Hisbollah hat es mit neuem Krieg nicht eilig
publiziert: Mittwoch, 23. Aug 2006 / 16:13 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Aug 2006 / 16:30 Uhr

Beirut - Die südlibanesische Hisbollah-Miliz mag sich zur Siegerin des Krieges gegen Israel erklären und auf eine weitere Kampfrunde vorbereiten. Laut Experten werden die radikalen Schiiten aber nicht so bald wieder einen Krieg provozieren.

Viele junge Leute aus der Mittelschicht  haben den Krieg satt: Und schon wieder stehen harte Zeiten an.
Viele junge Leute aus der Mittelschicht haben den Krieg satt: Und schon wieder stehen harte Zeiten an.
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Der Preis der fünfwöchigen Kämpfe ist hoch für Libanon und er ist es ganz besonders hoch in den Gebieten, in denen die Hisbollah die grösste Unterstützung geniesst.

Michael Young von der Beiruter Tageszeitung «Daily Star» verweist auf die heranwachsende Mittelschicht bei den Moslems und sagt: «Diese Leute habe Zeit, Geld und Energie in ihren Aufstieg gesteckt und wollen nicht, dass alle fünf bis zehn Jahre alles kaputt gemacht wird. Die Hisbollah muss das berücksichtigen.»

Die Organisation ist sich der Gefahr bewusst, dass sich der Unmut über den schwierigen Alltag in einem kriegszerstörten Land irgendwann auch gegen sie richten kann. Mit dem Waffenstillstand begann sie umgehend und lange vor dem libanesischen Staat damit, den Menschen fürs Erste mit Bargeld unter die Arme zu greifen.

Priorität Wiederaufbau

Das Ausmass der Zerstörungen an Infrastruktur und Gebäuden sowie die drohende Arbeitslosigkeit, da viele Geschäfte schliessen mussten, werden die kommenden Monate zu einer harten Zeit für die Libanesen machen. Niemand werde es daher mit einer Neuauflage der Gewalt eilig haben, sagen Beobachter.

«Die Hisbollah wird abwarten. Sie muss sich erholen. Ihre Priorität ist der Wiederaufbau», sagt Timur Goksel, der Sprecher der UNO-Friedenstruppe in Südlibanon war und nun an der Amerikanischen Universität in Beirut unterrichtet. «Dieselben Leute, die gekämpft haben, helfen jetzt beim Wiederaufbau.»

Andererseits werde die Extremisten-Organisation auch nicht auf Dauer der Gewalt aus dem Weg gehen, sagt Goksel. «Wenn die Israelis in einigen Wochen noch immer in Libanon stehen, dann wird es zu Scharmützeln kommen.»

Kein klarer Sieger

Auch Israel hat sich zum Sieger des Waffenganges erklärt. Es ist der Armee aber nicht gelungen, die Hisbollah aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Dass es keinen klaren Sieger gebe und die Waffenruhe von Anfang an brüchig sei - damit ist eine künftige Eskalation der Spannungen nach Meinung der Experten so gut wie vorprogrammiert.

«Ich glaube nicht, dass die Hisbollah es mit einem weiteren Krieg eilig hat», sagt Paul Salem, der künftige Chef des Carnegie-Nahost-Zentrums. «Aber Israel könnte sie dazu zwingen, um hinterher besser dazustehen.»

Seiner Einschätzung nach sucht die Hisbollah nicht den Kampf. «Sie hat ihn auch beim letzten Mal nicht gesucht, aber sie hat mit dem Feuer gespielt», sagt Salem. «Das wird sie diesmal nicht tun.»

(Lin Noueihed/Reuters)

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