Höhere Steuern für reiche Ausländer in Bern
publiziert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 16:57 Uhr / aktualisiert: Montag, 24. Sep 2012 / 09:26 Uhr
Keine Privilegien mehr für reiche Ausländer in Baselbiet und Bern.
Keine Privilegien mehr für reiche Ausländer in Baselbiet und Bern.

Bern - Der Kanton Bern schafft die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer nicht ab, verschärft aber seine Praxis. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag einen entsprechenden Gegenvorschlag klar angenommen. Abgelehnt wurde indessen eine Initiative aus linken Kreisen, die für eine vollständige Abschaffung der Pauschalsteuer eintraten.

6 Meldungen im Zusammenhang
Insbesondere aus dem Berner Oberland hatte es massiven Widerstand gegen die Initiative gegeben. In der Region rund um Gstaad leben die meisten Pauschalbesteuerten im Kanton Bern. Und die Einheimischen leben ganz gut von den Aufträgen der reichen Ausländer.

In der Region ging deshalb die Angst um, dass mit der Abschaffung der Pauschalbesteuerung auch die reichen Ausländer verschwinden würden. Die Erhaltung von bis zu 2000 Arbeitsplätzen war denn auch eines der vielzitierten Argumente in dem bisweilen auf beiden Seiten gehässig geführten Abstimmungskampf.

Die Initianten betonten, die Pauschalbesteuerung sei ungerecht und mache den Kanton Bern zum Paradies für Steuerflüchtlinge.

Um die Pauschalsteuer zu retten, stellte das Kantonsparlament der Initiative einen Gegenvorschlag zur Seite, der die Einkommensgrenze für die Pauschalbesteuerung auf 400'000 Franken anhebt. Dies bedeutet, dass voraussichtlich rund 80 Prozent der Pauschalbesteuerten mehr Steuern bezahlen müssen.

Die Stimmberechtigten sagten am Sonntag mit 143'596 gegen 128'074 Stimmen ja zum Gegenvorschlag. Die Initiative wurde mit 182'850 gegen 92'283 Stimmen abgelehnt. In der Stichfrage kam der Gegenvorschlag auf 174'950 Stimmen, was 65,7 Prozent entspricht. Die Stimmbeteiligung lag bei 37,4 Prozent.

Baselland schafft Pauschalsteuern ab

Auch der Kanton Baselland schafft die Pauschalbesteuerung ab: Eine entsprechende SP-Initiative wurde vom Volk mit einem Ja-Mehr von 61,49 Prozent deutlich angenommen. Ein Gegenvorschlag, der die Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer bloss verschärfen wollte, scheiterte hingegen.

Die SP-Initiative wurde mit 39'861 zu 24'967 Stimmen angenommen. Den Gegenvorschlag von Regierung und Parlament lehnten die Stimmberechtigten derweil mit 32'256 zu 30'094 Stimmen ab. Die Stimmbeteiligung betrug 36,26 Prozent.

Die 2011 eingereichte formulierte Gesetzesinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien» fordert die ersatzlose Streichung der Aufwandbesteuerung aus dem Steuergesetz. Der Gegenvorschlag wollte dagegen die massgeblichen Mindestsätze angehoben und etwa das minimale Steuereinkommen auf 400'000 Franken verdoppeln.

Die SP führte gegen die Steuerprivilegien für begüterte Ausländer die Steuergerechtigkeit ins Feld. Die Regierung befürchtete bei einer Abschaffung jedoch Nachteile im Standortwettbewerb. Im Kanton Baselland werden derzeit 16 Personen pauschalbesteuert, die zusammen rund 1,7 Millionen Franken Staats- und Gemeindesteuer zahlen.

Trend zur Verschärfung der Pauschalbesteuerung

Die Pauschalbesteuerung abgeschafft haben seit 2009 die Kantone Zürich, Schaffhausen und Appenzell-Ausserrhoden. In Basel-Stadt strich am letzten Mittwoch das Kantonsparlament die Pauschalsteuer; formal läuft noch die Referendumsfrist.

