Hoffen auf Heyer/Heuscher an der Heim-WM
publiziert: Samstag, 21. Jul 2007 / 00:02 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Jul 2007 / 00:26 Uhr

Die Schweizer Hoffnungen an der Beachvolleyball-WM in Gstaad ruhen vor allem auf dem Topduo Sascha Heyer und Patrick Heuscher. Der Zürcher und der Thurgauer lieferten in dieser Saison als einziges nationales Team regelmässig Spitzenresultate ab. Als Topfavoriten gehen die brasilianischen Duos an den Start.

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Sechs Mal traten Heyer/Heuscher bisher auf der World Tour an und sechs Mal klassierten sie sich in den Top Ten. Das im letzten Herbst neu gebildete Schweizer Tandem gehört zu den konstantesten auf der höchsten internationalen Turnierserie und ist deshalb auch an den Titelkämpfen im Berner Oberland fähig, wie in Schanghai (3.) und Zagreb (2.) den Sprung auf das Podest zu schaffen.

«Wenn wir das Optimum herausholen, kann es für ganz nach vorne reichen», ist denn Patrick Heuscher auch überzeugt. Der Druck werde zwar riesig sein, mit dem Heimvorteil und dem Publikum im Rücken «müssen die Teams uns aber zuerst schlagen», so der Olympia-Dritte von 2004 weiter.

Natürlich spiele auch die Auslosung und das Glück eine Rolle, «aber wenn du solid arbeitest, hast du auch das nötige Glück», so Sascha Heyer, der vor zwei Jahren mit Paul Laciga in Berlin mit Silber für die letzte Schweizer WM-Medaille besorgt war.

Keine «Zwischenstation»

Heyer/Heuscher taten sich nach dem Rücktritt von Heuschers Partner Stefan Kobel zusammen mit dem Ziel, an den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Medaille zu gewinnen. Als Zwischenstation betrachten sie die WM in Gstaad dennoch nicht, erst recht nicht nach den bisherigen Resultaten, in deren Konstanz sie auch Heyer/Heuscher nicht erwartet hätten. «Wir sind weiter als gedacht», so der 30-jährige Heuscher. «Die Heim-WM ist eine Riesenchance, die es für uns nicht mehr geben wird.»

Das Interesse an den beiden Schweizern wird enorm sein. Deshalb «werden wir versuchen uns etwas abzuschirmen» (Heyer). Für den letzten Schliff und um optimal auf die speziellen Bedingungen in Gstaad (Höhenluft, Flugeigenschaften des Balls) vorbereitet zu sein, reisten Heyer/Heuscher bereits am Mittwoch ins Berner Oberland. «Wir sind bereit und Gstaad ist es auch», meldete Heyer, der am Samstag seinen 35. Geburtstag feiert, nach dem gestrigen Training auf dem Centre Court.

Abschiedsvorstellung der Lacigas

Ihren letzten gemeinsamen Auftritt werden in Gstaad Paul (36) und Martin Laciga (32) haben. Die beiden extrovertierten Brüder und Vizeweltmeister von 1999 vereinigten sich für die Heim-WM ein drittes Mal, nachdem Martins Partner Markus Egger verletzt Forfait erklären musste. Nach den Titelkämpfen wird sich das erfolgreichste Schweizer Beachvolleyball-Duo aber endgültig trennen: Martin wird ab sofort mit Jan Schnider spielen, Paul wird am Montag über seine Zukunft orientieren.

«Die nur vierwöchige Vorbereitung mit Paul ist sicher nicht optimal», so Martin Laciga (32) etwas pessimistisch. «Vielleicht ist es aber auch ein kleiner Vorteil. Der Druck und die Nervösität sind sicher kleiner.» Die Lacigas haben sich kein konkretes Ziel gesetzt, zumal Paul seit längerem mit Knie- und Rückenproblemen zu kämpfen hat.

Dass zur Spitze nicht viel fehlt, bewiesen Laciga/Laciga mit dem 3. Rang auf der European Tour in Luzern, wo sie die fehlenden Automatismen mit ihrer Routine wettmachten und unter anderem gegen die späteren Sieger Heyer/Heuscher eines von zwei Duellen gewannen. An der WM-Hauptprobe letzte Woche in Berlin gewannen sie zwar überraschend gegen Harley/Pedro (Br), klassierten sich aber dennoch nur im 25. Rang.

Auch für das Duo Marcel Gscheidle/Jan Schnider wird es eine Abschiedsvorstellung werden. Obwohl sie vor einem Jahr in Gstaad ihre Karriere-Bestergebnis (9.) erreichten, gehören sie ebenso zu den Aussenseitern wie Philip Gabathuler/David Wenger, die mit einer Wildcard das Schweizer Teilnehmerfeld komplettieren.

Breite Spitze

«Die Spitze ist so breit wie noch nie. Rund 15 Teams kommen für den WM-Titel in Frage», rechnete Patrick Egger, der Trainer von Heyer/Heuscher, vor. Nebst seinen eigenen Schützlingen denkt Egger dabei primär an die vier brasilianischen Duos, welche die Szene bei den Männern trotzdem auch in diesem Jahr dominieren und dementsprechend als Topfavoriten an den Start gehen.

Die Titelverteidiger Fabio Luiz/Mario Araujo gewannen bereits drei Turniere der World Tour, darunter mit Stavanger (No) und Berlin zwei Grand Slams. Ricardo/Emanuel sind seit Jahren das erfolgreichste und konstanteste Tandem. Auch die Olympiasieger setzten sich an drei Events (Grand Slam Paris, Espinho/Por und Montreal) durch. Ihr Nachteil könnte sein, dass sie direkt von den panamerikanischen Spielen in Rio de Janeiro anreisen.

Der brasilianischen «Sand-Armada», die mit Franco/Cunha und Harley/Pedro komplettiert wird, zu widerstehen, wird am ehesten den Amerikanern (Todd Rogers/Philip Dalhausser, Michael Lambert/Stein Metzger und Jacob Gibb/Sean Rosenthal) zugetraut. Die Stärke der US-Teams ist allerdings schwierig einzuschätzen, weil sie mehrheitlich auf ihrer nationalen und nur selten auf der World Tour antreten. Mit den Esten Kristjan Kais/Rivo Vesik (Turniersieger in Zagreb) und den deutschen Trainingspartnern von Heyer/Heuscher, Julius Brink/Christoph Dieckmann, kommen zwei weitere routinierte Duos für die Medaillen in Frage.

Im Hinblick auf Peking bildeten sich aber auch zahlreiche neue Duos, die von sich reden machten, wie etwa die Chinesen Linyin Xu/Penggen Wu, die «Service-Könige» Dimitri Barsuk/Igor Kolodinski aus Russland oder die Holländer Richard Schuil/Reinder Nummerdor. Die WM ist im Kampf um die 48 Olympia-Startplätze insofern wichtig, weil es im Vergleich zu den World-Tour-Turnieren die doppelte Anzahl an Punkten zu gewinnen gibt.

(von Sandro Mühlebach/Si)

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