Historisches Museum Bern ersteigert Einstein-Pass
publiziert: Montag, 13. Okt 2003 / 16:59 Uhr

Bern - Der Schweizerpass des Physikers Albert Einstein kann bald von der Öffentlichkeit bestaunt werden. Das Bernische Historische Museum hat das wertvolle Stück für fast 93 000 Franken ersteigert. 2005 soll es erstmals dem Publikum gezeigt werden.

Der Physiker Alebert Einstein.
Der Physiker Alebert Einstein.
An der Auktion in Basel erreichte der Pass nach einem Bietgefecht den vierfachen Schätzpreis. Samt Mehrwertsteuer und Aufgeld blättert das Museum nach eigenen Angaben insgesamt 92 912 Franken hin.

Der Preis sei gerechtfertigt, denn der Pass habe einen aussergewöhnlichen symbolischen Wert, begründete das Museum den Kauf. Einstein habe, wie kaum jemand zuvor, mit seinen Einsichten die Welt verändert. Zudem habe er rund 60 Prozent seiner relevanten wissenschaftlichen Publikationen in Bern verfasst, wo er zwischen 1902 und 1909 am Eidgenössischen Patentamt tätig war.

Einstein wurde 1879 in Ulm geboren. Militarismus und autoritärer Führung abgeneigt, verzichtete er in jungen Jahren auf seine deutsche Staatsbürgerschaft. Nach einiger Zeit als Staatenloser beantragte Einstein während seines Studiums in Zürich 1899 das Schweizer Bürgerrecht.

Nachdem er 1921 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden war, erklärte der Deutsche Staat, Einstein sei als Mitglied der Preussischen Akademie der Wissenschaften mit einer Vereidigung auf die Reichsverfassung 1920 automatisch wieder deutscher Staatsbürger geworden. Einstein hatte dagegen nichts einzuwenden, hielt aber an seiner Schweizer Identität fest.

1923 liess er deshalb seinen Pass von der Schweizer Botschaft in Berlin erneuern. Dieses Dokument kommt nun nach Bern. Es trägt zahlreiche Reisestempel bis ins Jahr 1930.

(bert/sda)

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