Nicht abgeschafft, aber verschärft haben die Pauschalbesteuerung in den letzten Jahren die Kantone Luzern, St. Gallen und Thurgau. Auf Bundesebene ist eine Vorlage zur Verschärfung der Besteuerungsart bei den eigenössischen Räten hängig.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Luzern - In der Stadt Luzern wird der Steuerfuss von 1,75 auf 1,85 Einheiten erhöht. Die Stimmberechtigten haben am ... mehr lesen
Luzern: Der Steuerfuss wird von 1,75 auf 1,85 Einheiten erhöht.
Bern - Der Nationalrat ist am Donnerstag bei der Pauschalbesteuerung mit 115 zu 48 Stimmen dem Ständerat gefolgt. Das ... mehr lesen
Revidiertes Gesetz über Pauschalbesteuerung bereinigt
Auch Nationalrat für Pauschalbesteuerung mit höheren Mindestsätzen.
Bern - Auch der Nationalrat will an der Pauschalbesteuerung reicher ... mehr lesen
Epalinges VD - Ingvar Kamprad, Gründer des Möbelkonzerns Ikea, will seiner Wohngemeinde Epalinges in der Waadt zehn ... mehr lesen
Ikea-Gründer spendet 10 Millionen Franken für Alterswohnungen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Einige Änderungen diskutiert der Nationalrat in der Sommersession erneut. (Archivbild)
Einige Änderungen diskutiert der Nationalrat in der Sommersession ...
Kontakt- und Rayonverbot  Bern - Der Nationalrat hat sich in der Frühjahressession überraschend für die Pädophilen-Initiative ausgesprochen. Die unbestrittenen Teile des indirekten Gegenvorschlags sollen aber ebenfalls umgesetzt werden. Dies hat die Rechtskommission des Nationalrats am Freitag entschieden. 
Weil sie damit das Prinzip der Verhältnismässigkeit verletzt, steht die Initiative in Konflikt mit Verfassung und Völkerrecht.
Nationalrat spricht sich für Pädophilen-Initiative aus Bern - Der Nationalrat unterstützt die Pädophilen-Initiative, obwohl diese in Konflikt steht mit Verfassung und ...
Grosse Bedenken vor Juso-Initiative  Bern - Beim Telekomkonzern Swisscom wären 5000 Löhne von der 1:12-Initiative der JUSO betroffen. Dies sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».   7
Glencore-Chef droht Schweiz wegen 1:12-Initiative mit Abzug Baar ZG - Glencore-Chef Ivan Glasenberg stellt sich klar gegen die 1:12-Initiative der Juso. ... 63
Firmentafel mit Aussenansicht der Zuger Rohstoffhandelsfirma Glencore am Hauptsitz in der Baarermatte.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1559
    Clever "verhaltensauffällige und renitente Asylbewerber gesondert ... gestern 12:35
  • HeinrichFrei aus Zürich 225
    Saab war in Schmiergeldaffären verwickelt Saab war in Schmiergeldaffären verwickelt und wurde von der ... gestern 11:42
  • BigBrother aus Arisdorf 1347
    Keine Last-Minute-Bundesräte mehr! Oft wird uns suggeriert, dass jeder Stimmbürger im Telefonbuch ... gestern 11:05
  • Midas aus Dubai 3026
    Nix hören Da höre ich vom linken Forumsteil nix von wie unverschämt es wäre den ... Do, 23.05.13 23:09
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1559
    Scheingefecht ! "Schweizer Asylpraxis im Fokus von Amnesty" Falscher Fokus! Der Fokus ... Do, 23.05.13 13:17
  • frusti aus Kirchdorf 18
    Ist das denn relevant? Ob ein Bundesrat vom Volk oder vom Parlament gewählt wird ist nicht so ... Do, 23.05.13 12:52
  • mcdale aus St. Gallen 102
    Scho recht Aber mit 1:12 können Sie das nicht verhindern. Schlichtweg nicht ... Do, 23.05.13 07:24
  • Midas aus Dubai 3026
    Quälende Frage bei 1:12 Wie können wir darauf vertrauen dass der staatliche Geheimdienst bei ... Do, 23.05.13 01:18
Wettbewerb
   
Jetzt mitmachen und gewinnen.
eGadgets Tim Burtons FRANKENWEENIE basiert auf einem Live Action Kurzfilm des Regisseurs aus dem Jahre 1984, den er mit seiner berühmten schwarz-weiss Technik und seinem ... mehr lesen
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 1°C 5°C bewölkt, wenig Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 1°C 6°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall bewölkt, Schneefall
St.Gallen 2°C 7°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 3°C 9°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 4°C 9°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 5°C 10°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 8°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten