Historische Wahl ohne Experimente
publiziert: Mittwoch, 22. Sep 2010 / 19:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Sep 2010 / 20:20 Uhr
Jetzt gilt es ernst.
Jetzt gilt es ernst.

Bern - Mit der Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga (SP) und dem Unternehmer Johann Schneider-Ammann (FDP) hat das Parlament die Kronfavoriten in die Landesregierung gewählt. Beide setzten sich aber erst in der Schlussrunde gegen SVP-Kampfkandidat Jean-François Rime durch.

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Damit stellt der Kanton Bern erstmals gleichzeitig zwei Bundesräte. Mehr noch als der Berner Doppelsieg überwog aber der Triumph der Frauen, die nach der Wahl von Simonetta Sommaruga nun erstmals die Mehrheit in der Landesregierung stellen.

Mit Pascale Bruderer als Nationalratspräsidentin, Erika Forster als Ständeratspräsidentin und Doris Leuthard als Bundespräsidentin wird 2010 definitiv als «Jahr der Frau» in die Schweizer Politgeschichte eingehen.

Und dies nur gerade 39 Jahre und sechs Monate nach der Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz sowie knapp 26 Jahre, nachdem mit der Zürcher FDP-Vertreterin Elisabeth Kopp erstmals eine Frau im Bundesrat Einsatz nahm.

Gute Resultate

Die beiden Neuen wurden in den Schlussgängen jeweils mit hohen Stimmenzahlen gewählt. Sommaruga bekam im vierten Wahlgang mit 159 eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Stimmen. Schneider-Ammann wurde im fünften Wahlgang mit 144 Stimmen in den Bundesrat gehievt.

SVP-Kampfkandidat Jean-François Rime, der in beiden Schlussgängen «ins Sägemehl» musste, erhielt gegen Sommaruga 81 Stimmen und gegen Schneider-Ammann 93 Stimmen. Rime schaffte es immerhin, in beiden Wahlen je einen der offiziellen Kandidaten hinter sich zu lassen.

Unmittelbar nach der Wahl wurden die beiden neuen Mitglieder des Bundesrats vereidigt. Sommaruga legte statt des Eids das Gelübde ab. Schneider-Ammann entschied sich für den traditionellen Amtseid mit drei zum Schwur erhobenen Fingern.

Departemente werden am Montag verteilt

Über die Departementsverteilung wird der Bundesrat nächsten Montag entscheiden. Dies hatte Bundespräsidentin Doris Leuthard letzten Freitag angekündigt. Ob der Bundesrat die Departemente vorher neu aufteilt, ist offen.

Bei diesem Vorgang dürfen zuerst jene Bundesratsmitglieder ihre Wünsche äussern, die am längsten im Amt sind. Die amtsälteste Bundesrätin, Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, dürfte gegen Ende der Legislatur und im Alter von 65 Jahren nichts Neues mehr anpacken wollen.

(bert/sda)

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