländern. Den Prognosen der Helfer zufolge werden es Ende des Jahres 4,3 Millionen sein.

(nir/sda)

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Sicherheitsrat. (Archivbild)
Eine ganz traurige Geschichte
wird da geschrieben. Die UNO ist immer von den sogenannten Grossmächten abhängig, sind die uneins, geht gar nichts.
Im konkreten Fall hat Putin jede mögliche Hilfe, den Assad den in die Schranken zu weisen, sofort blockiert. In diesem Falle ist aber auch zu bemerken, dass zu viele zu früh den Sturz des Diktators forderten statt Verhandlungen mit ihm zu führen, als es noch nicht zu spät war. Dann jedoch, unter dem Schutz Russland, das ich langsam zu den Verbrecherstaaten der Welt zähle, wie Nordkorea und noch ein paar andere, konnte sich Assad und sein Clan austoben. Ab einem gewissen Punkt gab es dann kein Zurück mehr. Dabei wären unter Assad wenigstens alle Nichtmoslem in Syrien geschützt gewesen.
Aber man sollte hier den Islamhassern oder Islamophoben auch einmal vor Augen halten, dass sich in Syrien der Islam selbst gegenseitige meuchelt und es vielleicht doch eher weniger eine islamische Weltverschwörung, wie das diese Leute ständig an die Wand malen, gibt. Von solchen Dingen schwadronieren nur wenige islamische Fanatiker, das ist jedoch bereits ein gefundenes Fressen für alle, die gar keinen Frieden wollen, sondern den Hass noch schüren.
Ich kenne da einen Verschwörungstheoretiker, der solche Aussagen von ganz seltenen islamischen Exemplaren hier ständig zitiert und daraus eine gesamtislamische Politik ableitet. Eben, arm im Geiste gross um Spu(c)ken.
Im Übrigen sind wir geradezu verpflichtet, syrische Flüchtlinge aufzunehmen, schliesslich haben wir an den Waffenlieferungen an den Assad und seinen Clan jahrelang gut verdient. Es würde mich auch nicht wundern, wenn demnächst eine Schweizer Bank bekannt geben muss, dass sie Milliarden mit diesem Assad-Clan verdient hat. Es wäre wirklich nötig, den Menschen aus Syrien zu helfen, es befinden sich nämlich auch Christen darunter, was die Träumer des christlichen Abendlands doch sicherlich auch nicht ignorieren können, oder doch?
Und hier leiden besonders die Kinder, lieber heinrichfrei!
Syrien,...
Aleppo, Kobane etc. Interessiert das noch jemanden von der Weltgemeinschaft? Man hat zumindest in Europa jetzt einen eigenen Krieg in der UA. Hat denn Syrien jemals interessiert? Da hat doch die ganze Welt still gehalten, aus klarem politischem Kalkül. Eine Rechnung, die man nie verstehen wird, vielleicht aber auch nicht verstehen will.
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